Chemie · Thermodynamik

Gibbs-Energie (Freie Enthalpie)

Die Gibbs-Energie bestimmt die Spontaneität chemischer Reaktionen: ΔG < 0 → spontan, ΔG > 0 → nicht spontan.

UniversitätPrüfungsrelevant

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Formel

LaTeX: \Delta G = \Delta H - T \cdot \Delta S
G, H, S·T alle in kJ/mol · T in K · S in J/(mol·K)

Variablen & Einheiten – Gibbs-Energie (Freie Enthalpie)

SymbolBedeutungEinheit
ΔGÄnderung der freien EnthalpiekJ/mol
ΔHÄnderung der Enthalpie (Wärme)kJ/mol
TTemperaturK
ΔSÄnderung der EntropieJ/(mol·K)

Herleitung & Hintergrund – Gibbs-Energie (Freie Enthalpie)

Josiah Willard Gibbs entwickelte 1876 die thermodynamische Potentialfunktion. ΔG° = −RT·ln K verknüpft Thermodynamik mit Gleichgewichtskonstante. ATP-Hydrolyse in Zellen: ΔG° = −30,5 kJ/mol (exergon).

Prüfungs-Blueprint

Gültigkeitsbereich

Gilt für Prozesse bei konstanter Temperatur und konstantem Druck als Kriterium für thermodynamische Spontaneität.

Herleitung in Schritten

G fasst Enthalpie- und Entropiebeitrag zu einer nutzbaren Prozessgröße zusammen.

  1. 1Der zweite Hauptsatz betrachtet die Gesamtentropie von System und Umgebung.
  2. 2Bei konstantem T und p führt das auf ΔG = ΔH - TΔS.

Umstellen

Grenztemperatur

Bei ΔG = 0 liegt die Gleichgewichtsgrenze.

Aufgabenvariante

Wann wird eine endotherme Reaktion spontan?

Wenn ΔS positiv und TΔS größer als ΔH ist, wird ΔG negativ.

Typische Fehler

ΔS in J/(mol·K) nicht zu kJ passend umrechnen.

Alle Terme müssen dieselbe Energieeinheit haben.

Klausurkontext

  • Typisch sind Vorzeichenanalyse, Temperaturabhängigkeit und Kopplung an Gleichgewichtskonstanten.

Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.

Rechenbeispiel

Kompromisskompromisslose Reaktion: ΔH = −100 kJ/mol (exotherm), ΔS = +200 J/(mol·K). Bei T = 500 K: ΔG = −100.000 − 500×200 = −200 kJ/mol → spontan.

Anwendungsgebiete

Biochemie (ATP-Zyklus), Metallurgie (Verhüttung), Batterietechnik, Chemische Produktion

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Frage (Vorderseite)

Welche Formel beschreibt Gibbs-Energie (Freie Enthalpie)?

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Wie stellst du ΔG = ΔH − TΔS nach Grenztemperatur um?

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Welcher typische Fehler passiert bei ΔG = ΔH − TΔS?

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Wissenschaftliche Quellen

Häufige Schreibweisen & Suchanfragen

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Verwandte Formeln

Weitere Chemie-Formeln

Häufige Fragen zu Gibbs-Energie (Freie Enthalpie)

Wie berechnet man die freie Enthalpie mit ΔG = ΔH − T·ΔS?+

Ziehe von der Reaktionsenthalpie ΔH das Produkt aus absoluter Temperatur T und Reaktionsentropie ΔS ab: ΔG = ΔH − T·ΔS. Achte auf einheitliche Einheiten: ΔH steht meist in kJ/mol, ΔS aber in J/(mol·K), also rechne ΔS in kJ/(mol·K) um, indem du durch 1000 teilst. Beispiel: ΔH = −100 kJ/mol, ΔS = +200 J/(mol·K) = +0,2 kJ/(mol·K), T = 500 K. Dann ist ΔG = −100 − 500·0,2 = −200 kJ/mol. Ein negatives ΔG zeigt an, dass die Reaktion unter diesen Bedingungen freiwillig, also spontan, abläuft. Setze T immer in Kelvin ein.

Wann läuft eine Reaktion freiwillig ab?+

Eine Reaktion läuft bei konstanter Temperatur und konstantem Druck freiwillig ab, wenn die freie Enthalpie abnimmt, also ΔG negativ ist. Ist ΔG positiv, ist die Reaktion in dieser Richtung nicht freiwillig, läuft aber umgekehrt ab. Bei ΔG = 0 herrscht Gleichgewicht. Ob ΔG negativ wird, entscheidet das Zusammenspiel von Enthalpie und Entropie. Exotherme Reaktionen mit negativem ΔH und Entropiezunahme mit positivem ΔS sind bei jeder Temperatur freiwillig. Ist nur einer der Beiträge günstig, hängt die Spontaneität von der Temperatur ab, weil der Term T·ΔS mit steigender Temperatur wächst und den Enthalpiebeitrag überwiegen kann.

Wann wird eine endotherme Reaktion spontan?+

Eine endotherme Reaktion hat ein positives ΔH und ist daher aus energetischer Sicht ungünstig. Sie kann trotzdem freiwillig ablaufen, wenn die Entropie stark zunimmt, also ΔS positiv ist, und die Temperatur hoch genug ist, damit der Term T·ΔS größer wird als ΔH. Dann wird ΔG = ΔH − T·ΔS negativ. Aus dieser Bedingung folgt eine Grenztemperatur T = ΔH/ΔS, oberhalb derer die Reaktion spontan wird. Ein Beispiel ist das Schmelzen von Eis: Es ist endotherm, läuft aber oberhalb von 0 °C freiwillig ab, weil die Entropie der Flüssigkeit größer ist als die des Festkörpers und T·ΔS dann überwiegt.

Was ist der Unterschied zwischen ΔG, ΔH und ΔS?+

ΔH ist die Reaktionsenthalpie und beschreibt die bei konstantem Druck umgesetzte Wärme; negativ bedeutet exotherm, positiv endotherm. ΔS ist die Reaktionsentropie und misst die Änderung der Unordnung oder der Zahl möglicher Zustände; positiv bedeutet mehr Unordnung, etwa bei Gasbildung. ΔG ist die freie Enthalpie und verbindet beide über ΔG = ΔH − T·ΔS zu einem einzigen Kriterium für die Freiwilligkeit. Während ΔH und ΔS jeweils nur einen Aspekt beschreiben, entscheidet erst ΔG, ob eine Reaktion bei gegebener Temperatur tatsächlich abläuft. Die Temperatur gewichtet dabei den Entropiebeitrag. Alle drei Größen sind Zustandsgrößen und hängen nur von Anfang und Ende ab.

Wie hängt ΔG mit der Gleichgewichtskonstanten zusammen?+

Über die Beziehung ΔG° = −R·T·ln K verbindet die freie Standardenthalpie die Thermodynamik mit der Gleichgewichtslage. Ein stark negatives ΔG° bedeutet ein großes K, das Gleichgewicht liegt also weit auf der Produktseite. Ein positives ΔG° führt zu einem kleinen K und die Edukte überwiegen. Bei ΔG° = 0 ist K gleich eins. Unter Nicht-Standardbedingungen gilt allgemeiner ΔG = ΔG° + R·T·ln Q; im Gleichgewicht ist ΔG = 0 und Q wird zu K. Diese Verknüpfung erlaubt es, aus thermodynamischen Tabellenwerten die Gleichgewichtskonstante einer Reaktion vorherzusagen, ohne sie direkt messen zu müssen.

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Wie berechnet man mit Gibbs-Energie (Freie Enthalpie)?

So gehst du eine typische Aufgabe zu Gibbs-Energie (Freie Enthalpie) (ΔG = ΔH − TΔS) Schritt für Schritt an:

  1. 1

    Aufgabe

    Wann wird eine endotherme Reaktion spontan?

    Rechenweg

    Wenn ΔS positiv und TΔS größer als ΔH ist, wird ΔG negativ.