Chemie · Reaktionskinetik

Arrhenius-Gleichung

Die Arrhenius-Gleichung beschreibt die Temperaturabhängigkeit der Geschwindigkeitskonstante einer chemischen Reaktion.

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Formel

LaTeX: k = A \cdot e^{-E_A / (R \cdot T)}
k in s⁻¹ (oder mol⁻¹·L·s⁻¹) · A = Frequenzfaktor · E_A in J/mol · R = 8,314 J/(mol·K) · T in K

Variablen & Einheiten – Arrhenius-Gleichung

SymbolBedeutungEinheit
kGeschwindigkeitskonstantemol⁻¹·L·s⁻¹ o.ä.
APräexponentieller Faktor (Frequenzfaktor)gleiche Einheit wie k
E_AAktivierungsenergieJ/mol
RGaskonstante (8,314)J/(mol·K)
TTemperaturK

Herleitung & Hintergrund – Arrhenius-Gleichung

Svante Arrhenius formulierte 1889 die Gleichung auf Basis empirischer Beobachtungen. Die RGT-Regel (Reaktionsgeschwindigkeit-Temperatur) besagt näherungsweise: +10 K verdoppelt die Reaktionsgeschwindigkeit. Die Aktivierungsenergie ist die Energieschranke, die überwunden werden muss.

Prüfungs-Blueprint

Gültigkeitsbereich

Gilt für viele Reaktionen mit dominanter Aktivierungsbarriere; A und E_A werden oft in begrenzten Temperaturbereichen als konstant behandelt.

Herleitung in Schritten

Nur ein temperaturabhängiger Anteil der Teilchen besitzt genug Energie, um die Aktivierungsbarriere zu überschreiten.

  1. 1Der Boltzmann-Faktor liefert den Anteil e^{-E_A/(RT)}.
  2. 2Der Frequenzfaktor A skaliert Stoßhäufigkeit und Orientierung.

Umstellen

Linearisierte Form

Ein Plot von ln(k) gegen 1/T hat die Steigung -E_A/R.

Aufgabenvariante

Warum erhöht Temperatur die Reaktionsgeschwindigkeit stark?

Der Exponentialterm reagiert empfindlich auf T; deutlich mehr Teilchen überschreiten E_A.

Typische Fehler

E_A in kJ/mol einsetzen, obwohl R in J/(mol·K) steht.

Einheiten angleichen: E_A meist in J/mol einsetzen.

Klausurkontext

  • Häufig mit Arrhenius-Plot, Temperaturvergleich und Katalysatorwirkung.

Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.

Rechenbeispiel

Reaktion mit E_A = 50 kJ/mol bei T₁ = 300 K und T₂ = 310 K: k₂/k₁ = e^(50000/8,314 × (1/300 − 1/310)) ≈ 1,9 → ca. Verdopplung.

Anwendungsgebiete

Chemische Verfahrenstechnik, Lebensmittelkonservierung (Kühlung), Pharmazie (Haltbarkeit), Geologie (Altersbestimmung)

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Kuratiertes Prüfungsset für "Arrhenius-Gleichung":

Frage (Vorderseite)

Welche Formel beschreibt Arrhenius-Gleichung?

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Frage (Vorderseite)

Wie stellst du k = A·e^(−EA/RT) nach Linearisierte Form um?

Antwort in deinem Set

Frage (Vorderseite)

Welcher typische Fehler passiert bei k = A·e^(−EA/RT)?

Antwort in deinem Set

+ 8 weitere Karten: Einheiten, Variablen, Herleitung, Beispiel, Klausuraufgabe

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Wissenschaftliche Quellen

Häufige Schreibweisen & Suchanfragen

k=A*e^(-Ea/RT)k = A * exp(-Ea/RT)ArrheniusgleichungReaktionsgeschwindigkeit TemperaturArrhenius equationAktivierungsenergie FormelRGT Regel Formel

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Häufige Fragen zu Arrhenius-Gleichung

Wie berechnet man die Reaktionsgeschwindigkeitskonstante mit der Arrhenius-Gleichung?+

Multipliziere den Frequenzfaktor A mit dem Boltzmann-Faktor e^(−E_A/(R·T)): k = A·e^(−E_A/(R·T)). Setze die Aktivierungsenergie E_A und die Gaskonstante R = 8,314 J/(mol·K) in passenden Einheiten ein und die Temperatur T in Kelvin. Der Exponent ist dimensionslos, deshalb müssen E_A und R·T dieselbe Energieeinheit haben. Ein häufiger Fehler ist, E_A in kJ/mol zu belassen, während R in J/(mol·K) steht; rechne E_A dann in J/mol um, also mit Faktor 1000. Der Frequenzfaktor A hat dieselbe Einheit wie k und beschreibt die Stoßhäufigkeit mit passender Orientierung.

Warum erhöht eine kleine Temperaturerhöhung die Reaktionsgeschwindigkeit so stark?+

Weil die Temperatur im Exponenten der Arrhenius-Gleichung steht und der Exponentialterm sehr empfindlich reagiert. Der Boltzmann-Faktor e^(−E_A/(R·T)) gibt den Anteil der Teilchen an, die genug Energie besitzen, um die Aktivierungsbarriere zu überschreiten. Schon eine kleine Temperaturerhöhung verschiebt die Energieverteilung so, dass deutlich mehr Teilchen über der Schwelle liegen. Als Faustregel verdoppelt bis verdreifacht sich die Reaktionsgeschwindigkeit oft je 10 Kelvin. Beispiel: Von 300 K auf 310 K steigt k bei E_A = 50 kJ/mol um etwa den Faktor 1,9. Diese starke Temperaturabhängigkeit erklärt, warum viele Reaktionen bei Erwärmung dramatisch schneller ablaufen.

Wie bestimmt man die Aktivierungsenergie aus einem Arrhenius-Plot?+

Logarithmiere die Arrhenius-Gleichung, dann erhältst du die lineare Form ln k = ln A − (E_A/R)·(1/T). Trägst du ln k gegen 1/T auf, ergibt sich eine Gerade mit der Steigung −E_A/R. Aus der gemessenen Steigung m folgt E_A = −m·R. Der Achsenabschnitt liefert ln A und damit den Frequenzfaktor. Du brauchst also mindestens zwei Messpunkte von k bei verschiedenen Temperaturen; mehr Punkte machen die Auswertung genauer. Achte darauf, die Temperatur als Kehrwert 1/T in Kelvin einzusetzen. Diese Linearisierung ist die Standardmethode, um Aktivierungsenergien experimentell zu ermitteln.

Was ist der Unterschied zwischen Aktivierungsenergie und Reaktionsenthalpie?+

Die Aktivierungsenergie E_A ist die Energiebarriere, die die Edukte überwinden müssen, um zum Übergangszustand und weiter zu den Produkten zu gelangen. Sie bestimmt, wie schnell eine Reaktion abläuft, also die Kinetik. Die Reaktionsenthalpie ΔH ist dagegen die Energiedifferenz zwischen Produkten und Edukten und bestimmt, ob die Reaktion Energie freisetzt oder aufnimmt, also die Thermodynamik. E_A beeinflusst die Geschwindigkeit, nicht die Lage des Gleichgewichts; ΔH beeinflusst die Energiebilanz, nicht die Geschwindigkeit. Ein Katalysator senkt E_A und beschleunigt so die Reaktion, lässt ΔH aber unverändert. Beide Größen sind unabhängig und beschreiben unterschiedliche Aspekte einer Reaktion.

Wie wirkt ein Katalysator in der Arrhenius-Gleichung?+

Ein Katalysator senkt die Aktivierungsenergie E_A, indem er einen alternativen Reaktionsweg mit niedrigerer Energiebarriere bereitstellt. In der Arrhenius-Gleichung k = A·e^(−E_A/(R·T)) steht E_A negativ im Exponenten, deshalb erhöht eine kleinere Barriere den Boltzmann-Faktor und damit die Geschwindigkeitskonstante k spürbar. Weil E_A im Exponenten wirkt, führt schon eine moderate Absenkung zu einer großen Beschleunigung. Der Katalysator verändert weder die Lage des Gleichgewichts noch die Reaktionsenthalpie ΔH; er beschleunigt Hin- und Rückreaktion gleichermaßen. Nach der Reaktion liegt er unverbraucht vor. Genau deshalb sind Katalysatoren in Industrie und Biochemie so wichtig.

Arrhenius-Gleichung prüfungssicher behalten

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Wie berechnet man mit Arrhenius-Gleichung?

So gehst du eine typische Aufgabe zu Arrhenius-Gleichung (k = A·e^(−EA/RT)) Schritt für Schritt an:

  1. 1

    Aufgabe

    Warum erhöht Temperatur die Reaktionsgeschwindigkeit stark?

    Rechenweg

    Der Exponentialterm reagiert empfindlich auf T; deutlich mehr Teilchen überschreiten E_A.