Biologie · Ökologie

Simpson-Index (Dominanz und Diversität)

Der Simpson-Index D misst die Dominanz in einer Lebensgemeinschaft: die Wahrscheinlichkeit, dass zwei zufällig gezogene Individuen zur selben Art gehören. Der Kehrwert (1 − D) ist der Simpson-Diversitätsindex und steigt mit der Vielfalt.

FortgeschrittenPrüfungsrelevant

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Formel

LaTeX: D = \sum_{i=1}^{S} p_i^{\,2}
D, 1 − D und pᵢ sind dimensionslos; pᵢ = nᵢ/N ist ein Anteil (0…1)

Variablen & Einheiten – Simpson-Index (Dominanz und Diversität)

SymbolBedeutungEinheit
DSimpson-Dominanzindex (Wahrscheinlichkeit gleicher Art)– (0…1)
pᵢrelative Häufigkeit der Art i, also nᵢ/N– (0…1)
nᵢIndividuenzahl der Art iAnzahl
NGesamtzahl aller IndividuenAnzahl
SArtenzahl (species richness)Anzahl

Herleitung & Hintergrund – Simpson-Index (Dominanz und Diversität)

Edward H. Simpson führte das Maß 1949 ein. Ein großer D (nahe 1) bedeutet, dass wenige Arten dominieren, also geringe Diversität. Deshalb betrachtet man meist den Simpson-Diversitätsindex 1 − D (Gini-Simpson) oder den reziproken Simpson-Index 1/D, die beide mit der Vielfalt steigen. Für endliche Stichproben nutzt man die unverzerrte Form D = Σ nᵢ(nᵢ−1)/[N(N−1)]. Im Vergleich zum Shannon-Index gewichtet Simpson häufige Arten stärker und reagiert weniger empfindlich auf seltene Arten.

Prüfungs-Blueprint

Gültigkeitsbereich

Gilt für Diversitäts- und Dominanzvergleiche von Gemeinschaften; die endliche Form D = Σ nᵢ(nᵢ−1)/[N(N−1)] ist bei kleinen Stichproben genauer.

Herleitung in Schritten

Die Wahrscheinlichkeit, zweimal dieselbe Art zu ziehen, ist die Summe der quadrierten Artenanteile.

  1. 1Berechne die relativen Häufigkeiten pᵢ = nᵢ/N jeder Art.
  2. 2Quadriere die Anteile und summiere sie zu D = Σ pᵢ²; die Diversität ist 1 − D.

Umstellen

Simpson-Diversitätsindex

Steigt mit der Vielfalt; 0 bei einer Art, nahe 1 bei vielen gleich häufigen Arten.

Reziproker Simpson-Index

Gibt die effektive Artenzahl an; entspricht bei Gleichverteilung genau S.

Unverzerrte Form für Stichproben

Zieht ohne Zurücklegen; bei kleinen N genauer als die Anteilsform.

Aufgabenvariante

Drei Arten mit 10, 6, 4 Individuen (N = 20). Berechne D, 1 − D und 1/D.

p = 0,5; 0,3; 0,2. D = 0,25 + 0,09 + 0,04 = 0,38. Diversität 1 − D = 0,62, reziprok 1/0,38 = 2,63.

Vergleiche Gemeinschaft A (50, 50) mit B (90, 10), je N = 100. Welche ist diverser?

A: D = 0,5² + 0,5² = 0,50, also 1 − D = 0,50. B: D = 0,9² + 0,1² = 0,82, also 1 − D = 0,18. A ist deutlich diverser, B stark dominiert.

Typische Fehler

D (Dominanz) und 1 − D (Diversität) verwechseln.

Großes D heißt hohe Dominanz und geringe Vielfalt; die Diversität ist 1 − D.

Individuenzahlen statt Anteile quadrieren.

In D = Σ pᵢ² gehen die Anteile pᵢ = nᵢ/N ein, nicht die rohen Zahlen.

Anteils- und endliche Form für dieselbe Aufgabe mischen.

Man entscheidet sich für eine Form; die endliche Form nutzt nᵢ und N direkt.

Simpson und Shannon als identisch behandeln.

Simpson gewichtet häufige Arten stärker, Shannon reagiert empfindlicher auf seltene Arten.

Klausurkontext

  • Typisch in der Ökologie: Diversität zweier Standorte über 1 − D vergleichen und mit dem Shannon-Index kontrastieren.

Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.

Rechenbeispiel

Gemeinschaft mit 3 Arten, Individuen 10, 6, 4 → N = 20, also p = 0,5; 0,3; 0,2. D = 0,5² + 0,3² + 0,2² = 0,25 + 0,09 + 0,04 = 0,38. Der Diversitätsindex ist 1 − D = 0,62, der reziproke Simpson-Index 1/D = 1/0,38 = 2,63. Die endliche Form ergibt D = (10·9 + 6·5 + 4·3)/(20·19) = 132/380 = 0,347.

Anwendungsgebiete

Ökologie (Diversitätsvergleich, Dominanzstrukturen), Umweltmonitoring, Naturschutz, Vergleich gestörter und ungestörter Habitate

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Wie stellst du D = Σ pᵢ² nach Simpson-Diversitätsindex um?

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Welcher typische Fehler passiert bei D = Σ pᵢ²?

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Wissenschaftliche Quellen

Häufige Schreibweisen & Suchanfragen

D = sum p_i^2D=Σpi²Simpson-IndexSimpson Diversitätsindexsimpson index1-D Simpsonreziproker Simpson-IndexDominanzindex ÖkologieBiodiversität Simpson

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Weitere Biologie-Formeln

Häufige Fragen zu Simpson-Index (Dominanz und Diversität)

Wie berechnet man den Simpson-Index?+

Man bestimmt für jede Art ihre relative Häufigkeit pᵢ, also Individuenzahl der Art geteilt durch die Gesamtzahl. Dann quadriert man jeden Anteil und summiert die Quadrate zum Dominanzindex D = Σ pᵢ². Beispiel: drei Arten mit 10, 6 und 4 Individuen ergeben bei N = 20 die Anteile 0,5, 0,3 und 0,2, also D = 0,25 + 0,09 + 0,04 = 0,38. D ist die Wahrscheinlichkeit, zufällig zweimal dieselbe Art zu ziehen. Als Diversitätsmaß nutzt man meist 1 − D = 0,62 oder den reziproken Index 1/D = 2,63. Bei kleinen Stichproben verwendet man die genauere endliche Form D = Σ nᵢ(nᵢ−1)/[N(N−1)], die ohne Zurücklegen zieht. Für dieselben Daten ergibt sie D = 132/380 = 0,347.

Was ist der Unterschied zwischen D und 1 − D?+

Der reine Simpson-Index D = Σ pᵢ² misst die Dominanz: die Wahrscheinlichkeit, dass zwei zufällig gezogene Individuen zur selben Art gehören. Ein großes D bedeutet, dass wenige Arten die Gemeinschaft beherrschen, also geringe Vielfalt. Das ist wenig intuitiv, weil ein hoher Wert für niedrige Diversität steht. Deshalb bildet man meist den Simpson-Diversitätsindex 1 − D, auch Gini-Simpson-Index genannt. Er ist die Wahrscheinlichkeit, zwei verschiedene Arten zu ziehen, und steigt mit der Vielfalt: 0 bei nur einer Art, nahe 1 bei vielen gleich häufigen Arten. Beispiel: D = 0,38 bedeutet 1 − D = 0,62. Ein häufiger Fehler ist, D und 1 − D zu verwechseln und damit die Aussage umzukehren. Man sollte immer angeben, welche Form gemeint ist.

Was ist der reziproke Simpson-Index?+

Der reziproke Simpson-Index ist der Kehrwert der Dominanz, also 1/D. Sein großer Vorteil ist die anschauliche Deutung: Er gibt die effektive Artenzahl an, das heißt die Anzahl gleich häufiger Arten, die dieselbe Dominanz ergäbe. Beispiel: Bei D = 0,38 ist 1/D = 2,63, die Gemeinschaft verhält sich also wie etwa 2,6 gleich häufige Arten. Kämen S gleich häufige Arten vor, wäre 1/D genau gleich S, denn dann ist jedes pᵢ = 1/S und D = S·(1/S)² = 1/S. Der reziproke Index liegt daher immer zwischen 1 und der tatsächlichen Artenzahl. Er ist besonders nützlich, um Diversität über verschieden artenreiche Standorte zu vergleichen, weil seine Einheit „effektive Arten" leicht verständlich ist und lineare Vergleiche erlaubt.

Wann verwendet man die endliche Form des Simpson-Index?+

Die endliche oder unverzerrte Form D = Σ nᵢ(nᵢ−1)/[N(N−1)] verwendet man, wenn man eine Stichprobe aus einer Population zieht und die Individuenzahlen klein sind. Sie modelliert das Ziehen ohne Zurücklegen: Hat man ein Individuum einer Art gezogen, ist eines weniger von dieser Art übrig, was der Faktor (nᵢ − 1) und der Nenner N(N − 1) berücksichtigen. Bei großen Individuenzahlen nähert sich diese Form der einfachen Anteilsform D = Σ pᵢ² an, weil der Unterschied zwischen nᵢ und nᵢ − 1 dann vernachlässigbar wird. Für die Schule und grobe Vergleiche genügt meist die Anteilsform. Wissenschaftlich, besonders bei kleinen Stichproben, ist die endliche Form korrekter. Wichtig ist, innerhalb eines Vergleichs stets dieselbe Form zu verwenden, damit die Werte konsistent bleiben.

Warum reagiert der Simpson-Index weniger empfindlich auf seltene Arten?+

Der Simpson-Index quadriert die Artenanteile. Dadurch tragen häufige Arten mit großem pᵢ überproportional stark bei, während seltene Arten mit kleinem pᵢ nach dem Quadrieren fast verschwinden. Eine Art mit dem Anteil 0,5 liefert 0,25, eine seltene Art mit Anteil 0,02 nur 0,0004, also praktisch nichts. Deshalb bestimmen wenige dominante Arten den Wert, und das Hinzukommen oder Wegfallen seltener Arten ändert D kaum. Der Shannon-Index dagegen gewichtet über den Logarithmus seltene Arten deutlich stärker und reagiert empfindlicher auf sie. Welches Maß besser passt, hängt von der Fragestellung ab: Geht es um die Dominanzstruktur und häufige Arten, ist Simpson geeignet; sind seltene Arten ökologisch wichtig, etwa im Naturschutz, ist der Shannon-Index oder ein Vergleich beider Maße sinnvoller.

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Wie berechnet man mit Simpson-Index (Dominanz und Diversität)?

So gehst du eine typische Aufgabe zu Simpson-Index (Dominanz und Diversität) (D = Σ pᵢ²) Schritt für Schritt an:

  1. 1

    Aufgabe

    Drei Arten mit 10, 6, 4 Individuen (N = 20). Berechne D, 1 − D und 1/D.

    Rechenweg

    p = 0,5; 0,3; 0,2. D = 0,25 + 0,09 + 0,04 = 0,38. Diversität 1 − D = 0,62, reziprok 1/0,38 = 2,63.

  2. 2

    Aufgabe

    Vergleiche Gemeinschaft A (50, 50) mit B (90, 10), je N = 100. Welche ist diverser?

    Rechenweg

    A: D = 0,5² + 0,5² = 0,50, also 1 − D = 0,50. B: D = 0,9² + 0,1² = 0,82, also 1 − D = 0,18. A ist deutlich diverser, B stark dominiert.