Dein Lernbereich wird geladen
App wird gestartet …
Dein Lernbereich wird geladen
App wird gestartet …
Der Shannon-Index (Shannon-Wiener-Index) misst die Diversität einer Lebensgemeinschaft. Er berücksichtigt sowohl den Artenreichtum als auch die Gleichmäßigkeit (Evenness), mit der sich die Individuen auf die Arten verteilen.
Ansehen kostenlos · Karteikarten oder Multiple-Choice-Test · übernehmen ab Essential
Formel
H' und pi sind dimensionslos; pi = ni/N ist ein Anteil (0…1)
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| H' | Shannon-Diversitätsindex (Diversität der Gemeinschaft) | – |
| relative Häufigkeit der Art i, also ni/N | – | |
| Individuenzahl der Art i | Anzahl | |
| Gesamtzahl aller Individuen | Anzahl | |
| Artenzahl (species richness) | Anzahl |
H' = -\sum_{i=1}^{S} p_i \cdot \ln(p_i)Eigene schematische Darstellung von Quanta
Kostenlos mit Quanta-Konto. Dein Download bleibt nach der Registrierung bereit.
Claude Shannon entwickelte das Maß 1948 in der Informationstheorie; die Ökologie übernahm es als Diversitätsmaß. Meist wird der natürliche Logarithmus ln verwendet (Einheit „nats"), seltener log2 oder log10. H' ist null bei nur einer Art und wird maximal (), wenn alle Arten gleich häufig sind. Aus H' und Hmax berechnet man die Evenness '/ln S als Maß für die Gleichverteilung (0…1).
Gilt für Diversitätsvergleiche von Gemeinschaften, deren Arten und Individuenzahlen vollständig erfasst oder repräsentativ gestichprobt sind.
Jede Art trägt mit ihrem Informationsgehalt −ln(pi) bei, gewichtet mit ihrer Häufigkeit pi; die Summe misst die Ungewissheit, welche Art ein zufälliges Individuum hat.
Maximale Diversität
Wird erreicht, wenn alle S Arten gleich häufig sind.
Evenness (Gleichmäßigkeit)
Liegt zwischen 0 und 1; 1 bedeutet perfekte Gleichverteilung.
Drei Arten mit 10, 6, 4 Individuen . Berechne H' und die Evenness.
; 0,3; 0,2.
H' = −(0,5·ln0,,,2) = −(−0,347 − 0,361 − 0,322) = 1,030.
Hmax = ln3 = 1,099, also .
Vier Arten mit je 25 Individuen . Wie groß ist H'?
Alle .
H' = −4·(0,25·ln0,25) = −(ln0,25) = ln4 = 1,386 = Hmax, also maximale Diversität mit Evenness 1.
Absolute Individuenzahlen statt Anteile pi einsetzen.
In die Formel gehen die relativen Häufigkeiten pi = ni/N ein, nicht die rohen Zahlen.
Das Minuszeichen vergessen.
Da ln(pi) für pi < 1 negativ ist, macht das führende Minus H' positiv.
H'-Werte mit verschiedenen Logarithmen vergleichen.
Nur Werte mit derselben Basis (meist ln) sind vergleichbar.
H' allein als Gleichmäßigkeit deuten.
H' hängt auch von der Artenzahl ab; die Evenness '/ln S trennt beides.
Formelcluster
Verbindet Artenvielfalt, Wahrscheinlichkeit und Informationstheorie.
Gemeinschaft mit 3 Arten, Individuen 10, 6, , also ; 0,3; 0,2. . Maximal wäre , die Evenness ist also .
Ökologie (Vergleich der Artenvielfalt von Lebensräumen), Umweltmonitoring, Bewertung von Renaturierung und Störungen, Gewässergüte
Eine typische Aufgabe Schritt für Schritt: Shannon-Index (Biodiversität) (H' = −Σ pᵢ·ln(pᵢ)).
Aufgabe
Drei Arten mit 10, 6, 4 Individuen . Berechne H' und die Evenness.
Rechenweg
; 0,3; 0,2.
H' = −(0,5·ln0,,,2) = −(−0,347 − 0,361 − 0,322) = 1,030.
Hmax = ln3 = 1,099, also .
Aufgabe
Vier Arten mit je 25 Individuen . Wie groß ist H'?
Rechenweg
Alle .
H' = −4·(0,25·ln0,25) = −(ln0,25) = ln4 = 1,386 = Hmax, also maximale Diversität mit Evenness 1.
Zuerst bestimmt man für jede Art ihre relative Häufigkeit pi, also die Individuenzahl der Art geteilt durch die Gesamtzahl aller Individuen. Dann berechnet man für jede Art das Produkt pi·ln(pi), summiert diese Werte über alle Arten und kehrt am Ende das Vorzeichen um. Das führende Minus ist nötig, weil der Logarithmus von Zahlen unter 1 negativ ist. Beispiel: drei Arten mit 10, 6 und 4 Individuen ergeben bei die Anteile 0,5, 0,3 und 0,2. Dann ist H' = −(0,5·ln0,,,2) = −(−0,347 − 0,361 − 0,322) = 1,03. Je größer H', desto vielfältiger die Gemeinschaft. Wichtig ist, immer denselben Logarithmus zu verwenden, meist den natürlichen ln.
Ein hoher Shannon-Index zeigt eine große Diversität an. Er wird von zwei Faktoren getrieben: dem Artenreichtum, also wie viele Arten vorkommen, und der Evenness, also wie gleichmäßig sich die Individuen auf die Arten verteilen. Der Index ist genau dann maximal, wenn viele Arten vorkommen und alle etwa gleich häufig sind. Dominiert dagegen eine einzige Art stark, bleibt der Index niedrig, selbst wenn viele Arten vertreten sind. Ein niedriger Wert deutet also auf eine artenarme oder von wenigen Arten beherrschte Gemeinschaft hin. In der Praxis vergleicht man den Index zwischen Standorten oder über die Zeit, um Veränderungen der Artenvielfalt zu erkennen, etwa nach einer Störung oder Renaturierung. Absolute Werte sind nur bei gleicher Logarithmusbasis und ähnlicher Erfassung sinnvoll vergleichbar.
Die Evenness misst, wie gleichmäßig sich die Individuen auf die Arten verteilen, unabhängig davon, wie viele Arten es gibt. Sie ergibt sich aus dem Shannon-Index geteilt durch seinen Maximalwert: '/ln S, wobei S die Artenzahl ist. Der Maximalwert wird erreicht, wenn alle Arten gleich häufig sind. Die Evenness liegt zwischen 0 und 1: Ein Wert nahe 1 bedeutet, dass alle Arten ähnlich häufig vorkommen, ein Wert nahe 0, dass eine Art stark dominiert. Beispiel: Drei Arten mit den Anteilen 0,5, 0,3 und 0,2 haben H' = 1,03 und Hmax = ln3 = 1,099, also , eine recht gleichmäßige Verteilung. Die Evenness trennt so den Gleichverteilungsaspekt vom reinen Artenreichtum, den H' allein vermischt.
In der Ökologie ist der natürliche Logarithmus ln am gebräuchlichsten; die Einheit heißt dann „nats". Manche Quellen nutzen den Zweierlogarithmus log2, was Einheiten in „bits" liefert, oder den Zehnerlogarithmus log10. Die Wahl ändert nur den Zahlenwert, nicht die Aussage: Ein Umrechnungsfaktor überführt die Werte ineinander, denn . Entscheidend ist, dass man innerhalb eines Vergleichs stets dieselbe Basis verwendet, sonst sind die Werte nicht vergleichbar. Auch der Maximalwert hängt von der Basis ab: Bei ln ist , bei log2 wäre es log2 S. Für die Evenness kürzt sich die Basis heraus, weil man H' durch Hmax mit derselben Basis teilt, sodass die Evenness immer denselben Wert zwischen 0 und 1 ergibt. Prüfe daher vor jedem Vergleich, welche Basis verwendet wurde.
Beide messen Diversität, gewichten aber unterschiedlich. Der Shannon-Index H' = −Σ pi·ln(pi) stammt aus der Informationstheorie und reagiert vergleichsweise empfindlich auf seltene Arten, weil deren Informationsgehalt −ln(pi) groß ist. Der Simpson-Index D = Σ pi2 ist die Wahrscheinlichkeit, zweimal dieselbe Art zu ziehen, und betont häufige, dominante Arten stärker; seltene Arten beeinflussen ihn kaum. Als Diversitätsmaß nutzt man beim Simpson-Index meist 1 − D oder den Kehrwert , die mit der Vielfalt steigen, während D selbst die Dominanz misst. In der Praxis ergänzen sich beide: Der Shannon-Index eignet sich, wenn seltene Arten wichtig sind, der Simpson-Index, wenn es auf die Dominanzstruktur ankommt. Oft berechnet man beide, um ein vollständiges Bild der Diversität zu erhalten.
Quanta-Prüfungsset
Kuratiertes Prüfungsset für "Shannon-Index (Biodiversität)":
Frage (Vorderseite)
Welche Formel beschreibt Shannon-Index (Biodiversität)?
Antwort in deinem Set
Frage (Vorderseite)
Wie stellst du H' = −Σ pᵢ·ln(pᵢ) nach Maximale Diversität um?
Antwort in deinem Set
Frage (Vorderseite)
Welcher typische Fehler passiert bei H' = −Σ pᵢ·ln(pᵢ)?
Antwort in deinem Set
+ 8 weitere Karten: Einheiten, Variablen, Herleitung, Beispiel, Klausuraufgabe
Das Formelset enthält 11 Karten. Nach der Übernahme kannst du sie prüfen und lernen; deine Bewertungen bestimmen die weiteren Wiederholungen.
Die Liste nennt Fachquellen und weiterführende Literatur. Eine Seiten- oder Abschnittsnummer steht dabei, wenn sie Teil der Literaturangabe ist; es handelt sich nicht um wörtliche Zitate.
Erstelle ein kuratiertes FSRS-Prüfungsset für H' = −Σ pᵢ·ln(pᵢ): Formelabruf, Variablen, Herleitung, Umstellung, Beispiel, typische Fehler und Klausurkontext.
Kuratiertes Formelset · LaTeX · FSRS Spaced Repetition · übernehmen ab Essential