Welche Auslenkung in der Formel steht
Schon während des Spannens wächst die benötigte Haltekraft. Deshalb ist die verrichtete Arbeit kleiner als Endkraft mal Gesamtweg: Die größte Kraft wirkt erst am Ende. Eine Kraft-Weg-Zeichnung zeigt diesen Unterschied unmittelbar. Beginnt die Feder unbelastet und bleibt sie linear, ist die Fläche ein Dreieck; bei vorhandener Vorspannung kommt eine zusätzliche rechteckige Fläche hinzu.[1]
D ist die konstante Federsteifigkeit in N/m, häufig auch k genannt. s ist die signierte Längenänderung relativ zur kraftfreien natürlichen Länge. Bei einer idealen Feder mit gleichem linearem Verhalten in Zug und Druck liefern +s und −s dieselbe gespeicherte Energie. Die Federkraft auf den beweglichen Körper lautet dagegen und hat ein Richtungszeichen.[1]
C legt das Energienullniveau fest; Kräfte und Energiedifferenzen ändern sich dadurch nicht.
„Ruhelage“ ist ohne Zusatz mehrdeutig. Eine senkrecht belastete Feder kann ruhen, obwohl sie gedehnt ist. Ihre Federenergie ist dann nicht null, wenn das Nullniveau an der natürlichen Länge liegt. Die Auslenkung um das belastete Gleichgewicht ist eine andere Koordinate; für sie muss die gesamte potentielle Energie einschließlich der Gewichtskraft betrachtet werden.[3]
Den Faktor ein Halb durch Arbeit begründen
Spanne die ideale Feder langsam von aus, sodass die kinetische Energie unverändert bleibt und keine Verluste auftreten. Die äußere Kraft gleicht dann die Federkraft aus: . Die zugeführte mechanische Arbeit ist das Integral dieser veränderlichen Kraft. Der Mittelwert entlang des Weges beträgt bei einer Geraden durch den Ursprung nur die halbe Endkraft.[2]
Geometrisch ist dies eine Dreiecksfläche im äußeren Kraft-Auslenkungs-Diagramm.
Die Arbeit der Feder hat das entgegengesetzte Vorzeichen zur Änderung ihrer potentiellen Energie.
Entspannt sich die Feder von s1 > 0 auf null, sinkt ihre Energie und ihre Arbeit am Körper ist positiv. Wird sie weiter gespannt, steigt ihre Energie und ihre Arbeit ist negativ. Bei schnellem Spannen kann äußere Arbeit zusätzlich Bewegungsenergie erzeugen; sie ist dann nicht automatisch ausschließlich die Federenergiezunahme.
Quadrate, Umstellungen und sichere Einheiten
Die Umstellungen setzen das Nullniveau C = 0 und D > 0 voraus; für D wird s ≠ 0 benötigt.
Energie bestimmt aus dieser Gleichung nur |s|, nicht Zug oder Druck. 12 cm werden vor dem Quadrieren 0,12 m. Eine Steifigkeit von 2 N/mm entspricht 2000 N/m. Beim Umrechnen von Zentimetern bleibt der quadratische Faktor entscheidend: 10 cm ist 0,1 m, nicht 10 m.
Eigener Zahlencheck: Für sind bei 0,20 J gespeichert und bei 1,80 J. Die Zunahme beträgt 1,60 J. Das Quadrat der Änderung ergäbe und ist falsch für diese beiden Zustände.
Bei U = 0 und D > 0 ist s = 0. Aus U = 0 und s = 0 lässt sich D dagegen nicht bestimmen: Jede positive Steifigkeit passt. Eine positive Energie bei s = 0 widerspricht dem gewählten Nullniveau. Negative U-Werte sind bei diesem Nullniveau im idealen linearen Modell ausgeschlossen.[1]
Beispiel: Bereits vorgespannte Feder
Zusätzliche Energie oberhalb einer Vorspannung
- Gegeben
- D = 300 N/m, Anfangsdehnung s0 = 0,05 m, zusätzliche Dehnung q = 0,03 m. Ideale lineare Feder, quasistatisches Spannen.
- Gesucht
- Bestimme die Energiezunahme und die äußere Spannarbeit.
Ansatz: Die Feder ist anfangs bereits gedehnt. Für zusätzliche quasistatische Spannarbeit müssen deshalb End- und Anfangsenergie der gleichen linearen Feder subtrahiert werden.
Anfangs- und Enddehnung beziehen sich auf dieselbe natürliche Länge.
Energie beider Zustände getrennt berechnen.
Die Differenz bestimmen, nicht nur die zusätzliche Dehnung quadrieren.
Ergebnis: Zusätzliche Federenergie und quasistatische äußere Arbeit sind +0,585 J; die Feder verrichtet −0,585 J Arbeit.
Kontrolle: Die Kräfte wachsen von 15 N auf 24 N. Trapezfläche: ½(15+24)·0,03 = 0,585 J. Der falsche Ansatz ½Dq2 ergäbe nur 0,135 J.
Die zusätzliche Arbeit ist ein Trapez
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Beispiel: Energie wird zu Bewegung
Die kinetische Energie beschreibt hier die reine Translation des Wagens. Das folgende Beispiel setzt deshalb eine horizontale reibungsfreie Bahn und eine masselose Feder voraus.[3]
Horizontaler Wagen ohne Verluste
- Gegeben
- m = 0,50 kg, D = 200 N/m, Start aus Ruhe bei s = +0,10 m; masselose ideale Feder, reibungsfreie horizontale Bahn.
- Gesucht
- Bestimme den Geschwindigkeitsbetrag beim Erreichen der natürlichen Länge.
Ansatz: Der Wagen startet aus Ruhe, und beim Erreichen der natürlichen Länge ist die ideale Federenergie null. Ohne Reibung geht die anfängliche Spannenergie vollständig in Bewegungsenergie über.
Anfangsenergie nur in der gedehnten Feder berechnen.
Am natürlichen Nullpunkt ist U = 0; die Energie steckt in Translation.
Die vorgegebene Masse einsetzen.
Ergebnis: Der Geschwindigkeitsbetrag ist 2,00 m/s. Bei s nach rechts positiv bewegt sich der Wagen beim ersten Nulldurchgang nach links.
Kontrolle: Kinetische Kontrolle: ½·0,50·22 = 1 J. Die Energie legt den Betrag fest, die Bewegungsrichtung folgt aus dem Anfangszustand und der rückstellenden Kraft.
Vorspannung und belastetes Gleichgewicht unterscheiden
Bei zusätzlicher Dehnung q einer vorgedehnten Feder bleibt der lineare Term Ds0q erhalten.
Für eine senkrechte Feder sei s nach unten positiv. Dann ist und das statische Gleichgewicht . Mit lässt sich die gesamte potentielle Energie als plus Konstante schreiben. Der lineare Anteil der Federenergie wird hierbei durch den linearen Gravitationsanteil aufgehoben; in der Federenergie allein verschwindet er nicht.[3]
Die Konstante C1 unterscheidet sich vom ursprünglich gewählten Energienullniveau.
Eine Spannungsvorrichtung mit eigener konstanter Anfangszugkraft kann eine Kennlinie haben. Die zugeführte Energie relativ zu beträgt dann . Lege die konkrete Kennlinie und den erlaubten Wegbereich offen; „vorspannt“ ist kein ausreichender Grund, beliebig die Nullpunktformel zu verwenden.
Linearität, Rückgewinnung und Verluste
Elastisch heißt nicht automatisch linear. Bei einer konservativen nichtlinearen Feder wird Energie durch das Integral der tatsächlichen Kraftkennlinie bestimmt. Außerhalb des linearen Bereichs darfst du D nicht als denselben konstanten Faktor verwenden. Ob die gespeicherte Energie größer oder kleiner als ½Ds2 ist, hängt von der Kennlinie ab; es gibt keine allgemeine Richtung dieser Abweichung.
Hysterese, innere Reibung und plastische Verformung können dafür sorgen, dass beim Entladen weniger Arbeit zurückgewonnen wird als beim Spannen zugeführt wurde. Eine Dämpfungskraft ist kein zusätzlicher Teil der idealen gespeicherten Federenergie. Bei schweren Federn, rotierenden Anbauteilen oder Reibung verteilt sich Energie außerdem auf weitere Anteile; allein reicht dann nicht.[2][3]
Fünf Aufgaben mit Lösungen
Einsetzen und Rechnen · Einstieg
D = 150 N/m und s = −0,08 m, Nullniveau bei natürlicher Länge. Bestimme U und Fs.
Hinweis anzeigen
Das Quadrat macht Energie positiv; Kraft bleibt gerichtet.
Lernziel: Federkraft und Energie bei negativer Auslenkung unterscheiden.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Die Auslenkung ist gegenüber der natürlichen Länge vorzeichenbehaftet.
Für die Energie wird sie quadriert, für die Federkraft bleibt ihr Vorzeichen mit dem rückstellenden Minuszeichen erhalten.
Ergebnis: 0,48 J und +12 N.
Kontrolle: Die Kraft zeigt bei negativer Auslenkung in positive Richtung zurück; die Energie ist gleich groß wie bei +0,08 m.
Einsetzen und Rechnen · Anwenden
Eine lineare Feder D = 100 N/m wird von 0,10 m auf 0,20 m weiter gespannt. Welche Energie kommt hinzu?
Hinweis anzeigen
Differenz der Quadrate, nicht Quadrat der Differenz.
Lernziel: Zusätzliche Energie bei Vorspannung bestimmen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Die Endenergie minus die Anfangsenergie berechnen.
Beide Auslenkungen beziehen sich auf die natürliche Länge; die vorhandene Vorspannung darf nicht verloren gehen.
Ergebnis: 1,50 J zusätzliche Energie.
Kontrolle: Die Haltekraft wächst von 10 auf 20 N. Ihre mittlere Kraft von 15 N wirkt über zusätzliche 0,10 m und verrichtet ebenfalls 1,50 J Arbeit.
Umstellen · Anwenden
D = 80 N/m speichert 0,64 J bei Nullniveau an der natürlichen Länge. Welcher Auslenkungsbetrag passt?
Hinweis anzeigen
Wurzel ziehen; die Richtung folgt nicht aus der Energie.
Lernziel: Auslenkungsbetrag aus Energie bestimmen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Die Energiegleichung nach dem Auslenkungsbetrag auflösen.
Die positive Wurzel liefert nur den Betrag, nicht die Richtung.
Ergebnis: ungefähr 0,1265 m oder 12,65 cm.
Kontrolle: Ohne vorzeitiges Runden ergibt das Einsetzen wieder 0,64 J. Im idealen Modell passen positive und negative Auslenkung; ob eine reale Feder auch so weit gestaucht werden kann, ist gesondert zu prüfen.
Interpretieren · Anwenden
Eine ideale lineare Feder mit D=200 N/m ist entweder um +3 cm gedehnt oder um −3 cm gestaucht, Nullenergie bei natürlicher Länge. Vergleiche die Energien und die signierten Federkräfte; positive Richtung ist Dehnung.
Hinweis anzeigen
Energie ist quadratisch, Federkraft linear mit Minuszeichen.
Lernziel: Energiesymmetrie und Kraftantisymmetrie erklären.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Gleiche Auslenkungsbeträge haben dasselbe Quadrat, daher jeweils 0,09 J Energie.
Die Federkräfte sind dagegen −6 N bei Dehnung und +6 N bei Stauchung.
Beide wirken zur natürlichen Länge zurück.
Die Energieparabel hat bei entgegengesetzten Auslenkungen dieselbe Höhe.
Ihre negative Steigung und damit die Federkraft haben dort entgegengesetzte Vorzeichen.
Fehleranalyse · Anwenden
Eine kraftfreie ideale Feder mit D=100 N/m wird quasistatisch bis 0,10 m gedehnt. Jemand multipliziert die Endkraft 10 N mit dem Weg und nennt 1 J die gespeicherte Energie. Korrigiere anhand der Kraft-Weg-Fläche.
Hinweis anzeigen
Die Kraft startet bei null und steigt linear.
Lernziel: Endkraft mal Weg als Federarbeit korrigieren.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Die Fläche unter der äußeren Kraft ist ein Dreieck, kein Rechteck mit Endkraft über dem ganzen Weg.
Mittlere Kraft 5 N über 0,10 m ergibt 0,5 J.
Das stimmt mit der quadratischen Energieform.
Der falsche Wert ist doppelt so groß, weil die Endkraft während der vorausgehenden Bewegung noch nicht anlag.
Das Wichtigste im Überblick
Die Federenergie wächst mit dem Quadrat der Auslenkung. Für eine zusätzliche Dehnung brauchst du die Differenz der Energien an beiden Endpunkten; die Differenz der Auslenkungen allein darf nicht quadriert werden. Im quasistatischen verlustfreien Modell entspricht diese Zunahme der von außen verrichteten Arbeit.
Belege zu dieser Erklärung
Quanta · Bearbeitet 2. Oktober 2026
- OpenStax, University Physics 1 §8.1: Potential Energy of a System
- OpenStax, University Physics 1 §7.1: Work
- OpenStax, University Physics 1 §15.2: Energy in Simple Harmonic Motion
Redaktion: Quanta Study Redaktion
Prüfumfang
Diese Erklärung, 2 Rechenbeispiele und 5 Aufgaben liegen auf Deutsch und Englisch vor. Aufbau, Quellenzuordnung und mathematische Darstellung werden automatisiert geprüft. Rechnungen, Modellvoraussetzungen und beide Sprachfassungen erhalten eine gesonderte KI-Gegenprüfung.
Für einen früheren veröffentlichten Stand dieser Seite ist eine interne menschliche Fachprüfung dokumentiert. Diese Bestätigung gilt nicht automatisch für die überarbeitete Erklärung und die neuen Aufgaben.
Eine unabhängige, namentliche menschliche Fachprüfung ist noch nicht dokumentiert. Unsere Aufgabenzahlen sind Rechenbeispiele und keine Messdaten der zitierten Quellen.
Redaktion, Quellen und VorgehenÄnderungsverlauf
- Nullfälle der Energieumstellung erklärt und mechanische Arbeit sowie Bewegungsenergie im Kontext verknüpft; bestehende Rechnungen und Grafik erhalten.
- Zwei Aufgaben ergänzt; die fünf Aufgaben nach Aufgabentyp, Schwierigkeit und Lernziel gegliedert.
- Lernzugang und Lösungswege überarbeitet; Modellannahmen und Zahlen unabhängig mit Primärquellen abgeglichen.
Diese Nachschlageseite zitieren
Quanta. Spannenergie einer Feder. Stand 2. Oktober 2026. https://quanta-study.de/tafelwerk/spannenergie-feder
Bei einer konkreten fachlichen Aussage zusätzlich die dort verknüpfte Fachquelle nennen.