Physik · Mechanik

Zentripetalkraft (Kreisbewegung)

Die Zentripetalkraft hält einen Körper auf seiner Kreisbahn — sie zeigt stets zum Mittelpunkt und wächst quadratisch mit der Bahngeschwindigkeit.

FortgeschrittenPrüfungsrelevant

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Formel

LaTeX: F_z = \frac{m \cdot v^2}{r}
F_z in Newton [N] · m in kg · v in m/s · r in Metern [m]
Schema: Ein Körper der Masse m läuft auf einer Kreisbahn mit Radius r; die Geschwindigkeit v zeigt tangential, die Kraft F_z entlang des Radius zum Mittelpunkt.rmvFz
Die Zentripetalkraft F_z zeigt stets zum Mittelpunkt, senkrecht zur Bahngeschwindigkeit v.

Variablen & Einheiten – Zentripetalkraft (Kreisbewegung)

SymbolBedeutungEinheit
F_zZentripetalkraft (zum Mittelpunkt gerichtet)N
mMasse des Körperskg
vBahngeschwindigkeitm/s
rRadius der Kreisbahnm

Herleitung & Hintergrund – Zentripetalkraft (Kreisbewegung)

Eine Kreisbewegung ist beschleunigt, obwohl der Geschwindigkeitsbetrag konstant bleibt: Die Richtung ändert sich ständig. Die Zentripetalbeschleunigung a_z = v²/r liefert mit F = m·a die Formel. Mit der Winkelgeschwindigkeit ω = v/r gilt auch F_z = m·ω²·r. Die "Zentrifugalkraft" ist nur eine Scheinkraft im mitrotierenden Bezugssystem.

Prüfungs-Blueprint

Gültigkeitsbereich

Gilt für gleichförmige Kreisbewegung mit konstantem Geschwindigkeitsbetrag. Die Zentripetalkraft ist keine eigene Kraftart — sie muss von realen Kräften wie Seilkraft, Reibung oder Gravitation aufgebracht werden.

Herleitung in Schritten

Auch bei konstantem Tempo ändert sich die Richtung — diese Richtungsänderung ist eine Beschleunigung zum Mittelpunkt.

  1. 1Geometrisch folgt für die Zentripetalbeschleunigung a_z = v²/r.
  2. 2Mit F = m·a ergibt sich F_z = m·v²/r.

Umstellen

Bahngeschwindigkeit aus der Kraft

So bestimmst du die maximale Kurvengeschwindigkeit aus der Haftreibung.

Form mit Winkelgeschwindigkeit

Mit ω = 2π/T praktisch, wenn Umlaufzeit oder Drehzahl gegeben sind.

Radius aus Kraft und Geschwindigkeit

Kleinere Kraft bei gleichem Tempo bedeutet größeren Kurvenradius.

Aufgabenvariante

Ein Ball (0,2 kg) kreist an einer Schnur (r = 0,4 m), die maximal 8 N hält. Bestimme v_max.

v = √(F·r/m) = √(8·0,4/0,2) = √16 = 4 m/s.

Eine Person (50 kg) sitzt im Karussell bei r = 5 m und ω = 1,2 rad/s. Bestimme F_z.

F_z = m·ω²·r = 50 × 1,44 × 5 = 360 N.

Typische Fehler

Die Zentripetalkraft als zusätzliche Kraft ins Freikörperbild einzeichnen.

Sie ist die Resultierende der realen Kräfte in Richtung Mittelpunkt.

Zentripetal- und Zentrifugalkraft verwechseln.

Die Zentrifugalkraft ist eine Scheinkraft im mitrotierenden System — im Inertialsystem existiert nur F_z nach innen.

v nicht quadrieren.

F_z wächst quadratisch: doppeltes Tempo braucht vierfache Kraft.

Klausurkontext

  • Klassiker: Kurvenfahrt mit Haftreibung, Looping (Mindestgeschwindigkeit), Satellit — dort liefert die Gravitation die Zentripetalkraft.

Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.

Rechenbeispiel

Ein Körper (m = 0,5 kg) kreist mit v = 4 m/s auf einer Bahn mit r = 2 m: F_z = 0,5 × 4² / 2 = 4 N.

Anwendungsgebiete

Kurvenfahrt und Kurvenüberhöhung, Satellitenbahnen, Zentrifugen, Kettenkarussell, Teilchenbeschleuniger

Quanta-Prüfungsset

Kuratiertes Prüfungsset für "Zentripetalkraft (Kreisbewegung)":

Frage (Vorderseite)

Welche Formel beschreibt Zentripetalkraft (Kreisbewegung)?

Antwort in deinem Set

Frage (Vorderseite)

Wie stellst du Fz = m·v²/r nach Bahngeschwindigkeit aus der Kraft um?

Antwort in deinem Set

Frage (Vorderseite)

Welcher typische Fehler passiert bei Fz = m·v²/r?

Antwort in deinem Set

+ 7 weitere Karten: Einheiten, Variablen, Herleitung, Beispiel, Klausuraufgabe

Diese 10 Karten sind fertig kuratiert. Ein Klick, und sie liegen in deinem Lernstapel, FSRS plant die Wiederholungen bis zur Klausur.

Wissenschaftliche Quellen

Häufige Schreibweisen & Suchanfragen

F=m*v^2/rFz=mv²/rF = m ω² rZentripetalkraft FormelRadialkraft berechnenKreisbewegung Formelcentripetal force formulaZentrifugalkraft Formel

Verwandte Formeln

Weitere Physik-Formeln

Häufige Fragen zu Zentripetalkraft (Kreisbewegung)

Wie berechnet man die Zentripetalkraft?+

Setze Masse, Bahngeschwindigkeit und Radius in F_z = m·v²/r ein. Beispiel: Ein Körper von 0,5 kg kreist mit 4 m/s auf einem Radius von 2 m: F_z = 0,5 × 16 / 2 = 4 N. Beachte, dass v quadriert wird — doppeltes Tempo verlangt die vierfache Kraft. Ist statt der Geschwindigkeit die Umlaufzeit T oder die Drehzahl gegeben, nutzt du die Form F_z = m·ω²·r mit ω = 2π/T. Die Kraft zeigt immer zum Mittelpunkt der Kreisbahn. Prüfe die Einheiten: Masse in kg, Geschwindigkeit in m/s, Radius in m, dann kommt die Kraft in Newton heraus.

Was ist der Unterschied zwischen Zentripetal- und Zentrifugalkraft?+

Die Zentripetalkraft ist die reale, nach innen gerichtete Kraft, die einen Körper auf der Kreisbahn hält — aufgebracht etwa durch Seilspannung, Reibung oder Gravitation. Die Zentrifugalkraft ist dagegen eine Scheinkraft: Sie existiert nur für Beobachter, die sich mitdrehen, und beschreibt deren Empfinden, nach außen gedrückt zu werden. Physikalisch passiert im ruhenden Bezugssystem etwas anderes: Der Körper "will" geradeaus weiterfliegen (Trägheit), und die Zentripetalkraft zwingt ihn ständig auf die Kurve. Reißt das Seil, fliegt der Körper nicht radial nach außen, sondern tangential geradeaus weiter — das ist der klassische Test, ob man das Konzept verstanden hat. In Freikörperbildern taucht nur die Zentripetalkraft (bzw. ihre realen Verursacher) auf.

Welche Kraft liefert die Zentripetalkraft in typischen Situationen?+

Die Zentripetalkraft ist keine eigene Naturkraft, sondern eine Rollenbezeichnung — irgendeine reale Kraft muss sie stellen. Beim Hammerwerfer ist es die Seilspannung, bei der Kurvenfahrt die Haftreibung zwischen Reifen und Straße, beim Satelliten die Gravitation, beim Elektron im Magnetfeld die Lorentzkraft, in der Steilkurve die Normalkraftkomponente. Genau diese Zuordnung ist der Kern vieler Aufgaben: Du setzt die verfügbare reale Kraft mit m·v²/r gleich. Beispiel Kurvenfahrt: Haftreibung µ·m·g = m·v²/r liefert die maximale Kurvengeschwindigkeit v = √(µ·g·r) — unabhängig von der Masse. Reicht die reale Kraft nicht aus, verlässt der Körper die Kreisbahn nach außen (das Auto rutscht geradeaus).

Wie rechnet man mit Umlaufzeit oder Drehzahl statt Geschwindigkeit?+

Über die Winkelgeschwindigkeit ω. Sie hängt mit der Umlaufzeit T über ω = 2π/T und mit der Drehzahl n über ω = 2π·n zusammen; die Bahngeschwindigkeit ist v = ω·r. Damit wird die Zentripetalkraft F_z = m·ω²·r. Beispiel Karussell: Eine Person (50 kg) sitzt bei r = 5 m, das Karussell dreht mit ω = 1,2 rad/s: F_z = 50 × 1,44 × 5 = 360 N. Diese Form zeigt eine wichtige Besonderheit: Bei fester Winkelgeschwindigkeit wächst die Kraft linear mit dem Radius — außen sitzt man "härter" im Karussell. Bei fester Bahngeschwindigkeit ist es umgekehrt: F_z = mv²/r sinkt mit größerem Radius. Welche Form du wählst, entscheiden die gegebenen Größen.

Warum ist eine Kreisbewegung beschleunigt, obwohl das Tempo konstant bleibt?+

Weil Beschleunigung jede Änderung des Geschwindigkeitsvektors bedeutet — und dazu gehört auch die Richtung. Auf der Kreisbahn dreht sich die Bewegungsrichtung ununterbrochen, selbst wenn der Tacho konstant bleibt. Diese Richtungsänderung ist die Zentripetalbeschleunigung a_z = v²/r, die stets zum Mittelpunkt zeigt. Ohne sie gäbe es keine Kurve: Nach dem ersten Newtonschen Gesetz fliegt ein kräftefreier Körper geradeaus. Spürbar wird das im Auto: In einer engen Kurve bei 50 km/h (13,9 m/s) und r = 30 m beträgt a_z = 13,9²/30 ≈ 6,4 m/s² — etwa zwei Drittel der Erdbeschleunigung, du wirst deutlich zur Seite gezogen. Merksatz: Konstanter Geschwindigkeitsbetrag heißt nicht konstante Geschwindigkeit.

Zentripetalkraft (Kreisbewegung) prüfungssicher behalten

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Wie berechnet man mit Zentripetalkraft (Kreisbewegung)?

So gehst du eine typische Aufgabe zu Zentripetalkraft (Kreisbewegung) (Fz = m·v²/r) Schritt für Schritt an:

  1. 1

    Aufgabe

    Ein Ball (0,2 kg) kreist an einer Schnur (r = 0,4 m), die maximal 8 N hält. Bestimme v_max.

    Rechenweg

    v = √(F·r/m) = √(8·0,4/0,2) = √16 = 4 m/s.

  2. 2

    Aufgabe

    Eine Person (50 kg) sitzt im Karussell bei r = 5 m und ω = 1,2 rad/s. Bestimme F_z.

    Rechenweg

    F_z = m·ω²·r = 50 × 1,44 × 5 = 360 N.