Die Feder zieht zurück; die Masse bewegt sich weiter
Ziehst du eine Masse aus ihrer Gleichgewichtslage und lässt sie los, beschleunigt die Feder sie zurück. An der Gleichgewichtslage verschwindet die resultierende Kraft, aber die Masse besitzt dort Geschwindigkeit und bewegt sich weiter. Deshalb wiederholt sich die Bewegung. Ein ideal lineares Kraftgesetz macht diesen Verlauf sinusförmig.[1]
Du brauchst die Federkonstante, Newtons Kraftgesetz und die Unterscheidung zwischen momentanem Abstand und größtem Abstand. Wir messen die Auslenkung von der Gleichgewichtslage. Bei einer senkrechten Feder ist das nicht die unbelastete Federposition: Die Gewichtskraft verschiebt zuerst den Ruhepunkt.[1]
Welche Gleichgewichtslage und welcher lineare Bereich zählen?
Ein Körper mit konstanter Masse m bewegt sich entlang einer festen Achse. bezeichnet seine stabile Gleichgewichtslage. Die resultierende rückstellende Kraft soll −kx sein, mit ; das Minuszeichen bedeutet, dass die Kraft gegen die Auslenkung gerichtet ist. Reibung, externe periodische Kräfte und die eigene Trägheit der Feder werden zunächst vernachlässigt. x ist eine gerichtete Koordinate, während die Amplitude A ein nichtnegativer Abstand vom Gleichgewicht ist. Innerhalb dieses idealen linearen, ungedämpften Modells hängt die Periode nicht von der Amplitude ab; große Auslenkungen dürfen nicht über den linearen Federbereich hinaus verallgemeinert werden.[1]
Für eine senkrechte Feder sei y die Dehnung nach unten gegenüber der unbelasteten Länge. Die resultierende Kraft ist ; im Gleichgewicht gilt . Mit wird daraus . Die Gewichtskraft verschiebt somit den Ruhepunkt. Bei konstanten m und k bleibt die ideale Eigenperiode gleich. Ändert die Feder ihre Steifigkeit mit der Vorlast, muss dieser zusätzliche Effekt gesondert beschrieben werden.
Ein konstanter Wechsel des Ortsnullpunkts ändert die Beschleunigung nicht.
Wie berechnet und begründet man die Schwingungsdauer des Federpendels?
Für eine konstante wirksame Masse und lineare Federkonstante gilt im ungedämpften Modell . Manche Aufgaben nennen die Federkonstante statt . Das Hookesche Gesetz liefert die lineare Rückstellkraft; Newtons Bewegungsgleichung führt zur Periode.[1]
Newton liefert . Die Beschleunigung ist also proportional zu x und entgegengesetzt gerichtet. Eine Kosinusfunktion besitzt genau diese Eigenschaft: Zweimaliges Ableiten von ergibt . Beim Einsetzen muss gelten. Dieser Vergleich begründet die Eigenkreisfrequenz innerhalb des linearen Modells; er ist kein Nachweis, dass jede reale Feder linear arbeitet.
φ legt die Anfangsphase fest und muss zu den Anfangsbedingungen passen.
Eine volle Periode führt zu derselben Position und derselben Bewegungsrichtung.
Die allgemeine Lösung kann auch als geschrieben werden. Damit sind Anfangsort und Anfangsgeschwindigkeit getrennt sichtbar. Die Amplitude ist ; nur bei liegt der Start am Umkehrpunkt und . Ein beliebiger Anfangsort ist deshalb nicht automatisch die Amplitude.
Wo sind Geschwindigkeit, Beschleunigung und Energie maximal?
vmax ist ein Betrag; das Vorzeichen der Geschwindigkeit hängt vom Zeitpunkt ab.
Die Schwingungsenergie verwendet die potentielle Energie relativ zur Gleichgewichtslage.[2]
An Umkehrpunkten ist ; die Schwingungsenergie liegt dann im wirksamen Potential. Beim Durchgang durch ist die kinetische Energie maximal. Eine waagerechte unbelastete Feder ist dort entspannt, eine senkrechte Feder weiterhin um gedehnt. Bei dieser gleichen Lage heben sich die linearen Anteile der Feder- und Gravitationsenergie auf. Relativ zum Gleichgewicht bleibt das Potential . Die Aussage „ganz kinetisch“ betrifft diesen veränderlichen Schwingungsanteil, nicht jede absolute Energie der vorgedehnten Feder. Die Spannenergie einer Feder bezieht sich dagegen auf ihre tatsächliche Dehnung gegenüber der unbelasteten Länge. Gerade bei einer senkrechten Feder muss dieser Bezug von der Schwingungsenergie relativ zum Gleichgewicht getrennt bleiben.
Eine volle Periode beginnt am Umkehrpunkt
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Wie hängen Periode, Frequenz, Kreisfrequenz und Masse zusammen?
Masse in kg, Steifigkeit in N/m und Periode in s einsetzen.
, deshalb hat die Wurzel die Einheit Sekunde. Vierfache Masse verdoppelt T; vierfache Steifigkeit halbiert T. Die Amplitude steht nicht in der Periodenformel, wächst aber in vmax linear und in Eosc quadratisch. Verdoppelte Amplitude liefert bei gleicher Periode doppelte maximale Geschwindigkeit und vierfache Schwingungsenergie, sofern die Feder im selben linearen Bereich bleibt. Die Frequenz zählt Schwingungen pro Sekunde in Hertz; die Kreisfrequenz wird in Radiant pro Sekunde angegeben. Beim Fadenpendel gilt eine andere Modellabhängigkeit: Im Kleinwinkelmodell hängt seine Periode von Länge und Ortsfaktor ab, nicht von der Pendelmasse.[5]
Beispiel: vollständiger Bewegungszustand
Ein horizontaler Schwinger wird aus der Ruhe losgelassen
- Gegeben
- m = 0,360 kg, k = 144 N/m, x0 = +25,0 mm, . Ideales Modell.
- Gesucht
- Periode, maximale Geschwindigkeit und Zustand nach .
Ansatz: Aus Ruhe starten: Der Anfangsort ist der positive Umkehrpunkt der freien Bewegung.
Die gegebenen Werte mit passenden Einheiten einsetzen.
Periode und Geschwindigkeitsbetrag berechnen.
Bei ist die Phase ; die Bewegung geht zurück zum Gleichgewicht.
Aus und die weiteren Werte bestimmen.
Ergebnis: T ≈ 0,314 s, vmax = 0,500 m/s; bei T/8 x ≈ +17,68 mm und v ≈ −0,354 m/s.
Kontrolle: Bei sind und jeweils ; die Summe bleibt . Das negative v bei positivem x passt zur Rückbewegung.
Wie bestimmt man die Federkonstante statisch und dynamisch?
Dynamische und statische Bestimmung vergleichen
- Gegeben
- Gesamte mitbewegte Last m = 0,480 kg; 20 volle Perioden dauern 7,54 s. Statische Dehnung y = 35,3 mm bei g = 9,81 m/s2. Leichte lineare Feder.
- Gesucht
- Beide k-Schätzwerte und ihre relative Abweichung.
Ansatz: Dynamische Periodenmessung und statisches Gleichgewicht liefern zwei getrennte Steifigkeitsschätzungen.
Die gegebenen Werte mit passenden Einheiten einsetzen.
Aus der Periodenformel nach k auflösen.
Das statische Gleichgewicht und dieselbe Last verwenden.
Ergebnis: Beide Wege liefern rund 133 N/m; statischer Wert etwa 0,050 % über dem dynamischen.
Kontrolle: Mit folgt , nahe 35,3 mm. Die Übereinstimmung ist eine Modellkontrolle; ohne Messunsicherheiten beweist sie keine Genauigkeit von 0,050 %. Hakenmasse und Halter gehören zur mitbewegten Last.
Was ändern Dämpfung und periodischer Antrieb?
Die Formel setzt eine lineare resultierende Rückstellkraft und eine wirksame konstante Masse voraus. Große Dehnung kann k verändern; Reibung oder Luftwiderstand lassen die Amplitude abnehmen. Eine schwere Feder speichert selbst Bewegungsenergie, sodass die angehängte Masse allein nicht das vollständige Trägheitsmodell bildet. Zusätzliche Federn müssen zu einer passenden effektiven Steifigkeit zusammengefasst werden; eine seitlich schwingende Aufhängung kann weitere Freiheitsgrade besitzen.
Bei viskoser Unterdämpfung ist die freie Kreisfrequenz , kleiner als . Starke Dämpfung kann freie Schwingungen ganz verhindern. Mit periodischem Antrieb folgt die eingeschwungene Bewegung der Antriebsfrequenz; ihre beobachtete Periode muss daher nicht die Eigenperiode sein. Fahrzeugfederungen oder Schwingungstilger brauchen solche Erweiterungen, auch wenn das Idealmodell einen ersten Vergleichsmaßstab liefert. Eine gedämpfte harmonische Schwingung erfordert daher das passende Dämpfungsmodell; eine antreibende Kraft ist eine zusätzliche Modellannahme.[3][4]
Wie findet man die Amplitude bei Start im Gleichgewicht mit Anschub?
Die Anfangsauslenkung kann null sein, obwohl die spätere Amplitude nicht null ist. Ein Anschub liefert dafür die Energie und den Sinusanteil der Anfangswertlösung.[1][2]
Start im Gleichgewicht mit einem Anschub
- Gegeben
- Ein ideales horizontales Federpendel hat m=0,25 kg und k=100 N/m. Zum Start gilt x0=0 und v0=+0,60 m/s. Reibung und Antrieb nach dem Start fehlen. x wird von der Gleichgewichtslage gemessen.
- Gesucht
- Amplitude, ersten positiven Umkehrzeitpunkt und Energie bestimmen.
Ansatz: Die allgemeine Anfangswertlösung enthält hier nur den Sinusanteil.
Der erste Umkehrpunkt liegt nach einer Viertelperiode.
Ergebnis: Obwohl die Anfangsauslenkung null ist, erreicht die Masse 3,00 cm Amplitude. Nach etwa 78,54 ms ist die Anfangsenergie vollständig in der Feder gespeichert.
Kontrolle: bestätigt die Energiebilanz. Ableiten liefert ; die Beschleunigung ist anfangs null und am positiven Umkehrpunkt negativ.
Fünf gelöste Aufgaben
Einsetzen und Rechnen · Einstieg
m = 0,20 kg, k = 50 N/m. Wie groß ist T?
Hinweis anzeigen
Zuerst bilden.
Lernziel: Die Schwingungsperiode aus Masse und Federsteifigkeit bestimmen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
.
Kontrolle: .
Einsetzen und Rechnen · Anwenden
, , . Bestimme A.
Hinweis anzeigen
Anfangsgeschwindigkeit ist nicht null; beide Beiträge verwenden.
Lernziel: Amplitude aus Anfangsauslenkung und Anfangsgeschwindigkeit rekonstruieren.
Lösung und Rechenweg anzeigen
.
Damit ist Die Amplitude ist größer als die Anfangsauslenkung.
Interpretieren · Anwenden
Die Masse wird verdoppelt, die Steifigkeit halbiert und die Amplitude verdoppelt. Wie ändern sich T und Eosc?
Hinweis anzeigen
T skaliert mit , Energie mit .
Lernziel: Perioden- und Energieskalierung bei gleichzeitig veränderten Parametern unterscheiden.
Lösung und Rechenweg anzeigen
.
.
Beide Aussagen gelten nur, wenn die linearen Modellannahmen erhalten bleiben.
Interpretieren · Anwenden
Ein ideales horizontales Federpendel hat k=80 N/m und m=0,50 kg. Beim zweimaligen Durchgang durch ist die Geschwindigkeit einmal positiv und einmal negativ. Vergleiche in diesen beiden Zuständen Federkraft, Beschleunigung und die Bewegungsrichtung. In welchem Zustand nimmt der Geschwindigkeitsbetrag gerade zu?
Hinweis anzeigen
Die Federkraft hängt von x ab, nicht vom Vorzeichen der Geschwindigkeit. Der Geschwindigkeitsbetrag nimmt zu, wenn Kraft und Geschwindigkeit gleichgerichtet sind.
Lernziel: Den momentanen Zustand aus Auslenkung und Geschwindigkeit deuten.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Aus der gegebenen Auslenkung zuerst die gerichtete Federkraft, daraus die Beschleunigung bestimmen.
Beide Zustände haben −1,6 N und −3,2 m/s2.
Positive Geschwindigkeit bedeutet Bewegung vom Gleichgewicht weg und momentanes Abbremsen.
Negative Geschwindigkeit bedeutet Bewegung zum Gleichgewicht hin und zunehmenden Geschwindigkeitsbetrag.
Kontrolle: Die Leistung ist im zweiten Zustand positiv, weil Kraft und Geschwindigkeit beide negativ sind.
Fehleranalyse · Anwenden
Eine Masse von 0,40 kg hängt an einer idealen vertikalen Feder mit k=100 N/m; g=10 m/s2, nach unten sei positiv. Sie ist momentan 5,0 cm unter der unbelasteten Federposition. Eine Lösung setzt . Korrigiere unter Berücksichtigung der Gewichtskraft. Wie weit liegt die Masse vom Gleichgewicht entfernt?
Hinweis anzeigen
Bestimme zuerst die statische Federverlängerung. Die Schwingungsgleichung verwendet die zusätzliche Auslenkung relativ zu diesem Gleichgewicht.
Lernziel: Beim vertikalen Pendel Auslenkung vom Gleichgewicht und Verlängerung der Feder trennen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Gewichtskraft und Federkraft am tatsächlichen Ort bilanzieren.
Die statische Verlängerung beträgt 4,0 cm; die Masse ist also 1,0 cm unterhalb des Gleichgewichts.
Die Gesamtkraft ist −1,0 N, entsprechend −2,5 m/s2.
Kontrolle: Direkt im Gleichgewicht müssten Feder- und Gewichtskraft einander ausgleichen; die fehlerhafte Rechnung würde dort weiterhin eine Beschleunigung liefern.
Kurz zusammengefasst
Wähle zuerst die Gleichgewichtslage. Die Steifigkeit und schwingende Masse bestimmen die Kreisfrequenz; Anfangsort und Anfangsgeschwindigkeit bestimmen Amplitude und Phase. Kraft null bedeutet nicht Geschwindigkeit null. Die erhaltene Schwingungsenergie wechselt zwischen Bewegung und elastischem Potential relativ zum Gleichgewicht.[1][2]
Belege zu dieser Erklärung
Quanta · Bearbeitet 1. Oktober 2026
- OpenStax University Physics 1 §15.1: Simple Harmonic Motion
- OpenStax University Physics 1 §15.2: Simple Harmonic Motion Energy
- OpenStax University Physics 1 §15.5: Damped Oscillations
- OpenStax University Physics 1 §15.6: Forced Oscillations
- OpenStax University Physics1 §15.4: Pendulums
Redaktion: Quanta Study Redaktion
Prüfumfang
Diese Erklärung, 3 Rechenbeispiele und 5 Aufgaben liegen auf Deutsch und Englisch vor. Aufbau, Quellenzuordnung und mathematische Darstellung werden automatisiert geprüft. Rechnungen, Modellvoraussetzungen und beide Sprachfassungen erhalten eine gesonderte KI-Gegenprüfung.
Für einen früheren veröffentlichten Stand dieser Seite ist eine interne menschliche Fachprüfung dokumentiert. Diese Bestätigung gilt nicht automatisch für die überarbeitete Erklärung und die neuen Aufgaben.
Eine unabhängige, namentliche menschliche Fachprüfung ist noch nicht dokumentiert. Unsere Aufgabenzahlen sind Rechenbeispiele und keine Messdaten der zitierten Quellen.
Redaktion, Quellen und VorgehenÄnderungsverlauf
- Periode, Frequenz, Gleichgewichtsbezug und Amplitudenbedingung direkt erläutert; vorhandene Mess- und Anschubbeispiele erschlossen und passende Feder-, Pendel- und Dämpfungsmodelle verlinkt.
- Gleichgewichtsbezug, Kraft und Bewegung zugänglicher erklärt; Anschub aus der Ruhelage und quantitative Periodengrafik ergänzt. Alte Bewegungs- und Messbeispiele sowie fünf Aufgaben erhalten.
- Zwei Aufgaben ergänzt; die fünf Aufgaben nach Aufgabentyp, Schwierigkeit und Lernziel gegliedert.
Diese Nachschlageseite zitieren
Quanta. Federpendel (Schwingungsdauer). Stand 1. Oktober 2026. https://quanta-study.de/tafelwerk/harmonische-schwingung-federpendel
Bei einer konkreten fachlichen Aussage zusätzlich die dort verknüpfte Fachquelle nennen.