Freier Fall
Der freie Fall ist die gleichmäßig beschleunigte Bewegung ohne Luftwiderstand: Die Fallhöhe wächst quadratisch mit der Fallzeit.
Kostenlos · keine Kreditkarte · in 2 Minuten in deinem Lernplan
Formel
h = \frac{1}{2} g t^2Variablen & Einheiten – Freier Fall
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| h | Fallhöhe (Fallstrecke) | m |
| g | Fallbeschleunigung (9,81 m/s²) | m/s² |
| t | Fallzeit | s |
Herleitung & Hintergrund – Freier Fall
Galilei erkannte: Ohne Luftwiderstand fallen alle Körper gleich schnell, unabhängig von ihrer Masse. Der Apollo-15-Astronaut David Scott bestätigte das 1971 auf dem Mond mit Hammer und Feder. Der freie Fall ist der Spezialfall der gleichmäßig beschleunigten Bewegung mit a = g und v₀ = 0; die Aufprallgeschwindigkeit ist v = g·t = √(2·g·h).
Prüfungs-Blueprint
Gültigkeitsbereich
Gilt ohne Luftwiderstand und für Fallhöhen, bei denen g als konstant gelten kann. Bei Fallschirmspringern oder Papier dominiert die Luftreibung — dann fällt der Körper nicht mehr frei.
Herleitung in Schritten
Der freie Fall ist der Spezialfall der gleichmäßig beschleunigten Bewegung mit a = g und v₀ = 0.
- 1Weg-Zeit-Gesetz: s = ½at² + v₀t.
- 2Mit a = g, v₀ = 0 und s = h folgt h = ½gt².
Umstellen
Fallzeit aus der Höhe
Die Fallzeit wächst nur mit der Wurzel der Höhe.
Aufprallgeschwindigkeit aus der Höhe
Folgt auch direkt aus dem Energieerhaltungssatz mgh = ½mv².
Aufgabenvariante
Ein Stein fällt von einer 45 m hohen Klippe. Bestimme die Fallzeit.
t = √(2h/g) = √(90/9,81) = √9,17 ≈ 3,0 s.
Wie schnell ist ein frei fallender Körper nach 1,5 s?
v = g·t = 9,81 × 1,5 ≈ 14,7 m/s (rund 53 km/h).
Typische Fehler
Annehmen, dass schwere Körper schneller fallen.
Ohne Luftwiderstand fallen alle Körper gleich schnell — die Masse kürzt sich heraus.
Doppelte Fallzeit mit doppelter Höhe gleichsetzen.
h wächst quadratisch: doppelte Zeit bedeutet vierfache Höhe.
Fallzeit und Aufprallgeschwindigkeit mit v = h/t verknüpfen.
h/t ist nur die Durchschnittsgeschwindigkeit; am Boden gilt v = g·t.
Klausurkontext
- Typisch als Einstieg in Energieerhaltungs- und Wurfaufgaben; oft mit Reaktionszeit oder Schallgeschwindigkeit (Brunnen) kombiniert.
Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.
Formelcluster
Fall und Wurf
Verbindet Kinematik mit Energieerhaltung im Schwerefeld.
Rechenbeispiel
Ein Stein fällt t = 2 s von einer Brücke: h = ½ × 9,81 × 2² = 19,62 m. Aufprallgeschwindigkeit: v = 9,81 × 2 = 19,62 m/s ≈ 71 km/h.
Anwendungsgebiete
Falltürme für Mikrogravitation, Brunnentiefe per Stoppuhr, Stuntplanung, Werkstoff-Falltests
Quanta-Prüfungsset
Kuratiertes Prüfungsset für "Freier Fall":
Frage (Vorderseite)
Welche Formel beschreibt Freier Fall?
Antwort in deinem Set
Frage (Vorderseite)
Wie stellst du h = ½gt² nach Fallzeit aus der Höhe um?
Antwort in deinem Set
Frage (Vorderseite)
Welcher typische Fehler passiert bei h = ½gt²?
Antwort in deinem Set
+ 7 weitere Karten: Einheiten, Variablen, Herleitung, Beispiel, Klausuraufgabe
Diese 10 Karten sind fertig kuratiert. Ein Klick, und sie liegen in deinem Lernstapel, FSRS plant die Wiederholungen bis zur Klausur.
Wissenschaftliche Quellen
Häufige Schreibweisen & Suchanfragen
Verwandte Formeln
Weitere Physik-Formeln
Häufige Fragen zu Freier Fall
Wie berechnet man die Fallhöhe mit h = ½gt²?+
Quadriere die Fallzeit, multipliziere mit g = 9,81 m/s² und halbiere das Ergebnis. Ein Stein, der t = 2 s fällt, legt h = ½ × 9,81 × 4 = 19,62 m zurück — etwa ein sechsstöckiges Haus. Die Formel gilt für den Fall aus der Ruhe ohne Luftwiderstand. Als Faustwerte lohnt es sich zu merken: Nach 1 s sind es rund 5 m, nach 2 s rund 20 m, nach 3 s rund 45 m — die Höhen wachsen quadratisch. Die Geschwindigkeit beim Aufprall bekommst du separat über v = g·t oder v = √(2gh). In vielen Schulaufgaben darf g ≈ 10 m/s² gerundet werden; prüfe, was die Aufgabe vorgibt.
Fallen schwere Körper wirklich nicht schneller als leichte?+
Im Vakuum fallen alle Körper exakt gleich schnell — die Masse kürzt sich heraus: Aus F = m·g und F = m·a folgt a = g für jede Masse. David Scott hat das 1971 auf dem Mond eindrucksvoll gezeigt: Hammer und Feder landeten gleichzeitig. Im Alltag scheint es anders, weil der Luftwiderstand mitspielt: Er hängt von Form und Querschnittsfläche ab, nicht von der Masse. Ein Blatt Papier segelt, weil die Luftkraft im Verhältnis zu seiner kleinen Gewichtskraft groß ist; zusammengeknüllt fällt es fast wie ein Stein. Die Formel h = ½gt² beschreibt den idealisierten freien Fall — bei kompakten, schweren Objekten über wenige Meter ist sie eine exzellente Näherung.
Wie berechnet man die Fallzeit aus der Höhe?+
Stelle h = ½gt² nach der Zeit um: t = √(2h/g). Multipliziere also die Höhe mit 2, teile durch 9,81 und ziehe die Wurzel. Beispiel: Von einer 45 m hohen Klippe dauert der Fall t = √(90/9,81) = √9,17 ≈ 3,0 s. Wegen der Wurzel wächst die Fallzeit nur langsam mit der Höhe: Für die vierfache Höhe braucht ein Körper lediglich die doppelte Zeit. Der bekannte Brunnen-Trick nutzt diese Formel: Stein fallen lassen, Sekunden bis zum Aufschlag zählen, Tiefe mit h ≈ 5·t² abschätzen. Bei präzisen Rechnungen mit großen Tiefen müsste man zusätzlich die Laufzeit des Schalls nach oben berücksichtigen — ein beliebter Zusatz in Klausuraufgaben.
Mit welcher Geschwindigkeit schlägt ein fallender Körper auf?+
Zwei gleichwertige Wege führen zum Ziel. Kennst du die Fallzeit, gilt v = g·t: Nach 2 s sind das 9,81 × 2 = 19,62 m/s, also rund 71 km/h. Kennst du die Höhe, nutzt du v = √(2gh), das direkt aus dem Energieerhaltungssatz m·g·h = ½·m·v² folgt: Aus 20 m ergibt sich v = √(2 × 9,81 × 20) ≈ 19,8 m/s. Beachte, dass die Masse in beiden Formeln nicht vorkommt. Ein häufiger Fehler ist, die Durchschnittsgeschwindigkeit h/t mit der Endgeschwindigkeit zu verwechseln — die Endgeschwindigkeit ist beim freien Fall aus der Ruhe genau doppelt so groß wie der Durchschnitt, weil v linear mit der Zeit wächst.
Was ändert sich beim Fall mit Anfangsgeschwindigkeit oder auf anderen Planeten?+
Wird ein Körper senkrecht nach unten geworfen, kommt der Anfangsterm hinzu: h = ½gt² + v₀t — die Struktur ist dieselbe wie beim allgemeinen Weg-Zeit-Gesetz mit a = g. Beim senkrechten Wurf nach oben rechnest du mit v₀ gegen g; am höchsten Punkt gilt v = 0. Auf anderen Himmelskörpern ersetzt du nur den Ortsfaktor: Mond g ≈ 1,62 m/s², Mars g ≈ 3,71 m/s², Jupiter g ≈ 24,8 m/s². Derselbe Stein fällt auf dem Mond aus 20 m Höhe also t = √(2·20/1,62) ≈ 5 s statt 2 s auf der Erde. Die Formeln bleiben identisch — nur die Konstante g ist planetenspezifisch. Genau solche Transferfragen sind im Abitur beliebt.
Freier Fall prüfungssicher behalten
Erstelle ein kuratiertes FSRS-Prüfungsset für h = ½gt²: Formelabruf, Variablen, Herleitung, Umstellung, Beispiel, typische Fehler und Klausurkontext.
Kostenlos · kuratiertes Formelset · LaTeX · FSRS Spaced Repetition
Wie berechnet man mit Freier Fall?
So gehst du eine typische Aufgabe zu Freier Fall (h = ½gt²) Schritt für Schritt an:
- 1
Aufgabe
Ein Stein fällt von einer 45 m hohen Klippe. Bestimme die Fallzeit.
Rechenweg
t = √(2h/g) = √(90/9,81) = √9,17 ≈ 3,0 s.
- 2
Aufgabe
Wie schnell ist ein frei fallender Körper nach 1,5 s?
Rechenweg
v = g·t = 9,81 × 1,5 ≈ 14,7 m/s (rund 53 km/h).