Physik · Kinematik

Gleichmäßig beschleunigte Bewegung (Weg-Zeit-Gesetz)

Das Weg-Zeit-Gesetz gibt die zurückgelegte Strecke bei konstanter Beschleunigung an — der Weg wächst quadratisch mit der Zeit.

GrundlegendPrüfungsrelevant

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Formel

LaTeX: s = \frac{1}{2} a t^2 + v_0 t
s in Metern [m] · a in m/s² · t in Sekunden [s] · v₀ in m/s
Diagramm: Eine steigende v-t-Gerade beginnt bei v₀, die schattierte Trapezfläche darunter entspricht dem Weg s.tvv₀s = Fläche
Im v-t-Diagramm ist die Geschwindigkeit eine Gerade; die Fläche unter ihr ist der zurückgelegte Weg s.

Variablen & Einheiten – Gleichmäßig beschleunigte Bewegung (Weg-Zeit-Gesetz)

SymbolBedeutungEinheit
sZurückgelegter Wegm
aKonstante Beschleunigungm/s²
tZeits
v₀Anfangsgeschwindigkeitm/s

Herleitung & Hintergrund – Gleichmäßig beschleunigte Bewegung (Weg-Zeit-Gesetz)

Galileo Galilei fand um 1604 mit Fallrinnen-Experimenten, dass der Weg quadratisch mit der Zeit wächst. Mathematisch ist s(t) das Integral der Geschwindigkeit v(t) = a·t + v₀. Ohne Zeit hilft die zeitfreie Gleichung v² = v₀² + 2·a·s. Der freie Fall ist der Spezialfall a = g.

Prüfungs-Blueprint

Gültigkeitsbereich

Gilt nur bei konstanter Beschleunigung entlang einer Geraden. Bei veränderlicher Beschleunigung (z. B. mit Luftwiderstand) muss integriert werden; für reine Richtungsänderungen gilt die Kreisbewegung.

Herleitung in Schritten

Der Weg ist die Fläche unter dem v-t-Diagramm — bei konstanter Beschleunigung ein Trapez.

  1. 1Geschwindigkeit: v(t) = a·t + v₀ (Gerade im v-t-Diagramm).
  2. 2Fläche unter der Geraden bis t: Rechteck v₀·t plus Dreieck ½·a·t² — zusammen s = ½at² + v₀t.

Umstellen

Zeit aus dem Weg (bei v₀ = 0)

Nur für Start aus der Ruhe; sonst quadratische Gleichung lösen.

Beschleunigung aus Weg und Zeit (v₀ = 0)

So wertet man Fahrversuche und Fallrinnen-Experimente aus.

Zeitfreie Gleichung

Verbindet Geschwindigkeit und Weg, wenn die Zeit nicht gegeben ist.

Aufgabenvariante

Ein Auto beschleunigt aus dem Stand über 100 m mit a = 2 m/s². Wie lange?

t = √(2s/a) = √(200/2) = √100 = 10 s.

Ein Schlitten legt aus der Ruhe in 3 s genau 45 m zurück. Bestimme a.

a = 2s/t² = 2·45/9 = 10 m/s².

Typische Fehler

Den Faktor ½ vergessen oder t nicht quadrieren.

s wächst quadratisch: doppelte Zeit bedeutet vierfachen Weg.

Den Term v₀t weglassen, obwohl eine Anfangsgeschwindigkeit gegeben ist.

Nur bei Start aus der Ruhe gilt s = ½at².

Geschwindigkeit in km/h mit Wegen in Metern mischen.

km/h durch 3,6 teilen, bevor eingesetzt wird.

Klausurkontext

  • Standard in Anfahr-, Brems- und Überholaufgaben, oft kombiniert mit v = a·t + v₀ oder der zeitfreien Gleichung.

Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.

Formelcluster

Kinematik der geraden Bewegung

Weg-, Geschwindigkeits- und Kraftgesetz greifen ineinander.

Rechenbeispiel

Ein Auto fährt aus dem Stand (v₀ = 0) mit a = 2 m/s² an. Nach t = 5 s: s = ½ × 2 × 5² = 25 m.

Anwendungsgebiete

Anfahr- und Bremswegberechnung, Unfallanalyse, Start- und Landebahnauslegung, Fahrassistenzsysteme

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Frage (Vorderseite)

Welche Formel beschreibt Gleichmäßig beschleunigte Bewegung (Weg-Zeit-Gesetz)?

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Frage (Vorderseite)

Wie stellst du s = ½at² + v₀t nach Zeit aus dem Weg (bei v₀ = 0) um?

Antwort in deinem Set

Frage (Vorderseite)

Welcher typische Fehler passiert bei s = ½at² + v₀t?

Antwort in deinem Set

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Wissenschaftliche Quellen

Häufige Schreibweisen & Suchanfragen

s=1/2*a*t^2s=0.5at²+v0ts = ½at²Weg-Zeit-Gesetzgleichmäßig beschleunigte Bewegung FormelBewegungsgleichung Beschleunigunguniformly accelerated motionBeschleunigung Weg berechnen

Verwandte Formeln

Weitere Physik-Formeln

Häufige Fragen zu Gleichmäßig beschleunigte Bewegung (Weg-Zeit-Gesetz)

Wie berechnet man den Weg bei gleichmäßiger Beschleunigung?+

Setze Beschleunigung, Zeit und Anfangsgeschwindigkeit in s = ½at² + v₀t ein. Beispiel: Ein Auto startet aus dem Stand (v₀ = 0) mit a = 2 m/s²; nach t = 5 s ist s = ½ × 2 × 25 = 25 m. Fährt der Körper schon mit v₀ los, kommt der Term v₀t hinzu: Mit v₀ = 10 m/s wären es 25 + 50 = 75 m. Wichtig sind die Einheiten: Zeit in Sekunden, Beschleunigung in m/s², Geschwindigkeit in m/s — km/h vorher durch 3,6 teilen. Der quadratische Term bedeutet: In der zweiten Sekunde legt der Körper mehr Weg zurück als in der ersten, das Weg-Zeit-Diagramm ist eine Parabel.

Wann darf man s = ½at² ohne den Term v₀t verwenden?+

Nur wenn der Körper aus der Ruhe startet, also v₀ = 0 gilt. Das ist beim Anfahren an der Ampel, beim freien Fall aus der Hand oder beim Start einer Rakete der Fall. Sobald eine Anfangsgeschwindigkeit vorhanden ist — ein bremsendes Auto, ein Zug, der schneller wird — musst du die volle Form s = ½at² + v₀t verwenden, sonst fehlt der gesamte Anteil der gleichförmigen Bewegung. Beim Bremsen setzt du zusätzlich a negativ ein: Ein Auto mit v₀ = 20 m/s und a = −5 m/s² kommt nach t = 4 s zum Stehen und legt dabei s = ½·(−5)·16 + 20·4 = −40 + 80 = 40 m Bremsweg zurück.

Was macht man, wenn die Zeit nicht gegeben ist?+

Dann hilft die zeitfreie Gleichung v² = v₀² + 2·a·s, die Geschwindigkeit und Weg direkt verknüpft. Sie entsteht, indem man t = (v−v₀)/a aus dem Geschwindigkeitsgesetz in das Weggesetz einsetzt. Beispiel Bremsweg: Ein Auto fährt v₀ = 27,8 m/s (100 km/h) und bremst mit a = −7 m/s² bis zum Stillstand (v = 0). Dann ist 0 = 27,8² + 2·(−7)·s, also s = 772,8/14 ≈ 55 m. Diese Gleichung erklärt auch, warum der Bremsweg quadratisch mit der Geschwindigkeit wächst: doppeltes Tempo, vierfacher Bremsweg. In Klausuren ist sie der Standardweg, wenn nach Geschwindigkeiten am Ende einer Strecke gefragt ist.

Wie hängen Weg-Zeit- und Geschwindigkeit-Zeit-Gesetz zusammen?+

Sie beschreiben dieselbe Bewegung auf zwei Ebenen: v(t) = a·t + v₀ ist die Ableitung von s(t) = ½at² + v₀t. Anschaulich ist der Weg die Fläche unter dem v-t-Diagramm. Bei konstanter Beschleunigung ist diese Fläche ein Trapez aus Rechteck (v₀·t) und Dreieck (½·a·t·t = ½at²) — genau die beiden Terme des Weggesetzes. Umgekehrt ist die Steigung der s-t-Parabel zu jedem Zeitpunkt die Momentangeschwindigkeit, und die Steigung der v-t-Geraden ist die Beschleunigung. Wer diese Diagramm-Logik beherrscht, kann viele Aufgaben grafisch lösen, ohne eine einzige Formel umzustellen — in Prüfungen oft der schnellste Weg.

Warum vervierfacht sich der Weg bei doppelter Zeit?+

Beim Start aus der Ruhe steht die Zeit im Quadrat: s = ½at². Setzt du 2t ein, ergibt sich ½a·(2t)² = ½a·4t² — das Vierfache. Physikalisch liegt das daran, dass der Körper nicht nur länger fährt, sondern am Ende auch schneller ist: Er sammelt in der zweiten Zeithälfte deutlich mehr Strecke als in der ersten. Konkret legt ein gleichmäßig beschleunigter Körper in den Zeitabschnitten 1, 2, 3, 4 … die Wegverhältnisse 1 : 3 : 5 : 7 zurück (ungerade Zahlen) — schon Galilei hat dieses Muster an der Fallrinne gemessen. Für Klausuren ist das ein schneller Kontrollblick: Verhältnisaufgaben lassen sich oft ohne Zahlenrechnung über das Quadratgesetz lösen.

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Wie berechnet man mit Gleichmäßig beschleunigte Bewegung (Weg-Zeit-Gesetz)?

So gehst du eine typische Aufgabe zu Gleichmäßig beschleunigte Bewegung (Weg-Zeit-Gesetz) (s = ½at² + v₀t) Schritt für Schritt an:

  1. 1

    Aufgabe

    Ein Auto beschleunigt aus dem Stand über 100 m mit a = 2 m/s². Wie lange?

    Rechenweg

    t = √(2s/a) = √(200/2) = √100 = 10 s.

  2. 2

    Aufgabe

    Ein Schlitten legt aus der Ruhe in 3 s genau 45 m zurück. Bestimme a.

    Rechenweg

    a = 2s/t² = 2·45/9 = 10 m/s².