Wann genügt die Formel für einen Start aus Ruhe?
Die Kurzform gilt für konstante Beschleunigung und den Start aus Ruhe, also . Bei einer anderen Anfangsgeschwindigkeit muss der Anfangsterm erhalten bleiben. Ein Wagen startet aus Ruhe und gewinnt jede Sekunde 2 m/s. In der ersten Sekunde wächst seine Geschwindigkeit von 0 auf 2 m/s: Im Mittel fährt er mit 1 m/s und legt 1 m zurück. In der zweiten Sekunde wächst sie von 2 auf 4 m/s: Im Mittel sind es 3 m/s und damit 3 weitere Meter. Nach zwei Sekunden sind es insgesamt 4 m. Gleiche Zeitabschnitte bedeuten bei Beschleunigung also keine gleichen Teilstrecken.[1]
- Vorwissen: v gibt die Änderung des Ortes pro Zeit an; a gibt die Änderung von v pro Zeit an. Beide Größen beziehen sich auf dieselbe Achse.
- Unterscheide Anfangsort x0, Endort x und Verschiebung s = x − x0. Erst ohne Richtungswechsel entspricht |s| der gefahrenen Strecke.
- Die Fläche eines Rechtecks ist Grundseite mal Höhe, die eines Dreiecks die Hälfte davon. Damit lässt sich das Bewegungsgesetz ohne Integralrechnung verstehen.
Wie lautet das Weg-Zeit-Gesetz für die Verschiebung?
Bei konstanter Beschleunigung lautet das Weg-Zeit-Gesetz für die gerichtete Verschiebung ; der Endort ist . Lege eine positive Achsenrichtung und den Zeitpunkt t = 0 fest. x0 ist der Anfangsort; v0 und a sind vorzeichenbehaftete Komponenten entlang dieser Achse. Das häufig als s bezeichnete Ergebnis ½at2 + v0t ist die Verschiebung x − x0. Sie darf negativ sein. Die gesamte zurückgelegte Strecke ist dagegen nicht negativ und erfordert bei einer Umkehr eine getrennte Rechnung.[1][2]
Die Kurzform s = v0t + ½at2 setzt s als Verschiebung voraus.
Die Parabel wird durch drei Anfangsangaben festgelegt. x0 verschiebt sie senkrecht, v0 legt ihre Anfangssteigung fest und a ihre Krümmung. Bei a = 0 bleibt eine Gerade. Für a ≠ 0 gilt s nicht generell proportional zu t2: Der Anfangsterm v0t kann einen wesentlichen Beitrag liefern.
Zweimal integrieren, Anfangswerte erhalten
Bei konstantem a ist der Geschwindigkeitsgraph eine Gerade. Zerlege seine gerichtete Fläche zwischen null und t in einen Anfangsanteil und einen Änderungsanteil: Das Rechteck hat Höhe v0 und Breite t. Das Dreieck beschreibt die zusätzliche Änderung at. Seine Fläche ist halb so groß wie die des entsprechenden Rechtecks. Beide Beiträge behalten ihre Vorzeichen; die Zerlegung funktioniert daher auch bei negativem a oder einer Umkehr.[1]
Der lineare Anteil entsteht durch die Anfangsgeschwindigkeit; der quadratische Anteil durch ihre stetige Änderung.[1]
Wenn du Integralrechnung kennst, kannst du dieselbe Fläche direkt berechnen. Zuerst wird a zur Geschwindigkeit integriert, danach v zum Ort. Die folgenden Zeilen sind eine zweite Begründung derselben Formel; die Flächenidee genügt für die ersten Aufgaben.
Erstes Integral: Die Geschwindigkeit ändert sich linear.
Zweites Integral: Der Faktor ½ entsteht durch das Integral von τ.
Als Kontrolle ableiten: dx/dt = v0 + at und d2x/dt2 = a. Außerdem muss x(0) = x0 gelten. Wird die Zeit nicht bei null begonnen, ersetze t überall durch die verstrichene Zeit Δt = t − t0 und verwende Anfangswerte bei t0.
Warum der Faktor ein Halb entsteht
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Wie berechnest du Beschleunigung und mögliche Zeitwurzeln?
Beide Summanden sind Längen; km/h zuvor durch 3,6 teilen.
Die zeitfreie Gleichung verwendet dieselbe gerichtete Verschiebung s.
Prüfe reelle Wurzeln, t ≥ 0 und den Zeitraum, in dem das Modell gilt.
Ein Ort kann bei einer Umkehr zweimal erreicht werden. Bei v0 = 6 m/s, a = −2 m/s2 und s = 8 m liefern beide Wurzeln t = 2 s und t = 4 s. Das Objekt passiert den Ort auf dem Hinweg und Rückweg. Eine Bremsaufgabe, deren Modell am Stillstand endet, erlaubt hingegen nur Zeiten bis t = 3 s.
Die quadratische Formel liefert die Zeitwurzeln, sobald das Weg-Zeit-Gesetz als quadratische Gleichung geschrieben ist. Welche Wurzel eine beobachtete Bewegung beschreibt, entscheiden erst Zeitrichtung, Anfangszustand und Gültigkeitsintervall.
Beispiel: Ein Wagen kehrt seine Richtung um
Negative Anfangsgeschwindigkeit
- Gegeben
- x0 = 0 m, v0 = −2 m/s, a = +1,5 m/s2, t = 4 s.
- Gesucht
- Bestimme Endort, Endgeschwindigkeit und die gesamte Strecke.
Ansatz: Bestimme zuerst den Zeitpunkt v = 0. Bis dahin und danach werden die Teilverschiebungen getrennt berechnet; ihre Beträge ergeben die Strecke.
Einsetzen: Verwende die angegebenen Anfangswerte mit ihren Vorzeichen.
Die Umkehr liegt bei v = 0; bis dahin bewegt sich der Wagen nach links.
Beide Wegabschnitte als positive Längen addieren.
Ergebnis: Endort +4 m, Endgeschwindigkeit +4 m/s, Strecke 6,67 m.
Kontrolle: Die Strecke ist größer als |s| = 4 m. Der Betrag der mittleren Geschwindigkeit beträgt 1 m/s, die mittlere Schnelligkeit dagegen 1,67 m/s.
Beispiel: Bremsweg ohne unphysikalische Fortsetzung
Im Inertialsystem und bei konstanter Masse folgt die Bremsbeschleunigung nach Newtons zweitem Gesetz aus der resultierenden Kraft und der Masse. Für das folgende Beispiel nehmen wir diese Beschleunigung bis zum Stillstand als konstant an; danach endet das Bremsmodell.[5][1]
Bremsung aus 72 km/h
- Gegeben
- v0 = 72 km/h, a = −4 m/s2, konstante Verzögerung bis zum Stillstand.
- Gesucht
- Berechne Bremszeit und Bremsweg ohne Reaktionsphase.
Ansatz: Die Bremsphase endet bei v = 0. Ermittle diese Zeit und setze sie erst dann in die Verschiebungsgleichung ein.
Einheiten: Wandle die Anfangsgeschwindigkeit vor dem Einsetzen in Meter pro Sekunde um.
v = 0 liefert den Zeitpunkt, an dem das Bremsmodell endet.
Endzeit in die Verschiebung einsetzen.
Ergebnis: Bremszeit 5 s, Bremsweg 50 m.
Kontrolle: Die zeitfreie Kontrolle ergibt 02 = 202 + 2·(−4)·50. Eine Fortsetzung bis 6 s ergäbe negative Geschwindigkeit und beschreibt kein bloßes Anhalten.
Wie liest du Flächen und Steigungen der Bewegungsdiagramme?
Im Geschwindigkeitsdiagramm ist die Verschiebung die gerichtete Fläche. Ein Teil unter der Zeitachse zählt negativ. Für die tatsächlich gefahrene Strecke addierst du dagegen die Beträge aller Teilflächen. Im Ortsdiagramm zeigt ein fallender Graph Bewegung in negativer Richtung; sein tiefster Punkt kann eine Umkehr sein. „Ort“ und „Strecke“ brauchen daher nicht denselben Graphen. Bei konstanter Beschleunigung legt das Geschwindigkeit-Zeit-Gesetz die Gerade fest, deren Fläche du hier auswertest.[1][2]
Der Endpunktmittelwert gilt bei konstantem a; er ist nicht generell die mittlere Schnelligkeit.
Eine Gerade durch Messpunkte im v-t-Diagramm kann konstantes a näherungsweise stützen. Die einzelne Verbindung zweier Punkte liefert dagegen nur eine mittlere Beschleunigung. Anfahren, Bremsen und Stillstand lassen sich als getrennte Intervalle modellieren; an jedem Übergang wird der letzte Ort zum neuen Anfangsort.
Wann das Weg-Zeit-Gesetz angepasst werden muss
Bei zeitabhängiger Beschleunigung integriere a(t), statt einen beliebigen Momentanwert in ½at2 einzusetzen. Luftwiderstand, wechselnde Antriebskraft oder Kurvenfahrt verlangen ein entsprechendes Bewegungsmodell. In mehreren Dimensionen können die Gleichungen komponentenweise gelten, wenn jede verwendete Beschleunigungskomponente konstant ist. Für den idealen freien Fall nahe der Erdoberfläche ist die Beschleunigung konstant, wenn wir die Änderung von g vernachlässigen und nur die Schwerkraft berücksichtigen.[4][1][6]
Ein realer Anhalteweg enthält zusätzliche Phasen. Bei 20 m/s und einer angenommenen Reaktionszeit von 0,8 s kommen vor der oben berechneten Bremsung 16 m hinzu: zusammen 66 m im gewählten Modell. Diese Beispielannahmen ersetzen keine konkrete Sicherheits- oder Fahrzeugbewertung.
Beim schiefen Wurf ohne Luftwiderstand wird die Bewegung in Komponenten zerlegt: horizontal bleibt die Geschwindigkeit konstant, vertikal gilt eine konstante Schwerebeschleunigung. Die räumliche Bahn ist trotzdem keine geradlinige Bewegung.
Fünf Aufgaben mit Lösungen
Einsetzen und Rechnen · Einstieg
Ein Körper startet bei x0 = 3 m aus Ruhe mit a = 2 m/s2. Wo ist er nach 4 s?
Hinweis anzeigen
Anfangsort und Verschiebung getrennt berechnen.
Lernziel: Anfangsort und Verschiebung zum Endort kombinieren.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Berechne zunächst die Verschiebung aus den Anfangswerten.
Aus Ruhe entfällt v0t, sodass nach vier Sekunden s = 16 m entsteht.
Erst jetzt addierst du den Anfangsort: x = 19 m.
Kontrolle: Der Anfangsort verschiebt den gesamten Ortsgraphen um 3 m, ändert aber weder die gefahrene Strecke noch die Geschwindigkeit.
Umstellen · Anwenden
v0 = 5 m/s, a = 2 m/s2, gesuchte Verschiebung 24 m. Welche positive Zeit passt?
Hinweis anzeigen
Löse t2 + 5t − 24 = 0.
Lernziel: Physikalisch passende Zeitwurzel wählen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Weil die Anfangsgeschwindigkeit nicht null ist, bleibt der lineare Term erhalten.
In SI-Einheiten ergibt die Gleichung t2 + 5t − 24 = 0.
Sie faktorisiert zu (t − 3)(t + 8) = 0.
Gesucht ist eine Zeit nach dem Start, also 3 s; −8 s gehört nicht zum betrachteten Intervall.
Kontrolle: 15 m Anfangsanteil und 9 m Beschleunigungsanteil ergeben die geforderten 24 m.
Transfer · Anwenden
v0 = 10 m/s, konstantes a = −2 m/s2. Wie weit bis zum Stillstand?
Hinweis anzeigen
Verwende v2 = v02 + 2as mit v = 0.
Lernziel: Bremsweg aus der zeitfreien Gleichung bestimmen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Setze die Geschwindigkeit für den Stillstand gleich null.
Die Bremszeit ist 5 s.
Während dieser Zeit sinkt v gleichmäßig von 10 auf 0 m/s, also beträgt ihr Mittelwert 5 m/s.
Daraus folgen 25 m Bremsweg.
Kontrolle: Die zeitfreie Gleichung liefert mit demselben negativen a ebenfalls 25 m. Die Formel wird hier nicht über den Stillstand hinaus fortgesetzt.
Interpretieren · Anwenden
Eine eindimensionale Bewegung lautet für 0≤t≤4 s. Lies Anfangs- und Endort sowie Umkehrpunkt ab. Bestimme Verschiebung und zurückgelegte Strecke.
Hinweis anzeigen
wird am Umkehrpunkt null; Weglänge in zwei Abschnitte zerlegen.
Lernziel: Verschiebung und Weglänge aus einer Ortsparabel unterscheiden.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: x(0)=x(4 s)=0, also Verschiebung null. v=2t−4 in SI-Einheiten wird bei 2 s null; dort ist x=−4 m.
Erst werden 4 m nach links, dann 4 m zurück durchlaufen: Strecke 8 m.
Kontrolle: Die Parabel hat konstant positive Krümmung und a=2 m/s2, obwohl die anfängliche Bewegung negativ ist. Der Endort allein enthält keine Information über die gesamte Weglänge.
Fehleranalyse · Anwenden
Eine Punktmasse startet bei x0=5 m aus Ruhe und beschleunigt konstant mit a=2 m/s2 nach +x. Am Ort x=9 m setzt eine Lösung . Korrigiere und kontrolliere durch eine Zeitrechnung.
Hinweis anzeigen
Die Gleichung enthält x−x0, nicht die absolute Ortskoordinate.
Lernziel: Zeitfreie Bewegungsgleichung mit Verschiebung statt absolutem Ort verwenden.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Die Verschiebung ist 4 m.
Deshalb und v=+4 m/s.
Kontrolle: Aus folgt t=2 s und v=at=4 m/s. Die falsche Rechnung hängt vom willkürlichen Koordinatenursprung ab; eine physikalische Geschwindigkeitsvorhersage darf sich durch dessen Verschiebung nicht ändern.
Das solltest du mitnehmen
- Der Ort besteht aus Anfangsort, Anfangsbewegung und Beschleunigungsanteil. Nur aus Ruhe ist die Verschiebung rein proportional zu t2.
- Eine negative Verschiebung ist erlaubt. Bei einer Umkehr ist die Gesamtstrecke größer als der Betrag der Verschiebung.
- Bei Bremsen zuerst den Stillstand bestimmen. Bei mehreren Zeitwurzeln prüfen, welche zur tatsächlichen Bewegungsphase gehört.
Belege zu dieser Erklärung
Quanta · Bearbeitet 2. Oktober 2026
- OpenStax, University Physics 1 §3.4: Motion with Constant Acceleration
- OpenStax, University Physics 1 §3.2: Instantaneous Velocity and Speed
- OpenStax, University Physics 1 §3.3: Average and Instantaneous Acceleration
- OpenStax, University Physics 1 §6.4: Drag Force and Terminal Speed
- OpenStax, University Physics 1 §5.3: Newton’s Second Law
- OpenStax, University Physics 1 §3.5: Free Fall
Redaktion: Quanta Study Redaktion
Prüfumfang
Diese Erklärung, 2 Rechenbeispiele und 5 Aufgaben liegen auf Deutsch und Englisch vor. Aufbau, Quellenzuordnung und mathematische Darstellung werden automatisiert geprüft. Rechnungen, Modellvoraussetzungen und beide Sprachfassungen erhalten eine gesonderte KI-Gegenprüfung.
Für einen früheren veröffentlichten Stand dieser Seite ist eine interne menschliche Fachprüfung dokumentiert. Diese Bestätigung gilt nicht automatisch für die überarbeitete Erklärung und die neuen Aufgaben.
Eine unabhängige, namentliche menschliche Fachprüfung ist noch nicht dokumentiert. Unsere Aufgabenzahlen sind Rechenbeispiele und keine Messdaten der zitierten Quellen.
Redaktion, Quellen und VorgehenÄnderungsverlauf
- Weg-Zeit-Gesetz und Start-aus-Ruhe-Bedingung unmittelbar genannt; vorhandene Umstellungen und Diagramme über Lernfragen erschlossen. Geschwindigkeitsgesetz, Bremskraftmodell und freier Fall passend verlinkt.
- Zwei Aufgaben ergänzt; die fünf Aufgaben nach Aufgabentyp, Schwierigkeit und Lernziel gegliedert.
- Vorwissen und anschaulichen Einstieg ergänzt; Herleitung, Beispielansätze und Aufgabenlösungen ausführlicher erklärt sowie eine Zusammenfassung ergänzt.
- Zeitwurzeln mit der quadratischen Formel und die Komponentenrechnung mit dem schiefen Wurf verknüpft.
Diese Nachschlageseite zitieren
Quanta. Gleichmäßig beschleunigte Bewegung (Weg-Zeit-Gesetz). Stand 2. Oktober 2026. https://quanta-study.de/tafelwerk/gleichmaessig-beschleunigte-bewegung
Bei einer konkreten fachlichen Aussage zusätzlich die dort verknüpfte Fachquelle nennen.