Chemie · Reaktionskinetik

Geschwindigkeitsgesetz (Reaktionsordnung)

Das Geschwindigkeitsgesetz verknüpft die Reaktionsgeschwindigkeit mit den Eduktkonzentrationen; die Exponenten m und n sind die Reaktionsordnungen und werden experimentell bestimmt.

FortgeschrittenPrüfungsrelevant

Kostenlos · keine Kreditkarte · in 2 Minuten in deinem Lernplan

Formel

LaTeX: v = k \cdot [A]^m \cdot [B]^n
v in mol/(L·s) · k mit Einheit je nach Gesamtordnung · [A], [B] in mol/L · m, n dimensionslos

Variablen & Einheiten – Geschwindigkeitsgesetz (Reaktionsordnung)

SymbolBedeutungEinheit
vReaktionsgeschwindigkeitmol/(L·s)
kGeschwindigkeitskonstante (temperaturabhängig)je nach Gesamtordnung
[A], [B]Konzentrationen der Eduktemol/L
m, nReaktionsordnungen bezüglich A und B (experimentell)dimensionslos

Herleitung & Hintergrund – Geschwindigkeitsgesetz (Reaktionsordnung)

Die Exponenten folgen nicht aus der Reaktionsgleichung, sondern aus dem Mechanismus; nur bei Elementarreaktionen entsprechen sie den Koeffizienten. m + n ist die Gesamtordnung. Für eine Reaktion 1. Ordnung gilt integriert [A] = [A]₀·e^(−kt) mit der Halbwertszeit t½ = ln 2/k. Die Temperaturabhängigkeit von k beschreibt die Arrhenius-Gleichung.

Prüfungs-Blueprint

Gültigkeitsbereich

Gilt bei fester Temperatur; m und n sind experimentelle Größen und nur bei Elementarreaktionen gleich den stöchiometrischen Koeffizienten.

Herleitung in Schritten

Die Geschwindigkeit hängt von der Stoßhäufigkeit und damit von den Konzentrationen der Teilchen ab.

  1. 1Messreihen zeigen, wie v auf Konzentrationsänderungen reagiert: v ∝ [A]^m·[B]^n.
  2. 2Die Proportionalitätskonstante k fasst Temperatur- und Stoßfaktoren zusammen.

Umstellen

Geschwindigkeitskonstante

Die Einheit von k hängt von der Gesamtordnung m + n ab.

Ordnung aus zwei Messungen

Alle anderen Konzentrationen müssen dabei konstant bleiben.

Aufgabenvariante

Verdoppeln von [A] vervierfacht v, [B] ändert nichts: Wie lautet das Zeitgesetz?

v = k·[A]²: aus 2^m = 4 folgt m = 2, aus der unveränderten Geschwindigkeit folgt n = 0. Die Gesamtordnung ist 2.

Eine Reaktion ist 2. Ordnung in A. Bei [A] = 0,2 mol/L ist v = 4,0×10⁻³ mol/(L·s). Berechne k.

k = v/[A]² = 4,0×10⁻³/(0,2)² = 4,0×10⁻³/0,04 = 0,10 L/(mol·s). Die Einheit folgt aus der Gesamtordnung 2.

Typische Fehler

Die Exponenten aus der Reaktionsgleichung ablesen.

m und n werden experimentell bestimmt; nur Elementarreaktionen spiegeln die Stöchiometrie.

k eine feste Einheit geben.

Die Einheit von k ändert sich mit der Gesamtordnung: s⁻¹ bei 1., L/(mol·s) bei 2. Ordnung.

Reaktionsordnung mit Molekularität verwechseln.

Die Ordnung ist ein Messergebnis der Gesamtreaktion, die Molekularität zählt Teilchen eines Elementarschritts.

k als temperaturunabhängig behandeln.

k wächst stark mit der Temperatur; das beschreibt die Arrhenius-Gleichung.

Klausurkontext

  • Ordnung aus Messtabellen bestimmen, k berechnen, Konzentrations-Zeit-Diagramme und Halbwertszeit der 1. Ordnung.

Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.

Rechenbeispiel

Reaktion 1. Ordnung in A und in B (k = 0,5 L·mol⁻¹·s⁻¹): bei [A] = 0,2 mol/L und [B] = 0,1 mol/L ist v = 0,5·0,2·0,1 = 0,01 mol/(L·s). Verdoppelt man [A], verdoppelt sich v auf 0,02 mol/(L·s).

Anwendungsgebiete

Reaktionsmechanismen aufklären, Reaktoren dimensionieren, Haltbarkeit von Medikamenten (Kinetik 1. Ordnung), radioaktiver Zerfall, Enzymkinetik

Quanta-Prüfungsset

Kuratiertes Prüfungsset für "Geschwindigkeitsgesetz (Reaktionsordnung)":

Frage (Vorderseite)

Welche Formel beschreibt Geschwindigkeitsgesetz (Reaktionsordnung)?

Antwort in deinem Set

Frage (Vorderseite)

Wie stellst du v = k·[A]^m·[B]^n nach Geschwindigkeitskonstante um?

Antwort in deinem Set

Frage (Vorderseite)

Welcher typische Fehler passiert bei v = k·[A]^m·[B]^n?

Antwort in deinem Set

+ 7 weitere Karten: Einheiten, Variablen, Herleitung, Beispiel, Klausuraufgabe

Diese 10 Karten sind fertig kuratiert. Ein Klick, und sie liegen in deinem Lernstapel, FSRS plant die Wiederholungen bis zur Klausur.

Wissenschaftliche Quellen

Häufige Schreibweisen & Suchanfragen

v=k*[A]^m*[B]^nZeitgesetz ChemieReaktionsordnung bestimmenGeschwindigkeitsgesetz aufstellenrate lawReaktion erster OrdnungReaktion zweiter OrdnungGeschwindigkeitskonstante k EinheitHalbwertszeit erste Ordnung

Verwandte Formeln

Weitere Chemie-Formeln

Häufige Fragen zu Geschwindigkeitsgesetz (Reaktionsordnung)

Wie bestimmt man die Reaktionsordnung experimentell?+

Mit der Methode der Anfangsgeschwindigkeiten: Du misst v für mehrere Ansätze, in denen jeweils nur eine Konzentration verändert wird, während alle anderen konstant bleiben. Aus dem Vergleich zweier Messungen folgt der Exponent: Verdoppelt sich v beim Verdoppeln von [A], ist m = 1; vervierfacht es sich, ist m = 2; bleibt v gleich, ist m = 0. Formal gilt m = lg(v₁/v₂)/lg([A]₁/[A]₂). Alternativ prüft man integrierte Zeitgesetze: Ist ln[A] gegen t linear, liegt 1. Ordnung vor, ist 1/[A] gegen t linear, 2. Ordnung. Die Ordnung lässt sich nie aus der Reaktionsgleichung ablesen, sie ist ein reines Messergebnis.

Warum darf man die Exponenten nicht aus der Reaktionsgleichung ablesen?+

Weil die Reaktionsgleichung nur die Gesamtbilanz beschreibt, nicht den Weg. Die meisten Reaktionen laufen über mehrere Elementarschritte, und die Geschwindigkeit wird vom langsamsten Schritt bestimmt. In dessen Zeitgesetz stehen nur die Teilchen, die an diesem Schritt beteiligt sind. Ein klassisches Beispiel ist die Reaktion von Wasserstoff mit Brom: Die Gleichung H₂ + Br₂ → 2 HBr suggeriert je Ordnung 1, gemessen wird aber ein gebrochenes, kompliziertes Zeitgesetz, weil ein Radikalkettenmechanismus abläuft. Nur bei Elementarreaktionen, die tatsächlich in einem einzigen Stoß ablaufen, stimmen Ordnung und stöchiometrische Koeffizienten überein. Deshalb liefert das gemessene Zeitgesetz umgekehrt wertvolle Hinweise auf den Mechanismus.

Welche Einheit hat die Geschwindigkeitskonstante k?+

Die Einheit von k hängt von der Gesamtordnung der Reaktion ab, denn das Produkt k·[A]^m·[B]^n muss immer mol/(L·s) ergeben. Bei einer Reaktion 0. Ordnung ist k selbst in mol/(L·s). Bei 1. Ordnung kürzt sich eine Konzentration: k hat die Einheit s⁻¹, was praktisch ist, weil k dann direkt mit der Halbwertszeit über t½ = ln 2/k zusammenhängt. Bei 2. Ordnung braucht es L/(mol·s), bei 3. Ordnung L²/(mol²·s). Umgekehrt kannst du an der Einheit eines gegebenen k sofort die Gesamtordnung erkennen; das ist ein beliebter Klausurtrick und eine gute Selbstkontrolle beim Rechnen.

Was bedeutet eine Reaktion 0., 1. oder 2. Ordnung anschaulich?+

Bei 0. Ordnung ist die Geschwindigkeit konstant und unabhängig von der Konzentration, etwa wenn eine Katalysatoroberfläche oder ein Enzym gesättigt ist: Es wird abgearbeitet, so schnell es geht. Bei 1. Ordnung ist v proportional zur Konzentration eines einzigen Stoffes; der radioaktive Zerfall und viele Zersetzungen folgen diesem Muster mit konstanter Halbwertszeit. Bei 2. Ordnung müssen zwei Teilchen zusammenstoßen, entweder zwei gleiche (v = k·[A]²) oder zwei verschiedene (v = k·[A]·[B]); hier wächst die Halbwertszeit, je weiter die Reaktion fortschreitet. Die Ordnung beschreibt also, wie stark die Reaktion auf Konzentrationsänderungen reagiert, und verrät etwas über den zugrunde liegenden Mechanismus.

Wie hängen Geschwindigkeitsgesetz und Arrhenius-Gleichung zusammen?+

Die beiden Gleichungen teilen sich die Beschreibung der Reaktionsgeschwindigkeit auf. Das Geschwindigkeitsgesetz v = k·[A]^m·[B]^n beschreibt bei fester Temperatur, wie v von den Konzentrationen abhängt. Die gesamte Temperaturabhängigkeit steckt in der Geschwindigkeitskonstante k, und genau diese beschreibt die Arrhenius-Gleichung k = A·e^(−E_A/(R·T)). Erhöhst du die Temperatur, bleiben die Ordnungen m und n gleich, aber k wächst exponentiell, als Faustregel etwa eine Verdopplung je 10 K. Für vollständige Aufgaben kombiniert man beides: erst k bei der gewünschten Temperatur über Arrhenius bestimmen, dann mit den Konzentrationen ins Zeitgesetz einsetzen. So trennen Chemiker sauber Konzentrations- und Temperatureffekte.

Geschwindigkeitsgesetz (Reaktionsordnung) prüfungssicher behalten

Erstelle ein kuratiertes FSRS-Prüfungsset für v = k·[A]^m·[B]^n: Formelabruf, Variablen, Herleitung, Umstellung, Beispiel, typische Fehler und Klausurkontext.

Kostenlos · kuratiertes Formelset · LaTeX · FSRS Spaced Repetition

Wie berechnet man mit Geschwindigkeitsgesetz (Reaktionsordnung)?

So gehst du eine typische Aufgabe zu Geschwindigkeitsgesetz (Reaktionsordnung) (v = k·[A]^m·[B]^n) Schritt für Schritt an:

  1. 1

    Aufgabe

    Verdoppeln von [A] vervierfacht v, [B] ändert nichts: Wie lautet das Zeitgesetz?

    Rechenweg

    v = k·[A]²: aus 2^m = 4 folgt m = 2, aus der unveränderten Geschwindigkeit folgt n = 0. Die Gesamtordnung ist 2.

  2. 2

    Aufgabe

    Eine Reaktion ist 2. Ordnung in A. Bei [A] = 0,2 mol/L ist v = 4,0×10⁻³ mol/(L·s). Berechne k.

    Rechenweg

    k = v/[A]² = 4,0×10⁻³/(0,2)² = 4,0×10⁻³/0,04 = 0,10 L/(mol·s). Die Einheit folgt aus der Gesamtordnung 2.