Ionenprodukt des Wassers
Das Ionenprodukt des Wassers verknüpft Hydronium- und Hydroxidkonzentration jeder wässrigen Lösung: Bei 25 °C gilt Kw = 10⁻¹⁴ mol²/L², daraus folgt pH + pOH = 14.
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Formel
K_W = [\text{H}_3\text{O}^+] \cdot [\text{OH}^-]Variablen & Einheiten – Ionenprodukt des Wassers
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Kw | Ionenprodukt des Wassers (temperaturabhängig) | mol²/L² |
| [H₃O⁺] | Hydronium-Ionen-Konzentration | mol/L |
| [OH⁻] | Hydroxid-Ionen-Konzentration | mol/L |
Herleitung & Hintergrund – Ionenprodukt des Wassers
Grundlage ist die Autoprotolyse 2 H₂O ⇌ H₃O⁺ + OH⁻. Kw ist stark temperaturabhängig: pKw = 14,0 bei 25 °C, ≈ 13,6 bei 37 °C (Körpertemperatur), ≈ 12,3 bei 100 °C. Neutral bedeutet [H₃O⁺] = [OH⁻]; bei 100 °C liegt der Neutralpunkt daher bei pH ≈ 6,1. Die „14" ist also kein Naturgesetz, sondern der 25-°C-Wert.
Prüfungs-Blueprint
Gültigkeitsbereich
Gilt für alle wässrigen Lösungen; der Zahlenwert 10⁻¹⁴ mol²/L² gilt nur bei 25 °C, denn Kw ist stark temperaturabhängig.
Herleitung in Schritten
Das Massenwirkungsgesetz der Autoprotolyse wird mit der praktisch konstanten Wasserkonzentration zusammengefasst.
- 12 H₂O ⇌ H₃O⁺ + OH⁻ ist ein Gleichgewicht mit sehr kleiner Konstante.
- 2Die konstante Wasserkonzentration wird einbezogen: Kw = [H₃O⁺]·[OH⁻].
Umstellen
Hydroniumkonzentration aus [OH⁻]
Der Weg vom pOH einer Lauge zum pH.
Logarithmische Form
Der Wert 14 gilt nur bei 25 °C; sonst den passenden pKw verwenden.
Aufgabenvariante
[OH⁻] = 10⁻³ mol/L: Welcher pH ergibt sich bei 25 °C?
[H₃O⁺] = 10⁻¹⁴/10⁻³ = 10⁻¹¹ mol/L, also pH = 11 (pOH = 3).
Warum hat neutrales Wasser bei 100 °C nicht pH 7?
Kw steigt mit der Temperatur (pKw ≈ 12,3 bei 100 °C). Neutral heißt [H₃O⁺] = [OH⁻] = √Kw ≈ 7×10⁻⁷ mol/L, also pH ≈ 6,1; neutral bleibt es trotzdem.
Typische Fehler
pH 7 als universellen Neutralpunkt ansehen.
Neutral heißt [H₃O⁺] = [OH⁻]; der zugehörige pH hängt über Kw von der Temperatur ab.
pH + pOH = 14 bei jeder Temperatur verwenden.
Die Summe ist pKw und beträgt 14 nur bei 25 °C.
Konzentrationen addieren statt multiplizieren.
Kw ist ein Produkt: sinkt [H₃O⁺] um Faktor 10, steigt [OH⁻] um Faktor 10.
Klausurkontext
- pH von Laugen über den pOH, Neutralisationsrechnungen und Transferfragen zur Temperaturabhängigkeit.
Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.
Formelcluster
Säure-Base-Rechnung
Kw koppelt pH und pOH und trägt die pH-Skala.
Rechenbeispiel
Natronlauge mit [OH⁻] = 10⁻³ mol/L bei 25 °C: [H₃O⁺] = Kw/[OH⁻] = 10⁻¹⁴/10⁻³ = 10⁻¹¹ mol/L → pH = 11 (pOH = 3).
Anwendungsgebiete
pH-Berechnung von Basen und Laugen, Neutralisationsrechnungen, Wasserchemie und Aquaristik, Temperaturkorrektur von pH-Messungen
Quanta-Prüfungsset
Kuratiertes Prüfungsset für "Ionenprodukt des Wassers":
Frage (Vorderseite)
Welche Formel beschreibt Ionenprodukt des Wassers?
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Frage (Vorderseite)
Wie stellst du Kw = [H₃O⁺]·[OH⁻] nach Hydroniumkonzentration aus [OH⁻] um?
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Frage (Vorderseite)
Welcher typische Fehler passiert bei Kw = [H₃O⁺]·[OH⁻]?
Antwort in deinem Set
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Wissenschaftliche Quellen
Häufige Schreibweisen & Suchanfragen
Verwandte Formeln
Weitere Chemie-Formeln
Häufige Fragen zu Ionenprodukt des Wassers
Wie berechnet man mit dem Ionenprodukt des Wassers den pH einer Lauge?+
Bestimme zuerst die Hydroxidkonzentration und rechne dann über Kw um. Beispiel: Natronlauge mit c = 0,001 mol/L ist vollständig dissoziiert, also [OH⁻] = 10⁻³ mol/L. Mit Kw = [H₃O⁺]·[OH⁻] = 10⁻¹⁴ mol²/L² folgt [H₃O⁺] = 10⁻¹⁴/10⁻³ = 10⁻¹¹ mol/L und damit pH = 11. Schneller geht es über den pOH: pOH = −lg(10⁻³) = 3, und wegen pH + pOH = 14 ist pH = 14 − 3 = 11. Beide Wege sind gleichwertig. Achte darauf, bei mehrwertigen Basen wie Ba(OH)₂ die doppelte Hydroxidmenge anzusetzen: c(OH⁻) = 2·c(Ba(OH)₂).
Warum gilt pH + pOH = 14?+
Die Beziehung folgt direkt aus dem Ionenprodukt. Logarithmiert man Kw = [H₃O⁺]·[OH⁻] = 10⁻¹⁴ mol²/L² und multipliziert mit −1, wird aus dem Produkt eine Summe: −lg[H₃O⁺] − lg[OH⁻] = 14, also pH + pOH = pKw = 14. Die 14 ist dabei nichts Magisches, sondern schlicht der Zahlenwert von pKw bei 25 °C. Praktisch bedeutet das: Kennst du eine der beiden Größen, kennst du automatisch die andere. Steigt die Hydroniumkonzentration um den Faktor 10, sinkt die Hydroxidkonzentration um den Faktor 10, das Produkt bleibt konstant. Bei anderen Temperaturen verschiebt sich die Summe: Bei 37 °C gilt etwa pH + pOH ≈ 13,6.
Ist das Ionenprodukt des Wassers wirklich konstant?+
Konstant ist es nur bei fester Temperatur. Kw ist eine Gleichgewichtskonstante der endothermen Autoprotolyse 2 H₂O ⇌ H₃O⁺ + OH⁻ und steigt deshalb deutlich mit der Temperatur: pKw beträgt 14,0 bei 25 °C, etwa 13,6 bei Körpertemperatur (37 °C) und nur noch rund 12,3 bei 100 °C. Innerhalb einer Lösung bei gegebener Temperatur gilt Kw aber überall, egal ob sauer, neutral oder basisch; genau das macht es so nützlich. Gibst du Säure zu, steigt [H₃O⁺] und [OH⁻] sinkt entsprechend, sodass das Produkt konstant bleibt. In sehr konzentrierten Lösungen weichen Aktivitäten von Konzentrationen ab, dann gilt der einfache Zahlenwert nur noch näherungsweise.
Warum ist kochendes Wasser nicht sauer, obwohl sein pH unter 7 liegt?+
Weil sauer nicht über den Zahlenwert 7 definiert ist, sondern über den Vergleich von Hydronium- und Hydroxidkonzentration. Neutral heißt [H₃O⁺] = [OH⁻]. Bei 100 °C ist die Autoprotolyse stärker (pKw ≈ 12,3), sodass beide Konzentrationen auf √Kw ≈ 7×10⁻⁷ mol/L steigen; der pH des neutralen Wassers sinkt dadurch auf etwa 6,1. Da aber Hydronium und Hydroxid weiterhin exakt gleich häufig sind, ist das Wasser neutral, nicht sauer. Der Merksatz lautet: pH 7 ist nur bei 25 °C der Neutralpunkt. Diese Transferfrage ist ein beliebter Klausur-Stolperstein, weil sie das blinde Auswendiglernen der 7 entlarvt.
Woher kommen die Ionen in chemisch reinem Wasser?+
Aus dem Wasser selbst: In der Autoprotolyse überträgt ein Wassermolekül ein Proton auf ein anderes, 2 H₂O ⇌ H₃O⁺ + OH⁻. Dieses Gleichgewicht liegt extrem weit links, bei 25 °C entstehen nur je 10⁻⁷ mol/L Hydronium- und Hydroxidionen; auf etwa 555 Millionen Wassermoleküle kommt damit nur ein einzelnes Ionenpaar. Trotzdem reicht das für eine messbare elektrische Leitfähigkeit, die Kohlrausch und Heydweiller schon 1894 an aufwendig gereinigtem Wasser nachwiesen. Diese Restleitfähigkeit ist der experimentelle Beleg für die Autoprotolyse und der Grund, warum es kein völlig nichtleitendes Wasser gibt. Alle pH-Rechnungen in wässrigen Lösungen bauen auf diesem Gleichgewicht auf.
Ionenprodukt des Wassers prüfungssicher behalten
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Wie berechnet man mit Ionenprodukt des Wassers?
So gehst du eine typische Aufgabe zu Ionenprodukt des Wassers (Kw = [H₃O⁺]·[OH⁻]) Schritt für Schritt an:
- 1
Aufgabe
[OH⁻] = 10⁻³ mol/L: Welcher pH ergibt sich bei 25 °C?
Rechenweg
[H₃O⁺] = 10⁻¹⁴/10⁻³ = 10⁻¹¹ mol/L, also pH = 11 (pOH = 3).
- 2
Aufgabe
Warum hat neutrales Wasser bei 100 °C nicht pH 7?
Rechenweg
Kw steigt mit der Temperatur (pKw ≈ 12,3 bei 100 °C). Neutral heißt [H₃O⁺] = [OH⁻] = √Kw ≈ 7×10⁻⁷ mol/L, also pH ≈ 6,1; neutral bleibt es trotzdem.