Chemie · Säure-Base

pKb-Wert (Basenkonstante)

Der pKb-Wert misst die Stärke einer Base über die Basenkonstante Kb ihrer Protolyse mit Wasser: Je kleiner der pKb, desto stärker die Base. Für konjugierte Paare gilt pKs + pKb = 14 (25 °C).

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Formel

LaTeX: pK_B = -\lg K_B = -\lg \frac{[\text{BH}^+] \cdot [\text{OH}^-]}{[\text{B}]}
pKb dimensionslos · Kb in mol/L · [BH⁺], [OH⁻], [B] in mol/L

Variablen & Einheiten – pKb-Wert (Basenkonstante)

SymbolBedeutungEinheit
pKbBasenexponent (negativer Logarithmus von Kb)dimensionslos
KbBasenkonstante der Protolyse B + H₂O ⇌ BH⁺ + OH⁻mol/L
[BH⁺]Konzentration der konjugierten Säuremol/L
[OH⁻]Hydroxid-Konzentration im Gleichgewichtmol/L
[B]Konzentration der Basemol/L

Herleitung & Hintergrund – pKb-Wert (Basenkonstante)

Grundlage ist die Protolyse B + H₂O ⇌ BH⁺ + OH⁻ nach Brønsted; die praktisch konstante Wasserkonzentration steckt in Kb. Multipliziert man Ks der konjugierten Säure mit Kb der Base, ergibt sich das Ionenprodukt des Wassers: Ks·Kb = Kw, logarithmiert pKs + pKb = pKw = 14 bei 25 °C. Für schwache Basen gilt die Näherung pOH = ½(pKb − lg c₀). Beispiele: Ammoniak pKb = 4,75, Methylamin pKb ≈ 3,4, Anilin pKb ≈ 9,4.

Prüfungs-Blueprint

Gültigkeitsbereich

Gilt für schwache Basen in verdünnter wässriger Lösung; pKs + pKb = 14 gilt exakt nur für konjugierte Säure-Base-Paare bei 25 °C.

Herleitung in Schritten

Das MWG der Protolyse B + H₂O ⇌ BH⁺ + OH⁻ liefert Kb; die Kopplung an Ks läuft über das Ionenprodukt des Wassers.

  1. 1Kb = [BH⁺][OH⁻]/[B]; die konstante Wasserkonzentration steckt in Kb.
  2. 2Ks·Kb = Kw = 10⁻¹⁴ (25 °C); logarithmieren ergibt pKs + pKb = 14.

Umstellen

pKb aus dem pKs der konjugierten Säure

Gilt für konjugierte Paare bei 25 °C.

pH einer schwachen Base

Näherung für schwache Basen mit c₀ deutlich über Kb.

Kb aus Ks

Starke Säure bedeutet schwache konjugierte Base und umgekehrt.

Aufgabenvariante

pKs(NH₄⁺) = 9,25: Wie groß ist der pKb von Ammoniak?

pKb = 14 − pKs = 14 − 9,25 = 4,75. Ammoniak ist damit eine typische schwache Base.

Berechne den pH von 0,01 mol/L Ammoniak (pKb = 4,75).

pOH = ½·(pKb − lg c₀) = ½·(4,75 + 2) = 3,38 → pH = 14 − 3,38 = 10,62. Die Lösung ist deutlich basisch.

Typische Fehler

pOH als Endergebnis angeben.

Zum Schluss pH = 14 − pOH rechnen; gefragt ist fast immer der pH.

pKs + pKb = 14 auf beliebige Paare anwenden.

Die Beziehung gilt nur für konjugierte Paare wie NH₄⁺/NH₃ und nur bei 25 °C.

Einen kleinen pKb als schwache Base deuten.

Je kleiner der pKb, desto stärker die Base, genau wie beim pKs.

Die Näherungsformel bei starken Basen verwenden.

NaOH dissoziiert vollständig: dort gilt direkt pOH = −lg c.

Klausurkontext

  • pH-Berechnung von Ammoniak- und Aminlösungen, konjugierte Paare in Titrationskurven und Pufferwahl auf der Basenseite.

Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.

Rechenbeispiel

Ammoniak: Kb = 1,78×10⁻⁵ mol/L → pKb = 4,75; Gegenprobe: pKs(NH₄⁺) = 9,25 und 9,25 + 4,75 = 14. pH von 0,1 mol/L NH₃: pOH = ½·(4,75 + 1) = 2,88 → pH = 14 − 2,88 = 11,12.

Anwendungsgebiete

Basenstärke vergleichen, pH-Berechnung von Ammoniak- und Aminlösungen, Pufferauswahl auf der Basenseite, Pharmakologie (basische Wirkstoffe), Titrationskurven

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Frage (Vorderseite)

Welche Formel beschreibt pKb-Wert (Basenkonstante)?

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Wie stellst du pKb = −lg(Kb) nach pKb aus dem pKs der konjugierten Säure um?

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Frage (Vorderseite)

Welcher typische Fehler passiert bei pKb = −lg(Kb)?

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Wissenschaftliche Quellen

Häufige Schreibweisen & Suchanfragen

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Verwandte Formeln

Weitere Chemie-Formeln

Häufige Fragen zu pKb-Wert (Basenkonstante)

Wie berechnet man den pKb-Wert?+

Der pKb-Wert ist der negative dekadische Logarithmus der Basenkonstante Kb: pKb = −lg Kb. Die Basenkonstante beschreibt das Gleichgewicht der Protolyse einer Base mit Wasser, B + H₂O ⇌ BH⁺ + OH⁻, und lautet Kb = [BH⁺]·[OH⁻]/[B]. Beispiel Ammoniak: Kb = 1,78×10⁻⁵ mol/L ergibt pKb = −lg(1,78×10⁻⁵) = 4,75. Je kleiner der pKb, desto stärker ist die Base. Häufig kennt man aber nicht Kb selbst, sondern den pKs der konjugierten Säure; dann nutzt man die Beziehung pKb = 14 − pKs, die bei 25 °C für konjugierte Paare gilt. So bekommt man den pKb einer Base direkt aus dem tabellierten pKs ihrer korrespondierenden Säure.

Warum gilt pKs + pKb = 14?+

Die Beziehung folgt aus dem Ionenprodukt des Wassers. Für ein konjugiertes Säure-Base-Paar HA/A⁻ multiplizieren sich die Säurekonstante Ks der Säure und die Basenkonstante Kb der konjugierten Base gerade zum Ionenprodukt des Wassers: Ks·Kb = Kw. Bei 25 °C ist Kw = 10⁻¹⁴. Logarithmiert man diese Gleichung und multipliziert mit minus eins, wird aus dem Produkt eine Summe: pKs + pKb = pKw = 14. Anschaulich heißt das: Je stärker eine Säure, desto schwächer ist ihre konjugierte Base, und umgekehrt. Wichtig ist, dass die 14 nur bei 25 °C gilt, weil Kw temperaturabhängig ist, und nur für ein wirklich konjugiertes Paar, nicht für beliebige Säuren und Basen.

Wie berechnet man den pH-Wert einer schwachen Base?+

Für eine schwache Base berechnet man zuerst den pOH und daraus den pH. Die Näherungsformel lautet pOH = ½·(pKb − lg c₀), wobei c₀ die Ausgangskonzentration der Base ist. Sie gilt, wenn c₀ deutlich größer als Kb ist, die Protolyse also nur zu einem kleinen Teil abläuft. Danach nutzt man pH = 14 − pOH. Beispiel: 0,1 mol/L Ammoniak mit pKb = 4,75 ergibt pOH = ½·(4,75 − lg 0,1) = ½·(4,75 + 1) = 2,88 und damit pH = 14 − 2,88 = 11,12. Ein häufiger Fehler ist, den pOH als Endergebnis stehen zu lassen; gefragt ist fast immer der pH. Für starke Basen gilt diese Näherung nicht, dort rechnet man direkt pOH = −lg c.

Was ist der Unterschied zwischen pKb und pKs?+

Der pKs misst die Stärke einer Säure, der pKb die Stärke einer Base. Der pKs ist der negative Logarithmus der Säurekonstante Ks, die das Gleichgewicht HA + H₂O ⇌ H₃O⁺ + A⁻ beschreibt; ein kleiner pKs bedeutet eine starke Säure. Der pKb ist der negative Logarithmus der Basenkonstante Kb, die das Gleichgewicht B + H₂O ⇌ BH⁺ + OH⁻ beschreibt; ein kleiner pKb bedeutet eine starke Base. Beide Größen sind über das konjugierte Paar verknüpft: pKs + pKb = 14 bei 25 °C. In der Praxis findet man in Tabellen meist nur den pKs; den pKb der zugehörigen Base rechnet man daraus aus. Beide teilen dieselbe logarithmische Logik: eine Einheit Unterschied entspricht Faktor zehn in der Konstante.

Warum ist Ammoniak eine schwache Base?+

Ammoniak NH₃ ist eine schwache Base, weil es in Wasser nur unvollständig protolysiert. In der Gleichgewichtsreaktion NH₃ + H₂O ⇌ NH₄⁺ + OH⁻ liegt das Gleichgewicht überwiegend auf der linken Seite; nur ein kleiner Teil der Ammoniakmoleküle nimmt tatsächlich ein Proton auf. Das drückt sich in der kleinen Basenkonstante Kb = 1,78×10⁻⁵ mol/L und dem pKb von 4,75 aus. Zum Vergleich: Eine starke Base wie Natriumhydroxid dissoziiert vollständig. Trotzdem reagiert eine Ammoniaklösung deutlich basisch, weil auch die geringe Menge gebildeter Hydroxidionen den pH über sieben hebt; eine 0,1-molare Lösung erreicht etwa pH 11. Schwach bezieht sich also auf den Protolysegrad, nicht darauf, dass die Lösung nur wenig basisch wäre.

pKb-Wert (Basenkonstante) prüfungssicher behalten

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Wie berechnet man mit pKb-Wert (Basenkonstante)?

So gehst du eine typische Aufgabe zu pKb-Wert (Basenkonstante) (pKb = −lg(Kb)) Schritt für Schritt an:

  1. 1

    Aufgabe

    pKs(NH₄⁺) = 9,25: Wie groß ist der pKb von Ammoniak?

    Rechenweg

    pKb = 14 − pKs = 14 − 9,25 = 4,75. Ammoniak ist damit eine typische schwache Base.

  2. 2

    Aufgabe

    Berechne den pH von 0,01 mol/L Ammoniak (pKb = 4,75).

    Rechenweg

    pOH = ½·(pKb − lg c₀) = ½·(4,75 + 2) = 3,38 → pH = 14 − 3,38 = 10,62. Die Lösung ist deutlich basisch.