Physik · Gravitation

Drittes Keplersches Gesetz

Die Quadrate der Umlaufzeiten verhalten sich wie die dritten Potenzen der großen Bahnhalbachsen, der Quotient T²/a³ ist für alle Körper um denselben Zentralkörper gleich.

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Formel

LaTeX: \frac{T^2}{a^3} = \frac{4\pi^2}{G \cdot M}
T in s · a in m · G = 6,674×10⁻¹¹ N·m²/kg² · M in kg

Variablen & Einheiten – Drittes Keplersches Gesetz

SymbolBedeutungEinheit
TUmlaufzeit des Himmelskörperss
aGroße Halbachse der Bahnm
GGravitationskonstante (6,674×10⁻¹¹)N·m²/kg²
MMasse des Zentralkörperskg

Herleitung & Hintergrund – Drittes Keplersches Gesetz

Johannes Kepler fand das Gesetz 1618 empirisch aus Tycho Brahes Beobachtungsdaten. Newton leitete es später aus seinem Gravitationsgesetz her: Für Kreisbahnen liefert Gravitationskraft = Zentripetalkraft direkt G·M·m/r² = m·ω²·r und damit T²/r³ = 4π²/(G·M). Praktisch wichtig: Misst man T und a eines Satelliten oder Mondes, folgt daraus die Masse des Zentralkörpers, so wurden Sonnen- und Planetenmassen bestimmt.

Prüfungs-Blueprint

Gültigkeitsbereich

Gilt für Umläufe um denselben Zentralkörper, wenn dessen Masse M die des Trabanten weit übersteigt. a ist die große Halbachse der Ellipse; für Kreisbahnen ist a der Bahnradius.

Herleitung in Schritten

Die Gravitation liefert genau die Zentripetalkraft der Kreisbahn.

  1. 1Kräftegleichheit: G·M·m/r² = m·ω²·r mit ω = 2π/T.
  2. 2Auflösen ergibt T² = 4π²·r³/(G·M), also T²/r³ = 4π²/(G·M) = konstant.

Umstellen

Masse des Zentralkörpers

So werden Sonnen- und Planetenmassen aus Bahndaten bestimmt.

Umlaufzeit

Größere Bahnen bedeuten überproportional längere Umläufe.

Bahnhalbachse

Liefert z. B. die Höhe geostationärer Satelliten.

Aufgabenvariante

Jupiter braucht 11,86 Jahre für einen Sonnenumlauf. Wie groß ist seine Bahnhalbachse in AE?

In Erdbahn-Einheiten gilt a³ = T²: a³ = 11,86² = 140,7, also a = ∛140,7 ≈ 5,2 AE.

Der Mond umkreist die Erde in 27,32 Tagen bei a = 3,844×10⁸ m. Bestimme die Erdmasse.

T = 2,36×10⁶ s. M = 4π²a³/(G·T²) = 39,48 × 5,68×10²⁵/(6,674×10⁻¹¹ × 5,57×10¹²) ≈ 6,0×10²⁴ kg.

Typische Fehler

Bei Satelliten die Flughöhe über dem Boden als Bahnradius verwenden.

Der Erdradius (6.371 km) muss zur Höhe addiert werden: r = R_E + h.

Umlaufzeiten in Tagen oder Jahren in die SI-Form einsetzen.

Für die Form mit G und M muss T in Sekunden stehen; AE-Jahre-Einheiten nur beim reinen Verhältnis im Sonnensystem.

Bahnen um verschiedene Zentralkörper vergleichen.

T²/a³ ist nur für denselben Zentralkörper konstant, die Konstante enthält dessen Masse.

Klausurkontext

  • Typisch: Höhe des geostationären Orbits berechnen, Zentralmassen aus Mond- oder Satellitendaten bestimmen und Planetendaten über das Verhältnis T²/a³ prüfen.

Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.

Formelcluster

Gravitation und Bahnen

Folgt aus Gravitationsgesetz plus Kreisbewegung, das Werkzeug der Himmelsmechanik.

Rechenbeispiel

Mars: a = 1,524 AE. In Einheiten der Erdbahn gilt T = √(a³) = √(1,524³) = √3,54 ≈ 1,88 Jahre. Geostationäre Satelliten (T = 1 Sterntag) kreisen bei a ≈ 42.160 km.

Anwendungsgebiete

Satellitenbahnen (GPS, geostationär), Massenbestimmung von Sternen und Planeten, Exoplaneten-Nachweis, Missionsplanung in der Raumfahrt

Quanta-Prüfungsset

Kuratiertes Prüfungsset für "Drittes Keplersches Gesetz":

Frage (Vorderseite)

Welche Formel beschreibt Drittes Keplersches Gesetz?

Antwort in deinem Set

Frage (Vorderseite)

Wie stellst du T²/a³ = 4π²/(G·M) nach Masse des Zentralkörpers um?

Antwort in deinem Set

Frage (Vorderseite)

Welcher typische Fehler passiert bei T²/a³ = 4π²/(G·M)?

Antwort in deinem Set

+ 7 weitere Karten: Einheiten, Variablen, Herleitung, Beispiel, Klausuraufgabe

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Wissenschaftliche Quellen

Häufige Schreibweisen & Suchanfragen

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Verwandte Formeln

Weitere Physik-Formeln

Häufige Fragen zu Drittes Keplersches Gesetz

Wie wendet man das dritte Keplersche Gesetz konkret an?+

Es gibt zwei Rechenwege. Innerhalb des Sonnensystems nutzt du das reine Verhältnis: In den Einheiten AE und Jahre gilt für die Sonne T² = a³, weil die Erdbahn beide Konstanten auf 1 setzt. Mars mit a = 1,524 AE hat also T = √(1,524³) ≈ 1,88 Jahre. Für Satelliten oder fremde Zentralkörper brauchst du die SI-Form T² = 4π²·a³/(G·M) mit T in Sekunden, a in Metern und M in Kilogramm. Wähle den Weg nach der Frage: Verhältnisse zwischen Planeten gehen ohne G und M, absolute Größen wie die Höhe eines Satelliten verlangen die vollständige Formel.

Wie berechnet man die Höhe eines geostationären Satelliten?+

Ein geostationärer Satellit steht scheinbar fest über einem Punkt des Äquators, seine Umlaufzeit ist also ein Sterntag T = 86.164 s. Stelle das Gesetz nach der Halbachse um: a³ = G·M·T²/(4π²). Mit G·M_Erde = 3,986×10¹⁴ m³/s² ergibt sich a³ = 3,986×10¹⁴ × 7,42×10⁹/39,48 ≈ 7,50×10²², also a ≈ 42.160 km vom Erdmittelpunkt. Abzüglich des Erdradius von 6.371 km bleibt eine Bahnhöhe von rund 35.790 km über dem Äquator. Dort sitzen Fernseh- und Wettersatelliten. Der häufigste Fehler ist, den Erdradius nicht abzuziehen oder mit dem 24-Stunden-Sonnentag statt dem Sterntag zu rechnen.

Wie bestimmt man mit Kepler 3 die Masse eines Himmelskörpers?+

Stelle die SI-Form nach der Zentralmasse um: M = 4π²·a³/(G·T²). Du brauchst nur die Bahndaten eines Trabanten. Beispiel Erdmasse aus der Mondbahn: a = 3,844×10⁸ m und T = 27,32 Tage = 2,36×10⁶ s liefern M = 39,48 × 5,68×10²⁵/(6,674×10⁻¹¹ × 5,57×10¹²) ≈ 6,0×10²⁴ kg, in guter Übereinstimmung mit dem Literaturwert 5,97×10²⁴ kg. Nach demselben Muster wurden Sonnenmasse (aus der Erdbahn), Jupitermasse (aus den Galileischen Monden) und die Massen von Exoplaneten-Systemen bestimmt. Wichtig: Die Masse des kleinen Trabanten kürzt sich heraus, man erhält immer die Masse des Zentralkörpers.

Warum ist T²/a³ für alle Planeten gleich?+

Weil die Konstante nur Eigenschaften des Zentralkörpers enthält. Newtons Herleitung zeigt es: Die Gravitationskraft G·M·m/r² liefert die Zentripetalkraft m·ω²·r der Bahn. Die Planetenmasse m kürzt sich heraus, und mit ω = 2π/T bleibt T²/r³ = 4π²/(G·M). Rechts stehen nur Naturkonstanten und die Sonnenmasse M, also ergibt sich für Merkur bis Neptun derselbe Zahlenwert, obwohl ihre Umlaufzeiten von 88 Tagen bis 165 Jahren reichen. Genau daran erkannte Newton, dass seine Gravitationstheorie stimmt: Sie reproduziert Keplers empirisch gefundenes Gesetz. Um einen anderen Zentralkörper, etwa die Erde oder Jupiter, gilt dieselbe Struktur mit anderem M und damit anderer Konstante.

Was ist die große Halbachse bei einer Ellipsenbahn?+

Planetenbahnen sind nach dem ersten Keplerschen Gesetz Ellipsen, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht. Die große Halbachse a ist die halbe Länge der längsten Ellipsenachse und zugleich der Mittelwert aus kleinstem und größtem Sonnenabstand: a = (r_Perihel + r_Aphel)/2. Genau dieses a steht im dritten Keplerschen Gesetz, nicht der aktuelle Abstand, der sich ständig ändert. Für die fast kreisförmige Erdbahn ist a praktisch der Bahnradius (1 AE = 1,496×10¹¹ m). Bemerkenswert: Die Umlaufzeit hängt nur von a ab, nicht von der Exzentrizität. Ein Komet mit derselben Halbachse wie ein Planet braucht exakt gleich lange für einen Umlauf, egal wie langgestreckt seine Bahn ist.

Drittes Keplersches Gesetz prüfungssicher behalten

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Wie berechnet man mit Drittes Keplersches Gesetz?

So gehst du eine typische Aufgabe zu Drittes Keplersches Gesetz (T²/a³ = 4π²/(G·M)) Schritt für Schritt an:

  1. 1

    Aufgabe

    Jupiter braucht 11,86 Jahre für einen Sonnenumlauf. Wie groß ist seine Bahnhalbachse in AE?

    Rechenweg

    In Erdbahn-Einheiten gilt a³ = T²: a³ = 11,86² = 140,7, also a = ∛140,7 ≈ 5,2 AE.

  2. 2

    Aufgabe

    Der Mond umkreist die Erde in 27,32 Tagen bei a = 3,844×10⁸ m. Bestimme die Erdmasse.

    Rechenweg

    T = 2,36×10⁶ s. M = 4π²a³/(G·T²) = 39,48 × 5,68×10²⁵/(6,674×10⁻¹¹ × 5,57×10¹²) ≈ 6,0×10²⁴ kg.