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Der Satz von Hess erlaubt es, Reaktionsenthalpien aus tabellierten Standardbildungsenthalpien zu berechnen, weil die Enthalpie eine Zustandsgröße ist: Nur Anfangs- und Endzustand zählen, nicht der Weg.
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Formel
ΔH°R in kJ/mol · ΔH°f in kJ/mol · Standardbedingungen: 298 K und 1 bar
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| ΔH°R | Standard-Reaktionsenthalpie | kJ/mol |
| ΔH°f | Standardbildungsenthalpie einer Verbindung | kJ/mol |
| Summe, gewichtet mit den stöchiometrischen Koeffizienten | dimensionslos |
\Delta H_R^0 = \sum \Delta H_f^0(\text{Produkte}) - \sum \Delta H_f^0(\text{Edukte})Eigene schematische Darstellung von Quanta
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Germain Henri Hess formulierte 1840: Die Reaktionswärme hängt nur von Anfangs- und Endzustand ab, nicht vom Reaktionsweg. Elemente im Standardzustand (O2, N2, Graphit) haben ΔH°. Vorzeichenkonvention: exotherm, endotherm. Beim Umkehren einer Reaktionsgleichung kehrt sich das Vorzeichen von ΔH um, beim Vervielfachen skaliert es mit.
Gilt exakt, weil die Enthalpie eine Zustandsgröße ist; Standardwerte ΔH°f gelten für 298 K, 1 bar und den angegebenen Aggregatzustand.
Weil H nur vom Zustand abhängt, darf man jede Reaktion gedanklich über die Elemente führen.
Unbekannte Bildungsenthalpie
So bestimmst du ΔH°f aus einer gemessenen Reaktionswärme.
Rückreaktion
Umkehren der Reaktionsrichtung kehrt das Vorzeichen um.
Teilreaktionen addieren
Reaktionsgleichungen dürfen addiert, skaliert und umgekehrt werden.
Berechne ΔH°R der Methanverbrennung aus Bildungsenthalpien.
CH4 + 2 O2 → CO2 + 2 H2O(l): ΔH°; O2 zählt als Element null.
Bestimme ΔH für C + ½ O2 → CO aus den Verbrennungsenthalpien von C (−393,5) und .
Zielgleichung = Verbrennung von C minus Verbrennung von CO: .
Edukte minus Produkte rechnen.
Immer Produkte minus Edukte; sonst kippt das Vorzeichen und exotherm wird endotherm.
Elementen wie O2 oder Graphit ein ΔH°f zuweisen.
Elemente im Standardzustand haben ΔH°.
Aggregatzustand ignorieren.
, ; die Differenz ist die Verdampfungsenthalpie.
Stöchiometrische Koeffizienten vergessen.
Jede Bildungsenthalpie mit ihrem Koeffizienten multiplizieren, z. B. für 2 H2O.
Formelcluster
Liefert das ΔH, das in über Spontaneität mitentscheidet.
Methanverbrennung CH4 + 2 O2 → CO2 + 2 H2O(l): (exotherm).
Brennwertberechnung, Born-Haber-Kreisprozess, chemische Verfahrenstechnik, Kalorimetrie-Auswertung, Treibstoffvergleich
Eine typische Aufgabe Schritt für Schritt: Reaktionsenthalpie (Satz von Hess) (ΔH°R = ΣΔH°f(P) − ΣΔH°f(E)).
Aufgabe
Berechne ΔH°R der Methanverbrennung aus Bildungsenthalpien.
Rechenweg
CH4 + 2 O2 → CO2 + 2 H2O(l): ΔH°; O2 zählt als Element null.
Aufgabe
Bestimme ΔH für C + ½ O2 → CO aus den Verbrennungsenthalpien von C (−393,5) und .
Rechenweg
Zielgleichung = Verbrennung von C minus Verbrennung von CO: .
Summiere die Standardbildungsenthalpien der Produkte, summiere die der Edukte und bilde die Differenz: ΔH°°f(Produkte) − ΣΔH°f(Edukte). Jeder Wert wird mit seinem stöchiometrischen Koeffizienten multipliziert, Elemente im Standardzustand zählen null. Beispiel Methanverbrennung CH4 + 2 O2 → CO2 + 2 H2O(l): Produkte , Edukte , also ΔH°. Das negative Vorzeichen zeigt eine exotherme Reaktion an. Die Tabellenwerte gelten für 298 K und 1 bar; achte auf den angegebenen Aggregatzustand der Stoffe.
Die insgesamt umgesetzte Wärme einer Reaktion hängt nur vom Start- und Endzustand ab, nicht vom Weg dazwischen. Ob Kohlenstoff direkt zu CO2 verbrennt oder erst zu CO und dann weiter zu CO2: Die Summe der Reaktionsenthalpien ist in beiden Fällen gleich, nämlich . Der Grund ist, dass die Enthalpie eine Zustandsgröße ist, vergleichbar mit der Höhe beim Bergsteigen: Der Höhenunterschied zwischen Tal und Gipfel ist unabhängig von der gewählten Route. Praktisch erlaubt das, unmessbare Reaktionen aus messbaren zusammenzusetzen. Die Bildung von CO aus den Elementen lässt sich kaum sauber messen, aus zwei Verbrennungsenthalpien aber exakt berechnen: .
Drei Muster dominieren. Erstens die Reihenfolge: Es heißt Produkte minus Edukte; wer umgekehrt rechnet, macht aus jeder exothermen Reaktion eine endotherme. Zweitens das Umkehren von Teilgleichungen: Wird eine Reaktion rückwärts verwendet, kehrt sich das Vorzeichen ihrer Enthalpie um; beim Kombinieren gegebener Gleichungen ist das der häufigste Fehler. Drittens das Subtrahieren negativer Werte: −965,1 − (−74,9) ist −890,2, nicht −1040; die doppelte Verneinung wird zur Addition. Dazu kommt der Klassiker, Elementen wie O2 fälschlich eine Bildungsenthalpie zuzuweisen; sie haben per Definition ΔH°. Ein Größenordnungs- und Vorzeichencheck am Ende (Verbrennungen sind exotherm!) fängt die meisten dieser Fehler ab.
Weil der Wechsel des Aggregatzustands selbst Energie kostet oder liefert. Flüssiges Wasser hat ΔH°, Wasserdampf nur ; die Differenz von ist genau die molare Verdampfungsenthalpie. Rechnest du eine Verbrennung mit H2O(g) statt H2O(l), fällt das Ergebnis also um 44 kJ pro Mol Wasser weniger exotherm aus. Genau dieser Unterschied steckt hinter den Begriffen Brennwert (Wasser flüssig, Kondensationswärme wird genutzt) und Heizwert (Wasser gasförmig). In Aufgaben musst du deshalb konsequent die Tabellenwerte für den angegebenen Zustand verwenden und die Zustandssymbole (s), (l), (g) in der Reaktionsgleichung ernst nehmen.
Die Reaktionsenthalpie ΔH ist die Energiebilanz zwischen Edukten und Produkten: Sie sagt, wie viel Wärme insgesamt frei wird oder aufgenommen wird, und bestimmt damit die Thermodynamik. Die Aktivierungsenergie EA ist dagegen die Energiebarriere auf dem Weg zum Übergangszustand: Sie bestimmt, wie schnell die Reaktion abläuft, also die Kinetik. Beide sind unabhängig voneinander: Die Knallgasreaktion ist mit stark exotherm, läuft aber bei Raumtemperatur wegen der hohen Barriere nicht merklich ab, bis ein Funke oder Katalysator sie startet. Ein Katalysator senkt nur EA, niemals ΔH. Im Energiediagramm ist ΔH der Höhenunterschied der Plateaus, EA die Hügelhöhe dazwischen.
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Welcher typische Fehler passiert bei ΔH°R = ΣΔH°f(P) − ΣΔH°f(E)?
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