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Die Standardabweichung σ misst die typische Streuung einer Zufallsgröße um ihren Erwartungswert μ.
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Formel
σ in der Einheit der Zufallsgröße X · Var(X) im Quadrat davon
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Standardabweichung | wie X | |
| Varianz, mittlere quadratische Abweichung | Quadrat von X | |
| Erwartungswert der Zufallsgröße | wie X |
\sigma = \sqrt{\operatorname{Var}(X)} = \sqrt{E\big((X - \mu)^{2}\big)}Eigene schematische Darstellung von Quanta
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Die Varianz mittelt die quadrierten Abweichungen vom Erwartungswert; die Wurzel daraus bringt das Maß in die Einheit der Daten zurück. Für die Binomialverteilung gilt die Kurzformel . Abzugrenzen: die empirische Standardabweichung s einer Stichprobe teilt durch n − 1 statt n (Bessel-Korrektur). Bei einer Normalverteilung liegen rund 68,27 % in μ ± σ und 95,45 % in μ ± 2σ; für diskrete Binomialintervalle muss die Wahrscheinlichkeit separat berechnet werden.
Definiert für Zufallsgrößen mit endlicher Varianz. σ beschreibt theoretische Verteilungen; die empirische Standardabweichung s (Teilen durch n − 1) beschreibt Stichproben.
Quadrierte Abweichungen mitteln, dann die Wurzel ziehen.
Verschiebungssatz
Oft schneller als das direkte Summieren der Abweichungen.
Binomialverteilung
Kurzformel für Bernoulli-Ketten, Basis der Sigma-Regeln.
Lineare Transformation
Verschiebungen (+b) ändern die Streuung nicht.
Ein Würfel hat . Berechne die Standardabweichung.
.
Var = 15,17 − 12,25 = 35/12 ≈ 2,92.
.
, : Bestimme μ, σ und das 2σ-Intervall.
und .
Das ganzzahlige 2σ-Intervall ist [83; 117]; die exakte Binomialsumme ergibt dafür .
Die 95,45 % der 2σ-Regel gelten für die stetige Normalverteilung.
σ und Varianz verwechseln.
Die Varianz ist ; die Standardabweichung ist ihre Wurzel und trägt die Einheit von X.
Bei Stichproben durch n statt n − 1 teilen.
Die empirische Standardabweichung s nutzt n − 1 (Bessel-Korrektur).
auf beliebige Verteilungen anwenden.
Die Kurzformel gilt nur für die Binomialverteilung.
Abweichungen ohne Quadrieren mitteln.
Σ(xi − μ)·pi ist immer 0; erst das Quadrieren macht Streuung messbar.
Formelcluster
μ legt die Lage fest, σ die Breite; zusammen tragen sie die Sigma-Regeln.
Binomialverteilung mit , : und . Für die ganzzahligen Trefferzahlen ergibt die exakte Binomialsumme . Das ist nicht die Normalverteilungsfläche von 95,45 % in μ ± 2σ; bei diskreten Zählwerten hängen die Grenzen und ihre Abdeckung von der ganzzahligen Rundung ab.
Sigma-Regeln und Prognoseintervalle im Abitur, Hypothesentests, Qualitätskontrolle, Messunsicherheiten, Risikomaß in der Finanzmathematik
Eine typische Aufgabe Schritt für Schritt: Standardabweichung (σ = √Var(X)).
Aufgabe
Ein Würfel hat . Berechne die Standardabweichung.
Rechenweg
.
Var = 15,17 − 12,25 = 35/12 ≈ 2,92.
.
Aufgabe
, : Bestimme μ, σ und das 2σ-Intervall.
Rechenweg
und .
Das ganzzahlige 2σ-Intervall ist [83; 117]; die exakte Binomialsumme ergibt dafür .
Die 95,45 % der 2σ-Regel gelten für die stetige Normalverteilung.
Bei einer diskreten Zufallsgröße: Zuerst den Erwartungswert μ = Σxi·pi bestimmen. Dann für jeden Wert die Abweichung xi − μ bilden, quadrieren und mit pi gewichten; die Summe ist die Varianz Var(X) = Σ(xi − μ)2·pi. Zum Schluss die Wurzel ziehen: σ = √Var(X). Beispiel Würfel: , , also Var = 15,17 − 3,52 = 2,92 und . Oft schneller ist der Verschiebungssatz Var(X) = E(X2) − μ2, bei dem du nur die quadrierten Werte mitteln musst. Bei binomialverteilten Größen sparst du dir alles: . Wichtig: Erst ganz am Ende wurzeln, nie die einzelnen Abweichungen.
σ ist die theoretische Standardabweichung einer Verteilung, berechnet aus dem Wahrscheinlichkeitsmodell. s ist die empirische Standardabweichung einer Stichprobe, berechnet aus Daten, und dort teilt man durch n − 1 statt durch n: s = √(Σ(xi − x̄)2/(n − 1)). Der Grund für die Bessel-Korrektur: Der Stichprobenmittelwert x̄ liegt automatisch „mitten in" den eigenen Daten, die Abweichungen von x̄ fallen also systematisch kleiner aus als die vom wahren μ. Das Teilen durch n − 1 gleicht diese Unterschätzung aus und macht zu einem erwartungstreuen Schätzer der Varianz. Bei großen n ist der Unterschied winzig. Taschenrechner und Tabellenkalkulationen bieten beide Varianten an (σn und sn−1 bzw. STDEV.P und STDEV.S); wähle nach Kontext: ganze Population oder Stichprobe.
Für eine Bernoulli-Kette mit n Versuchen und Trefferwahrscheinlichkeit p gilt ; q steht für 1 − p. Beispiel: Bewerbungen mit ergeben und . Das Normalnäherungsintervall μ ± 2σ reicht ungefähr von 83 bis 117. Für diese ganzzahligen Treffer ergibt die exakte Binomialsumme etwa 95,69 %; die stetige 2σ-Regel selbst liefert 95,45 %. Die Laplace-Bedingung ist erfüllt, garantiert aber keine identische Abdeckung. Die Formel gilt nur für Binomialverteilungen. Unter der Wurzel steht , nicht dessen Quadrat. σ ist bei maximal, weil dort die Bernoulli-Versuche am stärksten streuen.
Sie misst, wie weit die Ergebnisse typischerweise vom Erwartungswert entfernt liegen: kleines σ bedeutet eng gebündelte, großes σ weit gestreute Werte. Zwei Verteilungen können denselben Mittelwert und völlig verschiedene Streuung haben; erst μ und σ zusammen charakterisieren die Lage. Greifbar wird σ über die Sigma-Regeln (bei annähernd glockenförmigen Verteilungen): Etwa 68 % der Ergebnisse liegen in μ ± σ, 95 % in μ ± 2σ, 99,7 % in μ ± 3σ. Ein Ergebnis außerhalb von 2σ ist also schon bemerkenswert, außerhalb von 3σ sehr ungewöhnlich; genau darauf bauen Hypothesentests und industrielle Qualitätskontrolle. Wichtig für die Interpretation: σ trägt dieselbe Einheit wie die Messgröße selbst, im Gegensatz zur Varianz mit ihrer Quadrateinheit.
Weil das einfache Mitteln der Abweichungen immer null ergibt: Positive und negative Abstände vom Erwartungswert heben sich exakt auf, Σ(xi − μ)·pi = 0 ist eine definierende Eigenschaft von μ. Man braucht also einen Trick, der die Vorzeichen beseitigt. Das Quadrieren tut das und ist mathematisch besonders gutmütig: Es ist differenzierbar, bestraft große Ausreißer überproportional und führt zu schönen Rechenregeln wie der Additivität der Varianz bei unabhängigen Größen, aus der die √(npq)-Formel folgt. Die Alternative, Beträge zu mitteln, ergibt die mittlere absolute Abweichung; sie ist anschaulich, aber rechnerisch sperrig und spielt in der Schulstochastik keine Rolle. Damit die Einheit wieder stimmt, zieht man nach dem Quadrieren die Wurzel: genau das ist σ.
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