Welche Fluiddichte und welches Volumen gehören in die Auftriebsformel?
Beim Eintauchen wirkt Wasser auf alle benetzten Außenflächen. Die seitlichen Kräfte heben sich bei einem quaderförmigen Körper paarweise auf, während unten wegen der größeren Tiefe ein höherer Druck herrscht. Die verbleibende Kraft zeigt nach oben. Ein Seil muss deshalb weniger von der Gewichtskraft tragen. Ob der Körper frei schwimmt, folgt erst aus dem Vergleich dieser Auftriebskraft mit Gewicht und weiteren Kräften.[1]
gilt für ein Fluid mit näherungsweise einheitlicher Dichte und konstantem g im hydrostatischen Modell. ist das Volumen, das das umgebende Fluid wegen des Körpers nicht einnehmen kann. Für einen teilweise eingetauchten geschlossenen Körper ist es sein eingetauchter Teil, nicht sein ganzes Volumen. Bei vollständigem Eintauchen ist es das gesamte verdrängende Außenvolumen.[1]
Die eingesetzte Dichte gehört zum Fluid, nicht zum Körper.
Die Körpermasse steht nicht direkt in der Formel für den Auftriebsbetrag. Gemeinsam mit Gewicht und weiteren Kräften bestimmt sie aber die resultierende Kraft und damit die Beschleunigung. Zwei vollständig eingetauchte geschlossene Körper mit gleichem Außenvolumen erfahren im selben homogenen Fluid denselben hydrostatischen Auftrieb, auch wenn ihre Massen verschieden sind. Ob sie sich gerade nach oben oder unten bewegen, hängt zusätzlich von ihrer bisherigen Bewegung ab. Nur beim Loslassen aus der Ruhe kann aus der anfänglichen Beschleunigung auch auf die anfängliche Bewegungsrichtung geschlossen werden.
Wie erklärt der hydrostatische Druck das Archimedische Prinzip?
Betrachte einen vollständig eingetauchten Quader mit horizontaler Grundfläche A und Höhe H. Die Unterseite liegt um H tiefer als die Oberseite, daher ist ihr Druck um ρgH größer. Seitliche Druckkräfte heben sich bei symmetrischen gegenüberliegenden Flächen auf. Die obere Fläche wird nach unten, die untere nach oben gedrückt. Dieser hydrostatische Druckunterschied entsteht im ruhenden Fluid durch die Gewichtskraft der darüberliegenden Fluidmenge.[1][2]
Der gemeinsame Oberflächendruck kürzt sich; das Druckgefälle bleibt.
Für beliebige vollständig umgebene Formen kann man die Druckkräfte über die Oberfläche integrieren. Eine gedachte Fluidfüllung desselben verdrängten Volumens hätte im hydrostatischen Gleichgewicht ihre Gewichtskraft genau durch diese Druckkräfte ausgeglichen. Deshalb ergibt dieselbe Druckverteilung am Körper den Auftrieb gleich dem Gewicht dieser ersetzten Fluidmenge.[1]
Diese Begründung benötigt Fluiddruck an den betreffenden Flächen. Liegt ein Körper dicht auf dem Boden und gelangt keine Flüssigkeit unter ihn, kann die übliche volle Auftriebsbilanz fehlen. Kontaktkräfte und die tatsächliche Druckverteilung müssen dann ausdrücklich untersucht werden.
Wie berechnet man Auftrieb, verdrängtes Volumen und Fluiddichte?
ρV ist die verdrängte Fluidmasse; erst Multiplikation mit g ergibt eine Kraft.
Die Nenner müssen positiv sein; das Volumen muss zu der betrachteten Auftriebskraft gehören.
Ein Liter Wasser mit angenommener Dichte 1000 kg/m3 hat Masse 1 kg und Gewicht 9,81 N bei . Kilogramm und Newton dürfen deshalb nicht als austauschbare Einheiten benutzt werden. Dieselbe verdrängte Masse hat an einem anderen Ort mit anderem g ein anderes Gewicht.
Warum zeigt ein Kraftmesser weniger und wie viel Volumen taucht ein?
Newtons zweites Gesetz verlangt die Summe aller Kräfte am betrachteten Körper. Beim ruhend gehaltenen Unterwasserkörper gleichen Seilspannung und Auftrieb zusammen die Gewichtskraft aus. Der Kraftmesser zeigt die Seilspannung, nicht eine veränderte Körpermasse. Das anschließende Schwimmbeispiel verwendet dagegen die freie Gleichgewichtsbilanz.[1][3]
Eine eingetauchte Last am Kraftmesser
- Gegeben
- Geschlossener Körper: Masse 3 kg, vollständig verdrängtes Volumen 1,2 L. Ruhendes Wasser mit 1000 kg/m3; g = 9,81 m/s2. Der Körper hängt bewegungslos, kein Bodenkontakt.
- Gesucht
- Bestimme Auftrieb und erforderliche Seilspannung.
Ansatz: Für den vollständig eingetauchten ruhenden Körper Archimedes mit der vertikalen Kräftebilanz verbinden.
Das Volumen in Kubikmeter einsetzen.
Auftrieb und Gewichtskraft getrennt berechnen.
Die Kräftebilanz für den ruhenden Körper lösen.
Ergebnis: Auftrieb 11,772 N; der Kraftmesser zeigt eine Seilspannung von 17,658 N.
Kontrolle: Die Masse bleibt 3 kg. Die kleinere Anzeige ist keine Massenänderung, sondern Folge zweier aufwärts gerichteter Kräfte. Ohne Seil bliebe anfangs eine Nettokraft von 17,658 N nach unten.
Eingetauchtes Volumen eines schwimmenden Körpers
- Gegeben
- Geschlossener homogener Körper mit Außenvolumen 2 L und mittlerer Dichte 600 kg/m3; Wasser 1000 kg/m3. Frei schwimmendes statisches Gleichgewicht, Oberflächenspannung und Luftauftrieb vernachlässigt. Fallbeschleunigung: g = 9,81 m/s2.
- Gesucht
- Bestimme Masse, Auftrieb und eingetauchten Volumenanteil.
Ansatz: Beim frei schwimmenden Körper gilt statisches Gleichgewicht; das verdrängte Volumen ist nur der eingetauchte Anteil.
Aus Körperdichte und Gesamtvolumen die Masse bestimmen.
Im Gleichgewicht Auftrieb gleich Gewicht setzen.
Das verdrängte Volumen und den Anteil berechnen.
Ergebnis: Der Körper hat 1,2 kg Masse und verdrängt 1,2 L Wasser. 60 % seines Außenvolumens liegen unter Wasser.
Kontrolle: Vollständiges Eintauchen ergäbe 19,62 N Auftrieb, mehr als seine Gewichtskraft. Frei schwimmend genügt daher ein Teilvolumen. Der Volumenanteil ist nur bei passender Form auch der Höhenanteil.
Bild ansehen: Kräftebilanz beim gehaltenen Körper
Drei Kräfte am eingetauchten Körper
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Wann schwimmt, schwebt oder sinkt ein Körper mit oder ohne Haltekraft?
Nach oben ist positiv; zusätzliche vertikale Kräfte müssen ergänzt werden.
Ohne weitere Kräfte beschleunigt ein vollständig eingetauchter Körper nach oben, wenn , und nach unten bei . Die Bewegungsrichtung folgt zusätzlich aus seiner Anfangsgeschwindigkeit. Ein bereits sinkender Körper kann trotz aufwärts gerichteter Beschleunigung zunächst weiter sinken und dabei langsamer werden. Gleichheit bedeutet keine Beschleunigung in diesem Modell, aber nicht automatisch einen stabilen Gleichgewichtszustand. Mit Strömungswiderstand kann ein sinkender Körper später konstante Geschwindigkeit erreichen, obwohl der Auftrieb allein kleiner als das Gewicht bleibt.
Der Dichtevergleich verwendet die mittlere Dichte des ganzen verdrängenden Körpers, einschließlich eingeschlossener Hohlräume. Die Dichte einer Stahlwand allein entscheidet nicht über einen geschlossenen Rumpf. Auftriebsgleichgewicht garantiert außerdem keine Kippstabilität; dafür zählt die Lage von Schwerpunkt und Auftriebsmittelpunkt bei kleinen Drehungen.
Wie wirkt Auftrieb in Luft und in geschichteten Fluiden?
Das Prinzip gilt auch für Gase. Eigene Modellprobe: Eine geschlossene Hülle mit Gesamtmasse 0,80 kg und verdrängtem Luftvolumen 1 m3 erfährt bei angenommener Außendichte 1,20 kg/m3 Auftrieb von 11,772 N. Ihre Gewichtskraft ist 7,848 N; ohne weitere Kräfte ergibt sich 3,924 N nach oben. Zur Gesamtmasse gehören Hülle, Inhalt und Nutzlast.
Für mehrere ruhende homogene Schichten werden die tatsächlich verdrängten Teilvolumina getrennt gezählt.
Ein Körper an einer Grenzfläche verdrängt eventuell zwei Flüssigkeiten oder Flüssigkeit und Luft. Wer ausschließlich den Wasseranteil berücksichtigt, vernachlässigt den anderen Auftriebsbeitrag. Das ist für Luft oft eine gute Näherung, muss aber zur verlangten Genauigkeit passen. Bei kontinuierlicher Schichtung ersetzt ein Integral die Summe.
Was ändern offene Hohlräume, Bodenkontakt und bewegte Fluide?
beschreibt den hydrostatischen Druckbeitrag. Bewegte Fluide können zusätzliche Widerstands- und Auftriebskräfte erzeugen; der aerodynamische Auftrieb einer Tragfläche ist nicht einfach verdrängte Luftgewichtskraft. Auch Beschleunigung des Behälters, Fluidkompression und Oberflächenspannung erfordern gegebenenfalls weitere Modellterme.
Ein Körper mit offenen Hohlräumen verdrängt nicht automatisch sein gesamtes geometrisches Hüllvolumen. Dringt Fluid ein, muss klar sein, welche Bereiche tatsächlich ausgeschlossen sind. Ebenso darf aus einer scheinbaren Gewichtsabnahme nur dann berechnet werden, wenn Bewegung, andere Haltekräfte und Messgerätebedingungen zur angenommenen Bilanz passen.
Fünf Aufgaben mit Lösungen
Einsetzen und Rechnen · Einstieg
Ein vollständig eingetauchter geschlossener Körper verdrängt 0,75 L Wasser mit 1000 kg/m3. Bestimme FA bei g = 9,81 m/s2.
Hinweis anzeigen
Liter in Kubikmeter umrechnen.
Lernziel: Verdrängtes Fluidvolumen in Auftrieb umrechnen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Das verdrängte Volumen in Kubikmeter umrechnen und mit Fluiddichte und g multiplizieren.
Ergebnis: 7,3575 N Auftrieb nach oben.
Kontrolle: Das verdrängte Wasser besitzt 0,75 kg Masse; seine Gewichtskraft hat denselben Betrag. Die Körpermasse wurde nicht angegeben und ist für diesen Auftriebsbetrag nicht erforderlich.
Umstellen · Anwenden
Ein geschlossener Körper mit 0,90 kg Masse schwimmt frei in einer Flüssigkeit mit 900 kg/m3. Wie viel Volumen verdrängt er im statischen Gleichgewicht? Luftauftrieb vernachlässigen.
Hinweis anzeigen
FA = mg setzen; g kürzt sich.
Lernziel: Verdrängtes Volumen aus Schwimmgleichgewicht bestimmen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Beim freien statischen Schwimmen ohne weitere vertikale Kräfte sind Auftrieb und Gewicht gleich.
Nach dem verdrängten Volumen umstellen; g kürzt sich heraus.
Ergebnis: 1 Liter.
Kontrolle: Ein Liter des Fluids besitzt bei 900 kg/m3 genau 0,9 kg Masse und damit dieselbe Gewichtskraft wie der Körper. Das Gesamtvolumen des Körpers muss mindestens so groß sein.
Einsetzen und Rechnen · Anwenden
Ein vollständig eingetauchter Körper hat Gewichtskraft 40 N und Auftrieb 15 N. Welche Seilspannung hält ihn ohne weitere Kräfte in Ruhe?
Hinweis anzeigen
Die aufwärts gerichteten Kräfte addieren.
Lernziel: Seilspannung aus statischer Kräftebilanz bestimmen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Nach oben positiv wählen.
Seilspannung und Auftrieb wirken nach oben, die Gewichtskraft nach unten.
Da der Körper ruht, muss die Summe null sein.
Ergebnis: 25 N Seilspannung nach oben.
Kontrolle: 25 N und 15 N tragen zusammen die 40 N Gewichtskraft. Die Seilspannung ist damit kleiner als das Gewicht, aber die Masse des Körpers ändert sich nicht.
Interpretieren · Anwenden
Zwei geschlossene starre Körper verdrängen vollständig je 1,00 L ruhendes Wasser (ρ=1000 kg/m3). Ihre Massen sind 0,60 und 1,40 kg. Nach dem Loslassen fehlen Haltekräfte; Widerstand unmittelbar bei v=0 vernachlässigen. Vergleiche Auftrieb und anfängliche Bewegungsrichtung bei g=9,81 m/s2. Verwende das vereinfachte Modell mit hydrostatischem Auftrieb; zusätzliche hydrodynamische Kräfte werden vernachlässigt.
Hinweis anzeigen
Zuerst verdrängtes Fluidgewicht, dann je Körper die Gewichtskraft.
Lernziel: Gleichen Auftrieb von unterschiedlicher resultierender Kraft trennen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Beide Auftriebe sind nach oben.
Die Körpergewichte betragen 5,886 beziehungsweise 13,734 N.
Mit positiver Aufwärtsrichtung sind die resultierenden Kräfte +3,924 und −3,924 N.
Der leichtere steigt anfangs, der schwerere sinkt.
Kontrolle: Gleicher Auftrieb bedeutet weder gleiche Beschleunigung noch Gleichgewicht; für Beschleunigungen wäre jeweils durch die eigene Masse zu teilen.
Fehleranalyse · Anwenden
Eine vollständig untergetauchte oben offene Schale hat 2,0 L äußeres Hüllvolumen, davon 0,20 L undurchlässiges Material. Die 1,80-L-Kavität ist vollständig mit Wasser gefüllt, keine Luft eingeschlossen. Eine Rechnung verwendet 2,0 L für den Auftrieb auf das Schalenmaterial. Korrigiere bei ρ=1000 kg/m3 und g=9,81 m/s2.
Hinweis anzeigen
Das betrachtete System ist das Material; die geflutete Kavität schließt Wasser nicht aus.
Lernziel: Offene Hohlräume beim verdrängten Volumen berücksichtigen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Verdrängt wird hier nur das undurchlässige Materialvolumen.
Deshalb folgt 1,962 N statt 19,62 N.
Der Fehler war die Gleichsetzung von Hüllvolumen und tatsächlich ausgeschlossenem Fluidvolumen.
Kontrolle: Ohne Luftpolster übt das Wasser auch auf die inneren Wände Druck aus; diese Beiträge dürfen nicht fehlen. Das Ergebnis bestimmt noch nicht, ob die Schale sinkt, denn ihre Masse wurde nicht angegeben.
Das Wichtigste im Überblick
Auftrieb hängt von Dichte und Volumen der verdrängten Flüssigkeit ab. Bei teilweisem Eintauchen zählt nur das eingetauchte Volumen. Ob ein Körper beschleunigt, gehalten wird oder frei schwimmt, entscheidet die vollständige Kräftebilanz mit Gewicht und möglichen weiteren Kräften.
Belege zu dieser Erklärung
Quanta · Bearbeitet 1. Oktober 2026
- OpenStax, University Physics 1 §14.4: Archimedes’ Principle and Buoyancy
- OpenStax, University Physics 1 §14.1: Fluids, Density, and Pressure
- OpenStax University Physics1 §5.3: Newton’s Second Law
Redaktion: Quanta Study Redaktion
Prüfumfang
Diese Erklärung, 2 Rechenbeispiele und 5 Aufgaben liegen auf Deutsch und Englisch vor. Aufbau, Quellenzuordnung und mathematische Darstellung werden automatisiert geprüft. Rechnungen, Modellvoraussetzungen und beide Sprachfassungen erhalten eine gesonderte KI-Gegenprüfung.
Für einen früheren veröffentlichten Stand dieser Seite ist eine interne menschliche Fachprüfung dokumentiert. Diese Bestätigung gilt nicht automatisch für die überarbeitete Erklärung und die neuen Aufgaben.
Eine unabhängige, namentliche menschliche Fachprüfung ist noch nicht dokumentiert. Unsere Aufgabenzahlen sind Rechenbeispiele und keine Messdaten der zitierten Quellen.
Redaktion, Quellen und VorgehenÄnderungsverlauf
- Fluiddichte, verdrängtes Volumen, Kraftmesser- und Schwimmfragen erschlossen; vollständige Kräftebilanz erläutert und Druck, Körperdichte sowie Newton im Kontext verlinkt.
- Zwei Aufgaben ergänzt; die fünf Aufgaben nach Aufgabentyp, Schwierigkeit und Lernziel gegliedert.
- Lernzugang und Lösungswege überarbeitet; Modellannahmen und Zahlen unabhängig mit Primärquellen abgeglichen.
Diese Nachschlageseite zitieren
Quanta. Auftriebskraft (Archimedes). Stand 1. Oktober 2026. https://quanta-study.de/tafelwerk/auftrieb-archimedes
Bei einer konkreten fachlichen Aussage zusätzlich die dort verknüpfte Fachquelle nennen.