Wie lautet die Dichteformel und welches Volumen zählt?
Zwei gleich große Würfel können auf der Waage sehr verschiedene Massen zeigen. Gleiche Volumina zu vergleichen macht die Stoffeigenschaft sichtbar; allein die Masse tut das nicht. Umgekehrt kann ein großer leichter Schaumkörper mehr Masse besitzen als ein kleiner Metallkörper. Deshalb vergleichen wir zunächst Masse pro Volumen und klären dann, welches Volumen zum betrachteten System gehört.[1]
definiert die mittlere Massendichte für die betrachtete Masse und ihr Volumen . Bei einem homogenen Material unter gleichen Bedingungen ist das Verhältnis für verschieden große Proben gleich. Bei einem zusammengesetzten Körper kann es nur eine Gesamtmittelung sein. Dichte ist weder Masse noch Gewichtskraft.[1]
Für m = ρV mit nur einer Materialdichte ist Homogenität vorausgesetzt; die letzte Umstellung braucht ρ > 0.
Ein kleiner dichter Metallkörper kann weniger Masse haben als ein großer leichter Schaumkörper. Für eine eigene Vergleichsprobe haben 10 cm3 mit 8 g/cm3 eine Masse von 80 g; 1000 cm3 mit 0,1 g/cm3 dagegen 100 g. Das dichtere Objekt ist in diesem Fall das leichtere.
Gleiches Volumen, verschiedene Masse
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Definition statt Naturgesetz-Beweis
Die Dichteformel wird als Verhältnis definiert, nicht aus einem Bewegungsgesetz bewiesen. Sind ρ und die Materialbedingungen überall gleich, ergibt sich die Masse eines Teilvolumens durch Multiplikation. Verdoppeln sich Volumen und Masse gemeinsam, bleibt das Verhältnis gleich. Bloßes Zusammendrücken bei gleicher Masse verändert das Volumen und damit die Dichte.
Die lokale Kontinuumsdichte kann räumlich variieren; das Integral summiert die Massen der kleinen Volumenelemente.
Für eine vertiefte Beschreibung teilt man einen Körper gedanklich in kleine Volumenstücke. Jedes Stück soll noch so viele Teilchen enthalten, dass eine mittlere Dichte darin sinnvoll ist. So kann die Dichte an verschiedenen Stellen unterschiedlich sein, beispielsweise bei einer Wand mit eingeschlossenen Hohlräumen. Für den ganzen Körper bleibt die mittlere Dichte. Sie ist nicht zwingend die Dichte an jeder einzelnen Stelle. Die Darstellung als glattes Dichtefeld heißt Kontinuumsmodell.
Masse und Volumen berechnen: g/cm3 in kg/m3 umrechnen
Die drei Raumrichtungen tragen jeweils einen Faktor 10−2.
1 mL entspricht 1 cm3; 1 L entspricht 1000 cm3 beziehungsweise 10−3 m3. Rechne entweder Gramm mit Kubikzentimetern oder Kilogramm mit Kubikmetern. Aus kg/cm3 darf nicht ohne Umrechnung kg/m3 werden. 2,5 g/cm3 ergeben 2500 kg/m3, nicht 0,0025 kg/m3.
Masse wird mit einer Waage bestimmt, Volumen beispielsweise aus gemessenen Abmessungen. Beim Würfel ist : Ein Fehler der Kantenlänge wirkt daher dreifach auf den relativen Volumenfehler, soweit die lineare Fehlernäherung gilt. Ein Dichtewert mit vielen Dezimalstellen ersetzt keine entsprechend genaue Messung.
Wie misst du Dichte mit Abmessungen oder Verdrängung?
Dichte eines geometrischen Körpers
- Gegeben
- Würfelkante 4,0 cm; Masse 172,8 g. Alle Maße beschreiben denselben Körper.
- Gesucht
- Bestimme die mittlere Dichte in g/cm3 und kg/m3.
Ansatz: Aus der Würfelgeometrie das Gesamtvolumen und daraus die mittlere Dichte desselben Körpers bestimmen.
Das Volumen aus der Kantenlänge berechnen.
Masse durch Volumen teilen.
In die SI-Einheit umrechnen.
Ergebnis: Die mittlere Dichte ist im Rechenmodell 2,7 g/cm3 beziehungsweise 2700 kg/m3.
Kontrolle: Rückrechnung: 2700·6,4·10−5 kg = 0,1728 kg. Der Wert ist mit Aluminium vereinbar, bestimmt das Material aber nicht eindeutig.
Unregelmäßigen Körper durch Verdrängung messen
- Gegeben
- Körpermasse 500 g; Flüssigkeitsstand vor Eintauchen 350 mL, danach 550 mL. Der Körper ist vollständig eingetaucht, nicht löslich und nimmt keine Flüssigkeit auf; keine Luftblasen.
- Gesucht
- Bestimme Volumen und mittlere Dichte.
Ansatz: Bei vollständiger blasenfreier Immersion ohne Stoffaufnahme entspricht die Pegeldifferenz dem Körpervolumen; Masse durch dieses Volumen teilen.
Die Differenz der Flüssigkeitsstände bilden.
Die Masse durch das verdrängte Volumen teilen.
Die SI-Dichte bestimmen.
Ergebnis: Das verdrängte Volumen ist 200 cm3; die mittlere Dichte beträgt 2500 kg/m3.
Kontrolle: Rückrechnung: 2500·0,0002 = 0,5 kg. Mit einer angenommenen Volumenabweichung von ±2 cm3 läge der Quotient bei gleicher Masse zwischen etwa 2475 und 2525 kg/m3.
Welche Dichte haben Hohlkörper und Mischungen?
Bei einem verschlossenen hohlen Körper umfasst das äußere Volumen auch den eingeschlossenen Hohlraum. Seine mittlere Dichte kann weit unter der Dichte des Wandmaterials liegen. Bei offenen Poren hängt eine Verdrängungsmessung davon ab, ob Flüssigkeit eindringt. Materialvolumen, Hüllvolumen und beim Schüttgut zusätzlich Zwischenkornräume dürfen nicht verwechselt werden.
Ein eigener Hohlkörpervergleich: 60 g Wandmaterial in einer geschlossenen äußeren Hülle von 100 cm3 ergibt eine Körperdichte von 0,60 g/cm3. Daraus folgt nicht, dass das Wandmaterial selbst diese Dichte hat. Für dessen Dichte müsste sein tatsächliches Materialvolumen bekannt sein.
Das gemessene Gesamtvolumen ist maßgeblich; es muss nicht gleich V1 + V2 sein.
Nur wenn die Teilvolumina additiv sind, folgt . Das einfache arithmetische Mittel der Dichten gilt selbst dann nur bei gleichen Teilvolumina. Bei gleichen Massen ergeben sich andere Gewichtungen. Bei einer Flüssigkeitsmischung kann sich das Volumen ändern; dann muss das tatsächliche Mischungsvolumen verwendet werden.
Wie hängen Dichte, Temperatur und Druck zusammen?
Dichte ist keine unter allen Bedingungen unveränderliche Stoffzahl. Bei festgehaltener Masse führt eine Volumenzunahme zu geringerer Dichte. Mit folgt , solange diese Näherung der thermischen Volumenausdehnung gilt. Bei Phasenwechseln oder großen Temperaturbereichen reicht sie nicht. Die lineare Wärmeausdehnung betrifft zunächst eine Länge; für frei expandierendes isotropes Material gilt bei kleinen Änderungen näherungsweise . Längen- und Volumenkoeffizient dürfen nicht unverändert gleichgesetzt werden.[2]
Wasser ist ein wichtiges Gegenbeispiel zum pauschalen Satz, Erwärmen verringere stets die Dichte: Zwischen ungefähr 0 und 4 °C nimmt die Dichte flüssigen Wassers bei üblichen Druckbedingungen zu. Deshalb sind tabellierte Dichten mit Temperatur, Druck und gegebenenfalls Materialzustand zu lesen.[2]
Für ein ideales Gas folgt dies aus pV = nRT und m = nM. p ist Absolutdruck in Pa, M die molare Masse in kg/mol, R die molare Gaskonstante in J/(mol·K); T wird in Kelvin eingesetzt.[3]
Bei unverändertem p und unveränderter Zusammensetzung halbiert doppelte absolute Temperatur die ideale Gasdichte. Bei festem Volumen und fester Teilchenzahl bleibt die Dichte hingegen gleich und der Druck steigt. Die Randbedingungen entscheiden, nicht die Temperatur allein. Das ideale Gasgesetz liefert die dafür verwendete Zustandsbeziehung mit Absolutdruck und Kelvin-Temperatur.[3]
Wann schwimmt ein Körper und wie viel Volumen taucht ein?
Für einen frei schwimmenden Körper im statischen Gleichgewicht ohne weitere vertikale Kräfte gleicht die Auftriebskraft die Gewichtskraft aus. In homogener Flüssigkeit gilt . Mit der Körpermittelung folgt der eingetauchte Volumenanteil , wenn dieser kleiner als eins ist.[4]
Der eigene geschlossene 60-g-Körper mit 100 cm3 Hüllvolumen würde in Wasser mit angenommener Dichte 1 g/cm3 idealisiert zu 60 % seines Volumens eintauchen. Dieser Anteil ist nicht automatisch 60 % seiner Höhe; die Form entscheidet über die Zuordnung von Volumen und Höhe.
Dichte allein erklärt keine Situation mit Oberflächenspannung, zusätzlicher Haltekraft, stark geschichtetem Fluid oder einem Körper, der sich mit Flüssigkeit füllt. Auch eine Materialidentifikation braucht mehr als einen einzelnen Dichtewert: Legierung, Poren, Temperatur und Messunsicherheit können ähnliche Ergebnisse erzeugen.
Fünf Aufgaben mit Lösungen
Einsetzen und Rechnen · Einstieg
Eine Probe hat 84 g Masse und 12 cm3 Volumen. Bestimme ihre Dichte in beiden üblichen Einheiten.
Hinweis anzeigen
Zunächst in g/cm3 rechnen.
Lernziel: Massendichte mit Einheitenumrechnung berechnen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Die mittlere Dichte ist Masse geteilt durch das zugehörige Volumen.
Gramm und Kubikzentimeter dürfen hier gemeinsam verwendet werden; für SI anschließend den Faktor 1000 anwenden.
Ergebnis: 7 g/cm3 oder 7000 kg/m3.
Kontrolle: Dichte mal 12 cm3 ergibt die ursprünglichen 84 g.
Umstellen · Einstieg
Wie viel Masse enthält ein Volumen von 2,5 L bei einer Dichte von 800 kg/m3?
Hinweis anzeigen
Liter in Kubikmeter umrechnen.
Lernziel: Masse aus Dichte und Volumen bestimmen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Nach der Masse umstellen und das Volumen vor dem Einsetzen in Kubikmeter umrechnen.
Ergebnis: 2 kg.
Kontrolle: Zwei Kilogramm verteilt auf 2,5 Liter entsprechen 0,8 kg pro Liter, also der gegebenen Dichte. Die Umrechnung verändert die Einheit, nicht die physikalische Masse.
Transfer · Anwenden
Zwei inkompressible Teilkörper mit additiven Volumina haben je 100 cm3 und Dichten 2 beziehungsweise 4 g/cm3. Bestimme die mittlere Dichte des Gesamtkörpers.
Hinweis anzeigen
Die Massen addieren und durch das Gesamtvolumen teilen.
Lernziel: Gesamtdichte aus additiven Teilmassen und Volumina bestimmen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Für jeden Teilkörper die Masse berechnen; anschließend Gesamtmasse durch das additive Gesamtvolumen teilen.
Ergebnis: 3 g/cm3.
Kontrolle: Der Wert liegt zwischen beiden Teildichten. Hier ist er ihr arithmetisches Mittel, weil die Teilvolumina gleich sind; bei gleichen Massen wäre diese Mittelung im Allgemeinen falsch.
Interpretieren · Anwenden
Ein geschlossener Körper dehnt sich so aus, dass sein Volumen um 5 % wächst; seine Masse bleibt konstant. Anfangsdichte 1000 kg/m3. Wie ändert sich die mittlere Dichte? Ist ein Rückgang um exakt 5 % richtig?
Hinweis anzeigen
Die neue Dichte ist umgekehrt proportional zum neuen Volumen.
Lernziel: Dichteänderung bei massenerhaltender Ausdehnung beurteilen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: V2=1,05V1 bei m2=m1.
Daher ρ2=≈952,381 kg/m3.
Die relative Abnahme beträgt etwa 4,7619 %, nicht exakt 5 %.
Kontrolle: ρ2V2=ρ1V1 erhält die Masse. Ein linearer Rückgang um 5 % wäre nur eine Näherung; diese Aufgabe benötigt keinen bestimmten Temperaturkoeffizienten, weil die Volumenänderung bereits gegeben ist.
Fehleranalyse · Anwenden
Zwei Teilkörper haben je 1,00 kg Masse und Dichten 1000 beziehungsweise 2000 kg/m3. Ihre Volumina sind additiv. Eine Lösung mittelt die Dichten zu 1500 kg/m3. Prüfe und korrigiere.
Hinweis anzeigen
Gleiche Massen bedeuten hier ungleiche Volumina.
Lernziel: Mittlere Dichte mit richtigen Masse- und Volumengewichten bilden.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Erst beide Volumina aus bestimmen: 0,001 und 0,0005 m3.
Gesamtmasse 2 kg geteilt durch Gesamtvolumen 0,0015 m3 ergibt 1333,33 kg/m3.
Das arithmetische Dichtemittel würde bei gleichen Teilvolumina passen, die hier gerade nicht vorliegen.
Kontrolle: Der Gesamtkörper liegt dichter als der erste und weniger dicht als der zweite; sein Volumen rekonstruiert sich aus der richtigen Gesamtdichte.
Das Wichtigste im Überblick
Dichte verbindet Masse und Volumen desselben Körpers. Rechne beide Größen in passende Einheiten um und prüfe, ob eine mittlere oder örtliche Dichte gemeint ist. Für zusammengesetzte Körper bilden Gesamtmasse und Gesamtvolumen die mittlere Dichte; ein einfacher Mittelwert der Materialdichten genügt nicht.
Belege zu dieser Erklärung
Quanta · Bearbeitet 1. Oktober 2026
- OpenStax, University Physics 1 §14.1: Fluids, Density, and Pressure
- OpenStax, University Physics 2 §1.3: Thermal Expansion
- OpenStax, University Physics 2 §2.1: Molecular Model of an Ideal Gas
- OpenStax, University Physics 1 §14.4: Archimedes’ Principle and Buoyancy
Redaktion: Quanta Study Redaktion
Prüfumfang
Diese Erklärung, 2 Rechenbeispiele und 5 Aufgaben liegen auf Deutsch und Englisch vor. Aufbau, Quellenzuordnung und mathematische Darstellung werden automatisiert geprüft. Rechnungen, Modellvoraussetzungen und beide Sprachfassungen erhalten eine gesonderte KI-Gegenprüfung.
Für einen früheren veröffentlichten Stand dieser Seite ist eine interne menschliche Fachprüfung dokumentiert. Diese Bestätigung gilt nicht automatisch für die überarbeitete Erklärung und die neuen Aufgaben.
Eine unabhängige, namentliche menschliche Fachprüfung ist noch nicht dokumentiert. Unsere Aufgabenzahlen sind Rechenbeispiele und keine Messdaten der zitierten Quellen.
Redaktion, Quellen und VorgehenÄnderungsverlauf
- Dichteformel, Umstellungen, Volumenwahl, Messung und Schwimmfrage über präzise Überschriften erschlossen; vorhandene Hohlkörper-/Messbeispiele erhalten und Gasgesetz, begrenzte thermische Ausdehnung sowie Auftrieb im Zusammenhang verlinkt.
- Zwei Aufgaben ergänzt; die fünf Aufgaben nach Aufgabentyp, Schwierigkeit und Lernziel gegliedert.
- Lernzugang und Lösungswege überarbeitet; Modellannahmen und Zahlen unabhängig mit Primärquellen abgeglichen.
Diese Nachschlageseite zitieren
Quanta. Dichte. Stand 1. Oktober 2026. https://quanta-study.de/tafelwerk/dichte
Bei einer konkreten fachlichen Aussage zusätzlich die dort verknüpfte Fachquelle nennen.