Binomialverteilung
Die Binomialverteilung gibt die Wahrscheinlichkeit für genau k Treffer in n unabhängigen Versuchen mit Trefferwahrscheinlichkeit p an.
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Formel
P(X = k) = \binom{n}{k} \cdot p^{k} \cdot (1-p)^{n-k}Variablen & Einheiten – Binomialverteilung
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| n | Anzahl der unabhängigen Versuche | dimensionslos |
| k | Anzahl der Treffer (0 ≤ k ≤ n) | dimensionslos |
| p | Trefferwahrscheinlichkeit pro Versuch | dimensionslos |
| (n über k) | Binomialkoeffizient, Anzahl der Trefferanordnungen | dimensionslos |
Herleitung & Hintergrund – Binomialverteilung
Jakob Bernoulli untersuchte in der Ars conjectandi (1713) Ketten identischer Ja/Nein-Versuche. Voraussetzungen: feste Versuchszahl n, nur zwei Ausgänge, konstantes p, unabhängige Versuche (Bernoulli-Kette). Kennwerte: E(X) = n·p und σ = √(n·p·(1−p)). Für große n nähert sich die Binomialverteilung der Normalverteilung (Laplace-Bedingung σ > 3).
Prüfungs-Blueprint
Gültigkeitsbereich
Gilt für Bernoulli-Ketten: feste Anzahl n unabhängiger Versuche mit genau zwei Ausgängen und konstantem p. Beim Ziehen ohne Zurücklegen nur näherungsweise gültig.
Herleitung in Schritten
Pfadregel für einen Treffer-Pfad mal Anzahl der möglichen Pfade.
- 1Ein fester Pfad mit k Treffern und n − k Nieten hat die Wahrscheinlichkeit pᵏ·(1−p)ⁿ⁻ᵏ.
- 2Es gibt (n über k) solcher Pfade; Addition ergibt die Formel.
Umstellen
Erwartungswert
Mittlere Trefferzahl einer Bernoulli-Kette.
Standardabweichung
Grundlage der Sigma-Regeln und Prognoseintervalle.
Mindestens ein Treffer
Über das Gegenereignis: kein einziger Treffer.
Aufgabenvariante
Ein Schütze trifft mit p = 0,8. Wie wahrscheinlich sind genau 4 Treffer bei 5 Schüssen?
P(X = 4) = (5 über 4)·0,8⁴·0,2¹ = 5·0,4096·0,2 = 0,4096, also rund 41 %.
Wie wahrscheinlich ist bei 10 Würfelwürfen mindestens eine Sechs?
Gegenereignis: keine Sechs, P = (5/6)¹⁰ ≈ 0,1615. Also P(X ≥ 1) = 1 − 0,1615 ≈ 0,838, rund 84 %.
Typische Fehler
Den Binomialkoeffizienten (n über k) weglassen.
pᵏ(1−p)ⁿ⁻ᵏ ist nur EIN Pfad; die Anordnungen zählen mit.
„Mindestens k" als P(X = k) rechnen.
P(X ≥ k) = 1 − P(X ≤ k − 1) mit der kumulierten Verteilung.
Die Binomialverteilung beim Ziehen ohne Zurücklegen ansetzen.
Dann ändert sich p von Zug zu Zug; korrekt ist die hypergeometrische Verteilung, bei großen Grundgesamtheiten näherungsweise binomial.
p und 1 − p vertauschen.
p gehört zum Exponenten k der Treffer.
Klausurkontext
- Pflichtteil-Klassiker: Trefferzahlen, „mindestens/höchstens"-Fragen und Prognoseintervalle.
Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.
Formelcluster
Stochastik-Kern
Binomialverteilung, Erwartungswert und Standardabweichung bilden das Abitur-Dreieck der Stochastik.
Rechenbeispiel
10 Münzwürfe (n = 10, p = 0,5), genau 3-mal Kopf: P(X = 3) = (10 über 3)·0,5³·0,5⁷ = 120·0,5¹⁰ = 120/1024 ≈ 0,117, also rund 11,7 %.
Anwendungsgebiete
Qualitätskontrolle (Ausschussquoten), Trefferaufgaben im Abitur, Multiple-Choice-Raten, Stichprobenmodelle, Hypothesentests
Quanta-Prüfungsset
Kuratiertes Prüfungsset für "Binomialverteilung":
Frage (Vorderseite)
Welche Formel beschreibt Binomialverteilung?
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Frage (Vorderseite)
Wie stellst du P(X=k) = (n über k)·pᵏ·(1−p)ⁿ⁻ᵏ nach Erwartungswert um?
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Frage (Vorderseite)
Welcher typische Fehler passiert bei P(X=k) = (n über k)·pᵏ·(1−p)ⁿ⁻ᵏ?
Antwort in deinem Set
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Wissenschaftliche Quellen
Häufige Schreibweisen & Suchanfragen
Verwandte Formeln
Weitere Mathematik-Formeln
Häufige Fragen zu Binomialverteilung
Wann ist eine Zufallsgröße binomialverteilt?+
Wenn das Experiment eine Bernoulli-Kette ist, müssen vier Bedingungen erfüllt sein: Es gibt eine feste Anzahl n von Versuchen; jeder Versuch hat genau zwei Ausgänge (Treffer/Niete); die Trefferwahrscheinlichkeit p ist in jedem Versuch gleich; die Versuche sind unabhängig voneinander. Die Zufallsgröße X zählt dann die Treffer. Klassische Beispiele: Münzwürfe, Würfeln auf eine bestimmte Zahl, Multiple-Choice-Raten. Kritisch wird es beim Ziehen ohne Zurücklegen, etwa Losen aus einer Urne: Dort ändert sich p von Zug zu Zug, exakt zuständig ist die hypergeometrische Verteilung. Ist die Grundgesamtheit aber sehr groß im Vergleich zur Stichprobe, ändert sich p kaum und die Binomialverteilung ist eine gute Näherung; genau so argumentiert man in vielen Abituraufgaben.
Wie berechne ich P(X = k) konkret?+
Setze n, k und p in P(X = k) = (n über k)·pᵏ·(1−p)ⁿ⁻ᵏ ein. Der Binomialkoeffizient (n über k) zählt, auf wie viele Arten sich die k Treffer auf die n Plätze verteilen können; pᵏ·(1−p)ⁿ⁻ᵏ ist die Wahrscheinlichkeit eines einzelnen solchen Pfades. Beispiel: 10 Münzwürfe, genau 3-mal Kopf: (10 über 3) = 120, also P(X = 3) = 120·0,5³·0,5⁷ = 120·0,5¹⁰ = 120/1024 ≈ 0,117. Auf dem Taschenrechner übernimmt das die Funktion binompdf(n, p, k) beziehungsweise BinomialPD. Achte darauf, p und k richtig zuzuordnen: p gehört zum Exponenten der Treffer, 1 − p zu den Nieten, und beide Exponenten müssen sich zu n addieren.
Wie rechne ich „mindestens" und „höchstens" Aufgaben?+
Übersetze die Wörter zuerst in Ungleichungen. „Höchstens k Treffer" heißt P(X ≤ k), das liefert die kumulierte Verteilungsfunktion (binomcdf) direkt. „Mindestens k Treffer" heißt P(X ≥ k) = 1 − P(X ≤ k − 1); der Umweg über das Gegenereignis ist nötig, weil Tabellen und Rechner nur „≤" kennen. Vorsicht bei den Rändern: „mehr als k" bedeutet P(X ≥ k + 1), „weniger als k" bedeutet P(X ≤ k − 1). Der beliebteste Spezialfall ist „mindestens ein Treffer": P(X ≥ 1) = 1 − P(X = 0) = 1 − (1−p)ⁿ. Beispiel: Bei 10 Würfelwürfen mindestens eine Sechs: 1 − (5/6)¹⁰ ≈ 1 − 0,162 = 0,838. Das Aufschreiben der Ungleichung vor dem Rechnen verhindert die häufigen Um-eins-verrutscht-Fehler.
Was sind Erwartungswert und Standardabweichung der Binomialverteilung?+
Für eine binomialverteilte Zufallsgröße gelten die Kurzformeln E(X) = μ = n·p und σ = √(n·p·(1−p)). Beispiel: n = 100 Würfe einer fairen Münze ergeben μ = 50 und σ = √(100·0,5·0,5) = 5. Der Erwartungswert ist die auf lange Sicht mittlere Trefferzahl, die Standardabweichung misst die typische Abweichung davon. Beide zusammen tragen die Sigma-Regeln: Rund 68 % der Ergebnisse liegen in [μ − σ; μ + σ], rund 95 % in [μ − 2σ; μ + 2σ], vorausgesetzt die Laplace-Bedingung σ > 3 ist erfüllt. Im Beispiel heißt das: Mit etwa 95 % Wahrscheinlichkeit fallen zwischen 40 und 60 Köpfe. Solche Prognoseintervalle sind Standardbestandteil von Abituraufgaben.
Was ist der Unterschied zwischen Binomialverteilung und Normalverteilung?+
Die Binomialverteilung ist diskret: Sie ordnet den ganzzahligen Trefferzahlen k = 0, 1, ..., n einzelne Wahrscheinlichkeiten zu und passt zu Zählexperimenten. Die Normalverteilung ist stetig: Sie beschreibt Größen wie Messwerte über eine Dichtefunktion, und Wahrscheinlichkeiten sind Flächen unter der Glockenkurve. Die Brücke: Für großes n sieht das Histogramm der Binomialverteilung selbst wie eine Glockenkurve aus, und man darf sie durch eine Normalverteilung mit demselben μ = np und σ = √(np(1−p)) annähern; als Faustregel verlangt man σ > 3 (Laplace-Bedingung). Diese Näherung steckt hinter den Sigma-Regeln der Stochastik. Im Abitur zählst du also diskret mit der Binomialverteilung und nutzt die Normalverteilungslogik für Intervallaussagen.
Binomialverteilung prüfungssicher behalten
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Wie berechnet man mit Binomialverteilung?
So gehst du eine typische Aufgabe zu Binomialverteilung (P(X=k) = (n über k)·pᵏ·(1−p)ⁿ⁻ᵏ) Schritt für Schritt an:
- 1
Aufgabe
Ein Schütze trifft mit p = 0,8. Wie wahrscheinlich sind genau 4 Treffer bei 5 Schüssen?
Rechenweg
P(X = 4) = (5 über 4)·0,8⁴·0,2¹ = 5·0,4096·0,2 = 0,4096, also rund 41 %.
- 2
Aufgabe
Wie wahrscheinlich ist bei 10 Würfelwürfen mindestens eine Sechs?
Rechenweg
Gegenereignis: keine Sechs, P = (5/6)¹⁰ ≈ 0,1615. Also P(X ≥ 1) = 1 − 0,1615 ≈ 0,838, rund 84 %.