Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung
Der Hauptsatz verbindet Ableiten und Integrieren: Ein bestimmtes Integral wird über eine Stammfunktion an den Grenzen ausgewertet.
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Formel
\int_{a}^{b} f(x) \, dx = F(b) - F(a)Variablen & Einheiten – Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| f | Stetige Integrandenfunktion | dimensionslos |
| F | Stammfunktion von f (F′ = f) | dimensionslos |
| a, b | Untere und obere Integrationsgrenze | dimensionslos |
Herleitung & Hintergrund – Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung
Der Hauptsatz (Newton, Leibniz, um 1670-1686) ist das Fundament der Analysis: Die Integralfunktion I(x) = ∫ₐˣ f(t) dt ist differenzierbar mit I′ = f. Damit wird die mühsame Grenzwertbildung über Ober- und Untersummen durch das Auffinden einer Stammfunktion ersetzt. Die Schreibweise [F(x)]ₐᵇ bedeutet F(b) − F(a); welche Stammfunktion man wählt, ist egal, das +C hebt sich weg.
Prüfungs-Blueprint
Gültigkeitsbereich
Gilt für stetige Funktionen f auf [a; b] mit Stammfunktion F. Bei Definitionslücken im Intervall darf der Satz nicht über die Lücke hinweg angewendet werden.
Herleitung in Schritten
Die Integralfunktion I(x) = ∫ₐˣ f(t) dt hat die Ableitung f.
- 1Der Zuwachs I(x + h) − I(x) ist ein schmaler Streifen ≈ f(x)·h, also I′ = f.
- 2I und F unterscheiden sich nur um eine Konstante; aus I(a) = 0 folgt I(b) = F(b) − F(a).
Umstellen
Integralfunktion ableiten
Teil 1 des Hauptsatzes: Integrieren und Ableiten heben sich auf.
Vertauschte Grenzen
Grenzen tauschen dreht das Vorzeichen.
Mittelwert einer Funktion
Durchschnittswert von f auf [a; b], eine Standard-Klausurfrage.
Aufgabenvariante
Berechne ∫₀² (3x² + 1) dx.
F(x) = x³ + x. F(2) − F(0) = (8 + 2) − 0 = 10.
Berechne ∫₁ᵉ 1/x dx.
F(x) = ln x. F(e) − F(1) = 1 − 0 = 1. Die Hyperbelfläche von 1 bis e ist exakt 1.
Typische Fehler
F(a) − F(b) statt F(b) − F(a) rechnen.
Obere Grenze zuerst; sonst dreht sich das Vorzeichen.
Beim bestimmten Integral das +C mitschleppen.
C hebt sich in F(b) − F(a) weg.
Über eine Polstelle hinweg integrieren, etwa ∫₋₁¹ 1/x² dx.
f ist bei 0 nicht stetig; der Hauptsatz ist dort nicht anwendbar.
Klausurkontext
- Jede Integralrechnung im Abitur läuft über den Hauptsatz; dazu Fragen zur Integralfunktion.
Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.
Formelcluster
Integralrechnung
Verbindet Stammfunktionen mit bestimmten Integralen und Flächen.
Rechenbeispiel
∫₁³ 2x dx = [x²]₁³ = 3² − 1² = 9 − 1 = 8. Die Stammfunktion F(x) = x² wird nur an den Grenzen ausgewertet, keine Zerlegung in Rechtecke nötig.
Anwendungsgebiete
Berechnung bestimmter Integrale, Flächen- und Mittelwertberechnung, Physik (Arbeit als Kraft-Weg-Integral), Gesamtänderung aus Änderungsrate
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Frage (Vorderseite)
Welche Formel beschreibt Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung?
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Frage (Vorderseite)
Wie stellst du ∫ₐᵇ f(x) dx = F(b) − F(a) nach Integralfunktion ableiten um?
Antwort in deinem Set
Frage (Vorderseite)
Welcher typische Fehler passiert bei ∫ₐᵇ f(x) dx = F(b) − F(a)?
Antwort in deinem Set
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Wissenschaftliche Quellen
Häufige Schreibweisen & Suchanfragen
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Häufige Fragen zu Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung
Was besagt der Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung?+
Er verbindet die zwei großen Operationen der Analysis: Ableiten und Integrieren sind Umkehrungen voneinander. Teil 1 sagt: Die Integralfunktion I(x) = ∫ₐˣ f(t) dt einer stetigen Funktion f ist differenzierbar, und ihre Ableitung ist wieder f. Teil 2 liefert die Rechenregel: ∫ₐᵇ f(x) dx = F(b) − F(a) für jede Stammfunktion F von f. Die praktische Bedeutung ist enorm: Statt Flächen mühsam als Grenzwert von Rechteckssummen zu bestimmen, suchst du eine Stammfunktion und wertest sie an zwei Stellen aus. Beispiel: ∫₁³ 2x dx = [x²]₁³ = 9 − 1 = 8. Ohne den Hauptsatz gäbe es keine praktikable Integralrechnung in der Schule.
Wie berechne ich ein bestimmtes Integral mit dem Hauptsatz?+
In drei Schritten. Erstens: Stammfunktion F des Integranden bilden, mit den Grundintegralen; das +C darfst du weglassen. Zweitens: Die Klammer-Notation aufschreiben, [F(x)]ₐᵇ. Drittens: Obere Grenze einsetzen, untere Grenze einsetzen, subtrahieren: F(b) − F(a). Beispiel: ∫₀² (3x² + 1) dx = [x³ + x]₀² = (8 + 2) − (0 + 0) = 10. Achte auf die Reihenfolge, obere minus untere Grenze, und setze beim Einsetzen negative Grenzen in Klammern, damit Vorzeichen nicht verrutschen: [x²]₋₁¹ = 1 − 1 = 0, nicht 1 + 1. Das Ergebnis kann negativ sein, das ist kein Fehler, sondern bedeutet Fläche unterhalb der x-Achse.
Warum entfällt das +C beim bestimmten Integral?+
Weil es sich beim Subtrahieren selbst auslöscht. Nimmst du statt F die Stammfunktion F + C, dann rechnest du (F(b) + C) − (F(a) + C) = F(b) − F(a); das C hebt sich exakt weg, egal welchen Wert es hat. Deshalb ist der Wert des bestimmten Integrals unabhängig davon, welche Stammfunktion aus der Kurvenschar du wählst, und man nimmt der Einfachheit halber die mit C = 0. Das erklärt auch den formalen Unterschied: Das unbestimmte Integral ∫f(x) dx ist eine Funktionenmenge und braucht das +C, das bestimmte Integral ∫ₐᵇ f(x) dx ist eine einzelne Zahl und braucht es nicht. Wer in Klausuren beim bestimmten Integral ein C mitführt, zeigt damit eher Unsicherheit.
Was ist eine Integralfunktion und was hat sie mit dem Hauptsatz zu tun?+
Eine Integralfunktion hält die untere Grenze fest und lässt die obere laufen: I(x) = ∫ₐˣ f(t) dt. Sie misst die bis zur Stelle x aufgelaufene orientierte Fläche unter f. Der Hauptsatz (Teil 1) sagt: I ist differenzierbar mit I′(x) = f(x), jede Integralfunktion ist also eine Stammfunktion von f. Die Umkehrung gilt nicht ganz: Nicht jede Stammfunktion ist eine Integralfunktion, denn Integralfunktionen haben immer eine Nullstelle bei x = a (dort ist die Fläche 0). Typische Klausurfragen dazu: „Begründe, dass I(a) = 0", „Wo hat I Extremstellen?" (an den Nullstellen von f mit Vorzeichenwechsel) und „Wo ist I monoton wachsend?" (wo f positiv ist).
Wo liegen die Grenzen des Hauptsatzes?+
Der Satz verlangt einen stetigen Integranden auf dem gesamten Integrationsintervall. Hat f dort eine Polstelle, darfst du nicht einfach eine Stammfunktion an den Grenzen auswerten. Abschreckendes Beispiel: ∫₋₁¹ 1/x² dx „berechnet" mit F(x) = −1/x ergäbe −1 − 1 = −2, ein negativer Wert für eine überall positive Funktion, offensichtlich absurd. Der Fehler: 1/x² ist bei x = 0 nicht definiert, das Integral existiert dort gar nicht (es divergiert). Prüfe deshalb vor dem Rechnen immer, ob der Integrand auf [a; b] durchgehend definiert und stetig ist. Sprungstellen sind weniger dramatisch: Dort zerlegt man das Integral in Teilintervalle und wendet den Satz stückweise an.
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Wie berechnet man mit Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung?
So gehst du eine typische Aufgabe zu Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung (∫ₐᵇ f(x) dx = F(b) − F(a)) Schritt für Schritt an:
- 1
Aufgabe
Berechne ∫₀² (3x² + 1) dx.
Rechenweg
F(x) = x³ + x. F(2) − F(0) = (8 + 2) − 0 = 10.
- 2
Aufgabe
Berechne ∫₁ᵉ 1/x dx.
Rechenweg
F(x) = ln x. F(e) − F(1) = 1 − 0 = 1. Die Hyperbelfläche von 1 bis e ist exakt 1.