Lineare Regression (Ausgleichsgerade)
Die lineare Regression legt die Ausgleichsgerade ŷ = a + bx so durch eine Punktwolke, dass die Summe der quadrierten Abweichungen minimal wird.
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Formel
b = \frac{\sum (x_{i}-\bar{x})(y_{i}-\bar{y})}{\sum (x_{i}-\bar{x})^{2}}, \quad a = \bar{y} - b\bar{x}Variablen & Einheiten – Lineare Regression (Ausgleichsgerade)
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| b | Steigung der Ausgleichsgeraden | y-Einheit/x-Einheit |
| a | y-Achsenabschnitt der Ausgleichsgeraden | y-Einheit |
| x̄, ȳ | Mittelwerte der x- und y-Daten | wie Daten |
| r | Korrelationskoeffizient (Stärke des linearen Zusammenhangs) | dimensionslos |
Herleitung & Hintergrund – Lineare Regression (Ausgleichsgerade)
Methode der kleinsten Quadrate, veröffentlicht von Legendre 1805 und von Gauß für die Bahnbestimmung des Zwergplaneten Ceres genutzt. Die Ausgleichsgerade läuft immer durch den Schwerpunkt (x̄|ȳ) der Daten. Der Korrelationskoeffizient r misst nur die Stärke des linearen Zusammenhangs: r nahe ±1 bedeutet enge Kopplung, r nahe 0 keinen linearen Zusammenhang. Korrelation belegt keine Kausalität, und Prognosen weit außerhalb der Daten sind unsicher.
Prüfungs-Blueprint
Gültigkeitsbereich
Sinnvoll nur, wenn der Zusammenhang näherungsweise linear ist (Streudiagramm prüfen); Ausreißer verzerren die Gerade stark, und Prognosen gelten nur im Bereich der Daten.
Herleitung in Schritten
Minimiere die Summe der quadrierten senkrechten Abweichungen zur Geraden.
- 1Für S(a,b) = Σ(yᵢ − a − bxᵢ)² werden die partiellen Ableitungen nach a und b gleich 0 gesetzt.
- 2Die Normalgleichungen liefern b = Σ(xᵢ−x̄)(yᵢ−ȳ)/Σ(xᵢ−x̄)² und a = ȳ − b·x̄.
Umstellen
y-Achsenabschnitt
Folgt daraus, dass die Gerade durch (x̄|ȳ) läuft.
Korrelationskoeffizient
Misst die Stärke des linearen Zusammenhangs (−1 bis 1).
Steigung über r
Verbindung von Korrelation und Standardabweichungen.
Aufgabenvariante
Bestimme die Ausgleichsgerade zu (0|1), (1|3), (2|5).
x̄ = 1, ȳ = 3. Zähler: (−1)(−2) + 0 + (1)(2) = 4, Nenner: 1 + 0 + 1 = 2. b = 2, a = 3 − 2·1 = 1: ŷ = 2x + 1. Alle Punkte liegen exakt darauf (r = 1).
Für (1|2), (2|3), (3|5), (4|6) gilt ŷ = 1,4x + 0,5. Prognostiziere y für x = 5 und beurteile die Güte.
ŷ(5) = 1,4·5 + 0,5 = 7,5. Güte: r = 7/√(5·10) = 7/7,07 ≈ 0,99, sehr enger linearer Zusammenhang; die Prognose liegt nur knapp außerhalb der Daten und ist vertretbar.
Typische Fehler
Korrelation als Kausalität deuten.
r misst nur Gleichlauf; ob x die Ursache von y ist, sagt die Statistik nicht.
Weit außerhalb des Datenbereichs extrapolieren.
Der lineare Trend gilt nur im beobachteten Bereich; außerhalb kann das Modell brechen.
x- und y-Rolle vertauschen.
Die Regression von y auf x minimiert senkrechte y-Abweichungen; vertauschte Rollen ergeben eine andere Gerade.
Klausurkontext
- Statistikaufgaben mit Datentabellen und GTR, Trendbeschreibung und Prognose mit Bewertung der Modellgrenzen.
Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.
Formelcluster
Beschreibende Statistik
Verbindet Mittelwerte, Streuung und lineare Funktionen zu einem Datenmodell.
Rechenbeispiel
Punkte (1|2), (2|3), (3|5), (4|6): x̄ = 2,5 und ȳ = 4. b = 7/5 = 1,4 und a = 4 − 1,4·2,5 = 0,5, also ŷ = 1,4x + 0,5. Prognose für x = 5: ŷ = 7,5.
Anwendungsgebiete
Trendprognosen aus Messreihen (Klima- und Absatzdaten), Statistikaufgaben mit GTR/CAS, Kalibriergeraden in den Naturwissenschaften, Sozialforschung
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Wie stellst du ŷ = a + b·x nach y-Achsenabschnitt um?
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Wissenschaftliche Quellen
Häufige Schreibweisen & Suchanfragen
Verwandte Formeln
Weitere Mathematik-Formeln
Häufige Fragen zu Lineare Regression (Ausgleichsgerade)
Wie berechnet man eine Ausgleichsgerade von Hand?+
In vier Schritten. Erstens die Mittelwerte x̄ und ȳ bestimmen. Zweitens für jeden Datenpunkt die Abweichungsprodukte (xᵢ − x̄)(yᵢ − ȳ) und die Quadrate (xᵢ − x̄)² berechnen. Drittens b = Summe der Produkte / Summe der Quadrate. Viertens a = ȳ − b·x̄. Beispiel mit (0|1), (1|3), (2|5): x̄ = 1, ȳ = 3; Produkte: (−1)(−2) + 0 + (1)(2) = 4; Quadrate: 1 + 0 + 1 = 2; also b = 2, a = 3 − 2 = 1 und ŷ = 2x + 1. Kontrolle: Die Gerade muss durch (x̄|ȳ) laufen, hier 2·1 + 1 = 3 ✓. Eine Tabelle mit Spalten für xᵢ, yᵢ, Abweichungen und Produkte hält die Rechnung übersichtlich.
Was sagt der Korrelationskoeffizient r aus?+
r misst Stärke und Richtung des linearen Zusammenhangs zwischen zwei Größen und liegt immer zwischen −1 und +1. r = +1 heißt: Alle Punkte liegen exakt auf einer steigenden Geraden; r = −1 exakt auf einer fallenden. Werte nahe 0 bedeuten keinen linearen Zusammenhang. Grobe Lesart in der Schule: |r| ab etwa 0,8 stark, um 0,5 mittel, unter 0,3 schwach. Zwei Warnungen: Erstens misst r nur LINEARE Kopplung; eine perfekte Parabel kann r ≈ 0 liefern, obwohl ein klarer Zusammenhang besteht (Streudiagramm ansehen!). Zweitens sagt auch r = 0,99 nichts über Ursache und Wirkung. Beispiel: Für (1|2), (2|3), (3|5), (4|6) ist r = 7/√50 ≈ 0,99, ein fast perfekter linearer Trend.
Warum werden bei der Regression die Abweichungen quadriert?+
Aus drei Gründen. Erstens das Vorzeichenproblem: Positive und negative Abweichungen würden sich beim einfachen Summieren gegenseitig auslöschen; eine Gerade könnte "im Mittel" perfekt aussehen und trotzdem weit von allen Punkten liegen. Quadrate sind immer positiv. Zweitens die Gewichtung: Quadrieren bestraft große Ausreißer überproportional, die Gerade wird zu den Punkten gezogen, die sonst grob verfehlt würden. Drittens die Mathematik: Die Summe der Quadrate ist differenzierbar, und Nullsetzen der Ableitungen liefert eindeutige, geschlossene Formeln für a und b; mit Beträgen statt Quadraten gäbe es keine so glatte Lösung. Der Preis: Einzelne extreme Ausreißer können die Gerade merklich kippen, deshalb vorher das Streudiagramm prüfen.
Darf man mit der Regressionsgeraden Prognosen machen?+
Innerhalb des Datenbereichs (Interpolation) ja, mit Augenmaß: Für x-Werte zwischen den beobachteten Daten liefert ŷ = a + bx bei hohem |r| brauchbare Schätzungen. Beispiel: ŷ = 1,4x + 0,5 aus Daten mit x von 1 bis 4 darf man guten Gewissens bei x = 3,5 auswerten. Kritisch ist die Extrapolation weit darüber hinaus: Der lineare Trend ist nur im beobachteten Bereich belegt; außerhalb kann der Zusammenhang abflachen, kippen oder ganz brechen. Ein Klassiker: Wachstumsdaten von Kindern linear bis zum Alter 30 fortgeschrieben ergeben absurde Körpergrößen. In Prüfungen wird genau diese Bewertung erwartet: Prognose ausrechnen UND ihre Verlässlichkeit anhand von Datenbereich und r einordnen.
Bedeutet eine hohe Korrelation, dass x die Ursache von y ist?+
Nein, Korrelation ist keine Kausalität. r misst nur, dass zwei Größen gemeinsam variieren, nicht warum. Oft steckt eine dritte Größe dahinter (Störvariable): Eisverkauf und Sonnenbrandfälle korrelieren stark, Ursache beider ist aber das sonnige Wetter. Auch die Richtung kann unklar sein (beeinflusst x das y oder umgekehrt?), und bei kleinen Datensätzen entstehen hohe Korrelationen sogar durch Zufall. Seriöses Vorgehen: Die Regression beschreibt den Zusammenhang und erlaubt Prognosen; Kausalaussagen brauchen zusätzlich ein Experiment mit kontrollierten Bedingungen oder zumindest einen plausiblen Mechanismus. In Prüfungsantworten ist der Satz "hoher r-Wert belegt keinen ursächlichen Zusammenhang" fast immer ein gefordertes Bewertungselement.
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Wie berechnet man mit Lineare Regression (Ausgleichsgerade)?
So gehst du eine typische Aufgabe zu Lineare Regression (Ausgleichsgerade) (ŷ = a + b·x) Schritt für Schritt an:
- 1
Aufgabe
Bestimme die Ausgleichsgerade zu (0|1), (1|3), (2|5).
Rechenweg
x̄ = 1, ȳ = 3. Zähler: (−1)(−2) + 0 + (1)(2) = 4, Nenner: 1 + 0 + 1 = 2. b = 2, a = 3 − 2·1 = 1: ŷ = 2x + 1. Alle Punkte liegen exakt darauf (r = 1).
- 2
Aufgabe
Für (1|2), (2|3), (3|5), (4|6) gilt ŷ = 1,4x + 0,5. Prognostiziere y für x = 5 und beurteile die Güte.
Rechenweg
ŷ(5) = 1,4·5 + 0,5 = 7,5. Güte: r = 7/√(5·10) = 7/7,07 ≈ 0,99, sehr enger linearer Zusammenhang; die Prognose liegt nur knapp außerhalb der Daten und ist vertretbar.