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Das Löslichkeitsprodukt KL ist die Gleichgewichtskonstante für das Lösen eines schwer löslichen Salzes: das Produkt der Ionenkonzentrationen, jeweils potenziert mit dem stöchiometrischen Koeffizienten.
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Formel
KL in (mol/L)^(a+b) · [A^m+] in mol/L · [B^n-] in mol/L · a, b dimensionslos
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Löslichkeitsprodukt (temperaturabhängig) | (mol/L)^(a+b) | |
| Gleichgewichtskonzentration des Kations | mol/L | |
| Gleichgewichtskonzentration des Anions | mol/L | |
| a, b | Stöchiometrische Koeffizienten der Ionen | dimensionslos |
K_L = [A^{m+}]^a \cdot [B^{n-}]^bEigene schematische Darstellung von Quanta
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Das Löslichkeitsprodukt folgt aus dem Massenwirkungsgesetz für das Gleichgewicht AaBb(s) ⇌ a A^m+ + b B^n-. Der ungelöste Bodenkörper hat die Aktivität 1 und taucht deshalb nicht auf. Der Vergleich von Ionenprodukt Q und KL entscheidet: ungesättigt, gesättigt, Niederschlag. Tabelliert wird oft der ; KL ist temperaturabhängig.
Gilt für gesättigte Lösungen schwer löslicher Salze im Gleichgewicht mit dem Bodenkörper; streng mit Aktivitäten, schulisch mit Konzentrationen, und nur bei fester Temperatur.
Das Massenwirkungsgesetz wird auf das Lösegleichgewicht angewendet; der reine Feststoff hat die Aktivität 1.
Löslichkeit eines 1:1-Salzes
Für AgCl oder BaSO4: beide Ionenkonzentrationen sind gleich s.
Löslichkeit eines AB₂-Salzes
, etwa für Mg(OH)2 oder PbCl2.
pK_L
Große pK_L-Werte bedeuten schwer lösliche Salze.
Wie groß ist die Löslichkeit von ?
.
Mit entspricht das , also rund 1,9 mg AgCl pro Liter.
Berechne die Löslichkeit von .
.
Der Faktor 2 vor s muss mitquadriert werden.
Die stöchiometrischen Koeffizienten als Faktoren statt als Exponenten behandeln.
Im KL-Ausdruck werden die Koeffizienten zu Exponenten: für PbCl2 gilt .
KL-Werte von Salzen mit unterschiedlichem Formeltyp direkt vergleichen.
Nur Salze gleichen Typs sind direkt vergleichbar; sonst erst die Löslichkeit s berechnen, die Einheiten von KL unterscheiden sich.
Den Feststoff in den Gleichgewichtsausdruck schreiben.
Der Bodenkörper hat Aktivität 1 und steht nie im KL-Ausdruck.
Den gleichionigen Zusatz ignorieren.
Fremde Quellen desselben Ions senken die Löslichkeit, denn das Ionenprodukt darf KL nicht überschreiten.
Formelcluster
Wendet das Massenwirkungsgesetz auf Fällung und Auflösung an.
AgCl bei 25 °C: . Löslichkeit ; mit lösen sich nur etwa pro Liter Wasser.
Fällungsreaktionen und Ionennachweise, Trinkwasserenthärtung, gravimetrische Analyse, Kesselstein und Tropfsteinbildung, Nierensteine in der Medizin
Eine typische Aufgabe Schritt für Schritt: Löslichkeitsprodukt (K_L = [A]ᵃ·[B]ᵇ).
Aufgabe
Wie groß ist die Löslichkeit von ?
Rechenweg
.
Mit entspricht das , also rund 1,9 mg AgCl pro Liter.
Aufgabe
Berechne die Löslichkeit von .
Rechenweg
.
Der Faktor 2 vor s muss mitquadriert werden.
Setze für jede Ionenkonzentration die unbekannte Löslichkeit s ein, gewichtet mit dem stöchiometrischen Koeffizienten, und löse nach s auf. Für ein 1:1-Salz wie AgCl gilt , also : Mit folgt . Für ein AB2-Salz wie Mg(OH)2 liefert jedes Formelteilchen zwei Hydroxidionen: , also . Der Faktor vor s muss dabei mitpotenziert werden, das ist der häufigste Rechenfehler. Zum Schluss kannst du s mit der molaren Masse in eine Massenlöslichkeit in Gramm pro Liter umrechnen.
Vergleiche das Ionenprodukt Q mit dem Löslichkeitsprodukt KL. Q wird genauso gebildet wie KL, aber mit den tatsächlich vorliegenden Konzentrationen statt der Gleichgewichtswerte. Ist Q kleiner als KL, ist die Lösung ungesättigt und es kann sich noch mehr Salz lösen. Ist Q gleich KL, ist die Lösung gesättigt und steht im Gleichgewicht mit dem Bodenkörper. Überschreitet Q das Löslichkeitsprodukt, ist die Lösung übersättigt und das Salz fällt aus, bis Q wieder auf KL gesunken ist. Beim Zusammengießen zweier Lösungen musst du vorher die Verdünnung berücksichtigen, denn beide Volumina addieren sich und senken die Einzelkonzentrationen.
Weil das Massenwirkungsgesetz streng mit Aktivitäten arbeitet und die Aktivität eines reinen Feststoffs definitionsgemäß 1 beträgt. Der Bodenkörper hat eine feste Dichte und damit eine konstante „Konzentration", die sich beim Lösen nicht ändert; sie wird deshalb in die Konstante hineingezogen. Übrig bleibt nur das Produkt der Ionenkonzentrationen in der Lösung. Das hat eine praktische Konsequenz: Es ist egal, ob ein Gramm oder ein Kilogramm ungelöstes Salz am Boden liegt, die Sättigungskonzentrationen darüber sind identisch. Entscheidend ist nur, dass überhaupt Bodenkörper vorhanden ist, damit das Gleichgewicht zwischen Lösen und Ausfällen bestehen kann.
Ein gleichioniger Zusatz senkt die Löslichkeit. Gibst du zu einer gesättigten AgCl-Lösung Kochsalz, steigt [Cl−] stark an. Da das Produkt den Wert KL nicht überschreiten darf, muss [Ag+] entsprechend sinken: AgCl fällt aus. Rechnerisch gilt bei nur noch , rund zehntausendfach weniger als in reinem Wasser. Das ist das Prinzip von Le Chatelier auf das Lösegleichgewicht angewendet und wird in der Analytik gezielt genutzt, um Fällungen möglichst vollständig zu machen, etwa bei gravimetrischen Bestimmungen.
Nur wenn die Salze denselben Formeltyp haben. Bei zwei 1:1-Salzen wie AgCl und AgBr bedeutet das kleinere KL tatsächlich die geringere Löslichkeit. Sobald die Stöchiometrie abweicht, tragen die KL-Werte aber unterschiedliche Einheiten und Potenzen: Ein AB2-Salz mit KL in lässt sich nicht direkt mit einem 1:1-Salz in vergleichen. Dann musst du für beide die molare Löslichkeit s ausrechnen und diese Werte gegenüberstellen. Ein Beispiel: Mg(OH)2 hat mit ein numerisch kleineres KL als manches 1:1-Salz, ist aber wegen der Beziehung trotzdem nicht zwingend schwerer löslich.
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