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Die Poisson-Verteilung modelliert die Anzahl seltener, unabhängiger Ereignisse in einem festen Intervall bei bekannter mittlerer Rate λ.
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Formel
Wahrscheinlichkeiten dimensionslos, zwischen 0 und 1 · λ dimensionslos (mittlere Anzahl pro Intervall)
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Anzahl der Ereignisse (0, 1, 2, ...) | dimensionslos | |
| Mittlere Ereignisanzahl pro Intervall (Erwartungswert) | dimensionslos | |
| Eulersche Zahl | dimensionslos | |
| Wahrscheinlichkeit für genau k Ereignisse | dimensionslos |
P(X = k) = \frac{\lambda^{k}}{k!} \cdot e^{-\lambda}Eigene schematische Darstellung von Quanta
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Siméon Denis Poisson leitete die Verteilung 1837 her. Sie ist der Grenzfall der Binomialverteilung für großes n und kleines p mit (Faustregel: und ). Besonderheit: Erwartungswert und Varianz sind beide gleich λ. Berühmtes Beispiel: Bortkiewicz zeigte 1898, dass die jährlichen Todesfälle durch Hufschlag in preußischen Kavalleriekorps Poisson-verteilt sind.
Modelliert Zählungen seltener, unabhängiger Ereignisse mit konstanter mittlerer Rate; als Näherung der Binomialverteilung geeignet für großes n und kleines p (λ = n·p, Faustregel , p ≤ 0,1).
Grenzwert der Binomialverteilung: n → ∞, p → 0, fest.
Kein Ereignis
Häufigster Spezialfall, Basis für Gegenereignisse.
Mindestens ein Ereignis
Über das Gegenereignis statt unendlicher Summe.
Rate skalieren
Doppeltes Intervall, doppeltes λ: λ gilt pro Bezugseinheit.
Im Mittel Tippfehler pro Seite: Wie wahrscheinlich ist eine fehlerfreie Seite?
, also rund 1,8 %.
An einem Schalter kommen im Mittel 1,5 Kunden pro Minute an. Wie wahrscheinlich kommt mindestens einer?
, also rund 77,7 %.
λ nicht an das Intervall anpassen.
λ gilt pro Bezugseinheit: 2 pro Minute heißt 10 pro 5 Minuten.
Poisson trotz großem p verwenden.
Die Näherung braucht seltene Ereignisse; bei Binomialverteilung rechnen.
k! im Nenner vergessen.
P(X=k) = λᵏ·e^(−λ)/k!; ohne k! summieren die Wahrscheinlichkeiten nicht zu 1.
Varianz getrennt suchen.
Bei Poisson gilt E(X) = Var(X) = λ; .
Formelcluster
Binomial für feste Versuchszahl, Poisson für Raten, Normal als Grenzverteilung.
Eine Hotline erhält im Mittel Anrufe pro Minute. Genau 3 Anrufe in einer Minute: , also rund 18 %.
Warteschlangen (Anrufe, Kunden pro Minute), radioaktive Zerfälle pro Sekunde, Druckfehler pro Seite, Schadensmodelle in Versicherungen
Eine typische Aufgabe Schritt für Schritt: Poisson-Verteilung (P(X=k) = λᵏ·e^(−λ)/k!).
Aufgabe
Im Mittel Tippfehler pro Seite: Wie wahrscheinlich ist eine fehlerfreie Seite?
Rechenweg
, also rund 1,8 %.
Aufgabe
An einem Schalter kommen im Mittel 1,5 Kunden pro Minute an. Wie wahrscheinlich kommt mindestens einer?
Rechenweg
, also rund 77,7 %.
Die Binomialverteilung braucht eine feste Versuchszahl n und eine Trefferwahrscheinlichkeit p. Die Poisson-Verteilung ist ihr Grenzfall für seltene Ereignisse: n sehr groß, p sehr klein, Produkt moderat; als Faustregel und . Dann gilt P(X=k) ≈ λᵏ·e^(−λ)/k!, und man braucht nur noch EINEN Parameter λ statt zwei. Poisson ist außerdem das natürliche Modell, wenn es gar kein festes n gibt, sondern Ereignisse zufällig in Zeit oder Raum eintreffen: Anrufe pro Minute, Zerfälle pro Sekunde, Druckfehler pro Seite. Beispiel: Lose, : exakt binomial , mit die Poisson-Näherung , praktisch identisch.
λ ist die mittlere Anzahl der Ereignisse pro betrachtetem Intervall, also der Erwartungswert: . Bei "im Mittel 2 Anrufe pro Minute" ist , wenn du eine Minute betrachtest. Die Besonderheit der Poisson-Verteilung: Auch die Varianz ist λ, also Var(X) = λ und . Das kannst du sogar als Diagnose nutzen: Liegen Mittelwert und Varianz realer Zähldaten weit auseinander, passt das Poisson-Modell nicht. λ muss nicht ganzzahlig sein (λ = 1,5 ist völlig normal), denn es ist ein Durchschnitt, keine Anzahl. Der wahrscheinlichste Wert (Modus) liegt bei ⌊λ⌋; für sind die Werte 1 und 2 gleichauf am wahrscheinlichsten (je ≈ 27,1 %).
Über das Gegenereignis, denn "mindestens eins" direkt zu summieren hieße unendlich viele Terme addieren. Das Gegenteil von "mindestens ein Ereignis" ist "kein Ereignis", und dafür gibt es die einfachste Poisson-Formel überhaupt: ! = e^(−λ). Also . Beispiel: Kommen im Mittel 1,5 Kunden pro Minute, ist . Dasselbe Muster funktioniert für "mindestens zwei": , hier . Gegenereignis-Denken ist bei Poisson fast immer der schnellste Weg.
λ skaliert linear mit der Intervalllänge: Gilt pro Minute, dann für 5 Minuten und für 30 Sekunden. Erst nach dieser Anpassung darfst du die Formel benutzen. Beispiel: Im Mittel 2 Anrufe pro Minute; Wahrscheinlichkeit, dass in 5 Minuten KEIN Anruf kommt: nicht , sondern , also praktisch ausgeschlossen. Der Unterschied ist gewaltig und genau deshalb ein beliebter Prüfungsfehler. Dieselbe Skalierung gilt räumlich: 0,3 Fehler pro Seite bedeuten auf 10 Seiten. Voraussetzung ist, dass die Rate konstant bleibt und die Ereignisse unabhängig eintreffen; bei Stoßzeiten mit wechselnder Rate bricht das einfache Modell zusammen.
Signalwörter sind "im Mittel ... pro ..." plus eine Frage nach einer konkreten Anzahl: durchschnittlich so viele Anrufe pro Stunde, Unfälle pro Monat, Fehler pro Seite. Rechenrezept: Erstens λ ablesen und falls nötig auf den gefragten Zeitraum skalieren. Zweitens klären, was gesucht ist: genau k, höchstens k oder mindestens k. Drittens einsetzen: P(X=k) = λᵏ·e^(−λ)/k!, bei "mindestens" mit dem Gegenereignis arbeiten. Beispiel komplett: Hotline mit im Mittel 2 Anrufen pro Minute, gesucht P(genau 3 in einer Minute): ! = 8·0,1353/6 ≈ 0,180, also 18 %. Zum Schluss Plausibilität prüfen: k nahe λ sollte relativ wahrscheinlich sein, k weit darüber selten.
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Wie stellst du P(X=k) = λᵏ·e^(−λ)/k! nach Kein Ereignis um?
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Welcher typische Fehler passiert bei P(X=k) = λᵏ·e^(−λ)/k!?
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