Selbstinduktion einer Spule
Die Selbstinduktion beschreibt, wie eine Spule auf Änderungen ihres eigenen Stroms mit einer Gegenspannung reagiert, die Induktivität L ist das Maß dafür.
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Formel
U_{ind} = -L \cdot \frac{dI}{dt}Variablen & Einheiten – Selbstinduktion einer Spule
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| U_ind | Selbstinduktionsspannung | V |
| L | Induktivität der Spule | H (Henry) |
| dI/dt | Änderungsrate der Stromstärke | A/s |
Herleitung & Hintergrund – Selbstinduktion einer Spule
Joseph Henry und Michael Faraday entdeckten die Selbstinduktion um 1831/32: Ändert sich der Strom, ändert sich der eigene magnetische Fluss der Spule, und nach dem Induktionsgesetz entsteht eine Spannung, die der Änderung entgegenwirkt (Lenzsche Regel, daher das Minuszeichen). Für die lange Spule gilt L = μ₀·N²·A/l, die Windungszahl geht quadratisch ein. Folgen: verzögerter Stromanstieg beim Einschalten, hohe Spannungsspitzen beim Abschalten und die magnetische Feldenergie E = ½·L·I².
Prüfungs-Blueprint
Gültigkeitsbereich
Gilt für konstante Induktivität L, also ohne magnetische Sättigung des Kerns. Die Spannung entsteht nur bei Stromänderung; bei konstantem Strom ist U_ind = 0. Das Minuszeichen drückt die Lenzsche Regel aus.
Herleitung in Schritten
Die Spule induziert in sich selbst eine Spannung, weil ihr eigener Strom den Fluss erzeugt.
- 1Der Gesamtfluss ist proportional zum Strom: N·Φ = L·I (Definition von L).
- 2Induktionsgesetz: U_ind = −N·dΦ/dt = −L·dI/dt.
Umstellen
Induktivität
Messvorschrift: Spannung pro Stromänderungsrate.
Stromänderungsrate
Begrenzt, wie schnell der Strom in einer Drossel steigen kann.
Induktivität der langen Spule
Die Windungszahl geht quadratisch ein.
Aufgabenvariante
Berechne L einer Spule mit N = 1000, A = 20 cm², l = 0,4 m (ohne Kern).
L = μ₀·N²·A/l = 1,257×10⁻⁶ × 10⁶ × 2×10⁻³/0,4 ≈ 6,3×10⁻³ H = 6,3 mH.
An einer Drossel (L = 0,3 H) liegen 12 V. Wie schnell steigt der Strom?
dI/dt = U/L = 12/0,3 = 40 A/s, der Strom wächst also anfangs um 40 Ampere pro Sekunde.
Typische Fehler
Das Minuszeichen als bloße Konvention streichen.
Es kodiert die Lenzsche Regel: Die induzierte Spannung wirkt der Stromänderung entgegen.
L linear mit der Windungszahl skalieren.
L ∝ N²: Doppelte Windungszahl bedeutet vierfache Induktivität.
Eine Induktionsspannung auch bei konstantem Strom erwarten.
Nur die Änderung dI/dt induziert; im Gleichstrombetrieb wirkt die ideale Spule wie ein Draht.
Fläche A in cm² einsetzen.
A in m² umrechnen: 20 cm² = 2×10⁻³ m².
Klausurkontext
- Prüfungen fragen Ein- und Ausschaltvorgänge (verzögerter Stromanstieg, Spannungsspitze mit Glimmlampe), die Energie E = ½·L·I² und die Herleitung von L für die lange Spule.
Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.
Formelcluster
Induktion
Selbstinduktion verbindet Spulenfeld, Induktionsgesetz und Schwingkreis.
Rechenbeispiel
Spule mit L = 0,5 H: Der Strom fällt beim Abschalten in 10 ms von 2 A auf 0, also dI/dt = −200 A/s: U_ind = −0,5 × (−200) = +100 V Selbstinduktionsspannung.
Anwendungsgebiete
Zündspule im Auto, Freilaufdioden in Schaltungen, Drosseln und Schaltnetzteile, Energiespeicher in Spulen, Funkenbildung an Schaltern
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Frage (Vorderseite)
Welche Formel beschreibt Selbstinduktion einer Spule?
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Wie stellst du U_ind = −L·(dI/dt) nach Induktivität um?
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Frage (Vorderseite)
Welcher typische Fehler passiert bei U_ind = −L·(dI/dt)?
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Wissenschaftliche Quellen
Häufige Schreibweisen & Suchanfragen
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Häufige Fragen zu Selbstinduktion einer Spule
Wie berechnet man die Selbstinduktionsspannung?+
Multipliziere die Induktivität mit der Änderungsrate des Stroms: U_ind = −L·(dI/dt). Bei gleichmäßiger Änderung darfst du dI/dt durch ΔI/Δt ersetzen. Beispiel: In einer Spule mit L = 0,5 H bricht der Strom beim Abschalten in 10 ms von 2 A auf 0 zusammen, also ΔI/Δt = −200 A/s und U_ind = −0,5 × (−200) = +100 V. Das Vorzeichen sagt: Die Spannung stemmt sich gegen die Stromänderung (Lenzsche Regel). Für die Beträge in Klausuren genügt oft |U| = L·|ΔI|/Δt. Je schneller die Änderung, desto höher die Spannung, deshalb sind gerade abrupte Abschaltungen kritisch.
Warum entsteht beim Abschalten einer Spule ein Spannungsstoß?+
Im Magnetfeld der stromdurchflossenen Spule steckt die Energie E = ½·L·I², und die kann nicht schlagartig verschwinden. Öffnet der Schalter den Kreis, will der Strom in Mikrosekunden auf null fallen; die Änderungsrate dI/dt wird riesig, und mit ihr die induzierte Spannung U = −L·dI/dt. Sie kann Hunderte bis Tausende Volt erreichen, obwohl die Betriebsspannung nur wenige Volt betrug, und schlägt als Funke über den öffnenden Kontakt oder zerstört Transistoren. Genau diesen Effekt nutzt die Zündspule im Auto konstruktiv, um aus 12 V Zündfunken von über 20 kV zu erzeugen. Zum Schutz von Schaltungen leitet eine antiparallele Freilaufdiode den Spulenstrom nach dem Abschalten sanft ab.
Was bedeutet die Induktivität L anschaulich?+
L ist die elektrische Trägheit einer Spule: Sie gibt an, wie stark sich die Spule gegen Stromänderungen wehrt. Eine Spule mit 1 Henry erzeugt 1 V Gegenspannung, wenn sich ihr Strom um 1 A pro Sekunde ändert. Große Induktivität bedeutet trägen, langsam ansteigenden Strom, genau wie große Masse träge Beschleunigung bedeutet; in der Analogie zur Mechanik entspricht L der Masse m und der Strom der Geschwindigkeit. Geometrisch gilt für die lange Spule L = μ₀·N²·A/l: Die Windungszahl geht quadratisch ein, ein Eisenkern multipliziert um μ_r. Typische Werte reichen von Mikrohenry (Leiterschleifen, HF-Spulen) über Millihenry (Drosseln) bis zu mehreren Henry (Netztrafo-Wicklungen).
Warum geht die Windungszahl quadratisch in die Induktivität ein?+
Weil die Windungszahl zweimal wirkt. Erstens erzeugt mehr Windungen bei gleichem Strom ein stärkeres Magnetfeld, denn B = μ₀·(N/l)·I wächst linear mit N. Zweitens durchsetzt dieser Fluss auch mehr Windungen: Die insgesamt verkettete Flussgröße ist N·Φ, also noch einmal proportional zu N. Beide Effekte zusammen liefern L = N·Φ/I ∝ N². Konkret: Verdoppelst du die Windungszahl einer Spule bei gleicher Länge und Fläche, vervierfacht sich L. Beispielrechnung: N = 1000, A = 20 cm², l = 0,4 m ergeben L = 1,257×10⁻⁶ × 10⁶ × 2×10⁻³/0,4 ≈ 6,3 mH; mit N = 2000 wären es rund 25 mH.
Was ist der Unterschied zwischen Induktion und Selbstinduktion?+
Bei der gewöhnlichen Induktion erzeugt eine äußere Ursache die Flussänderung: ein bewegter Magnet, eine andere Spule oder eine gedrehte Leiterschleife im Feld. Die Spannung folgt aus U = −N·dΦ/dt mit dem fremden Fluss Φ. Bei der Selbstinduktion ist die Spule ihre eigene Ursache: Ihr eigener Strom erzeugt den Fluss, und jede Änderung dieses Stroms induziert in derselben Spule die Gegenspannung U = −L·dI/dt. Physikalisch ist es dasselbe Induktionsgesetz, nur auf den Eigenfluss angewandt; L bündelt dabei die Geometrie (N²·A/l). Beim Transformator treten beide gleichzeitig auf: Selbstinduktion in der Primärspule, gegenseitige Induktion hinüber zur Sekundärspule.
Selbstinduktion einer Spule prüfungssicher behalten
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Wie berechnet man mit Selbstinduktion einer Spule?
So gehst du eine typische Aufgabe zu Selbstinduktion einer Spule (U_ind = −L·(dI/dt)) Schritt für Schritt an:
- 1
Aufgabe
Berechne L einer Spule mit N = 1000, A = 20 cm², l = 0,4 m (ohne Kern).
Rechenweg
L = μ₀·N²·A/l = 1,257×10⁻⁶ × 10⁶ × 2×10⁻³/0,4 ≈ 6,3×10⁻³ H = 6,3 mH.
- 2
Aufgabe
An einer Drossel (L = 0,3 H) liegen 12 V. Wie schnell steigt der Strom?
Rechenweg
dI/dt = U/L = 12/0,3 = 40 A/s, der Strom wächst also anfangs um 40 Ampere pro Sekunde.