Physik · Elektrodynamik

Transformator (Übersetzung)

Beim idealen Transformator verhalten sich die Spannungen wie die Windungszahlen, die Stromstärken übersetzen sich umgekehrt, die Leistung bleibt erhalten.

GrundlegendPrüfungsrelevant

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Formel

LaTeX: \frac{U_1}{U_2} = \frac{n_1}{n_2} = \frac{I_2}{I_1}
U₁, U₂ in V · n₁, n₂ dimensionslos · I₁, I₂ in A

Variablen & Einheiten – Transformator (Übersetzung)

SymbolBedeutungEinheit
U₁, U₂Spannung an Primär- bzw. SekundärspuleV
n₁, n₂Windungszahlen der beiden Spulendimensionslos
I₁, I₂Stromstärke in Primär- bzw. SekundärkreisA

Herleitung & Hintergrund – Transformator (Übersetzung)

Der Transformator beruht auf der elektromagnetischen Induktion: Der Wechselstrom der Primärspule erzeugt im gemeinsamen Eisenkern einen wechselnden magnetischen Fluss, der in jeder Windung der Sekundärspule dieselbe Spannung induziert. Deshalb skaliert U mit der Windungszahl. Aus der Energieerhaltung P₁ = P₂ folgt die umgekehrte Stromübersetzung. Reale Transformatoren erreichen Wirkungsgrade über 95 %, funktionieren aber nur mit Wechselspannung.

Prüfungs-Blueprint

Gültigkeitsbereich

Gilt für den idealen, verlustfreien Transformator mit vollständiger magnetischer Kopplung und nur bei Wechselspannung. Die Stromregel setzt einen belasteten Sekundärkreis voraus; reale Trafos haben Kupfer- und Eisenverluste.

Herleitung in Schritten

Beide Spulen umschließen denselben magnetischen Wechselfluss, jede Windung erhält dieselbe induzierte Spannung.

  1. 1Induktionsgesetz je Spule: U₁ = n₁·dΦ/dt und U₂ = n₂·dΦ/dt, der Quotient liefert U₁/U₂ = n₁/n₂.
  2. 2Verlustfreiheit P₁ = P₂ bedeutet U₁·I₁ = U₂·I₂, also I₂/I₁ = U₁/U₂ = n₁/n₂.

Umstellen

Sekundärspannung

Mehr Sekundärwindungen bedeuten höhere Spannung (Hochtransformieren).

Windungszahl

Auslegung einer Sekundärwicklung für eine Zielspannung.

Primärstrom

Hohe Spannung heißt kleiner Strom, der Kern der Fernübertragung.

Aufgabenvariante

Ein Ladegerät soll 5 V liefern (n₁ = 920 an 230 V). Wie viele Windungen hat n₂?

n₂ = n₁·U₂/U₁ = 920 × 5/230 = 20 Windungen.

Sekundärseitig fließen 4 A bei 11,5 V. Welcher Strom fließt primär an 230 V?

P = 11,5 × 4 = 46 W. Ideal gilt P₁ = P₂, also I₁ = 46/230 = 0,2 A.

Typische Fehler

Die Ströme wie die Spannungen übersetzen.

Ströme übersetzen sich umgekehrt: I₂/I₁ = n₁/n₂, sonst wäre Energie erzeugt worden.

Einen Transformator an Gleichspannung rechnen.

Ohne Flussänderung keine Induktion: Trafos funktionieren nur mit Wechselspannung.

Das Verhältnis falsch herum ansetzen.

Merkhilfe: mehr Windungen, mehr Spannung; U und n stehen auf derselben Seite.

Klausurkontext

  • Aufgaben kombinieren Übersetzungsverhältnis, Leistungserhaltung und die Begründung der Hochspannungsübertragung (Verlustleistung P_V = I²·R der Leitung).

Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.

Formelcluster

Induktion und Anwendung

Direkte Anwendung des Induktionsgesetzes auf gekoppelte Spulen.

Rechenbeispiel

Klingeltrafo: n₁ = 1.000, n₂ = 50 Windungen an U₁ = 230 V: U₂ = 230 × 50/1.000 = 11,5 V. Die Stromstärke übersetzt sich umgekehrt: I₂ = 20 × I₁.

Anwendungsgebiete

Stromnetz (Hochspannungs-Fernübertragung), Ladegeräte und Netzteile, Schweißtransformatoren, Mikrofonübertrager, Zündspulen

Quanta-Prüfungsset

Kuratiertes Prüfungsset für "Transformator (Übersetzung)":

Frage (Vorderseite)

Welche Formel beschreibt Transformator (Übersetzung)?

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Frage (Vorderseite)

Wie stellst du U₁/U₂ = n₁/n₂ = I₂/I₁ nach Sekundärspannung um?

Antwort in deinem Set

Frage (Vorderseite)

Welcher typische Fehler passiert bei U₁/U₂ = n₁/n₂ = I₂/I₁?

Antwort in deinem Set

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Wissenschaftliche Quellen

Häufige Schreibweisen & Suchanfragen

U1/U2=n1/n2Transformator FormelÜbersetzungsverhältnis TrafoWindungszahl berechnentransformer equationPrimärspule SekundärspuleTrafo Spannung Strom

Verwandte Formeln

Weitere Physik-Formeln

Häufige Fragen zu Transformator (Übersetzung)

Wie berechnet man die Sekundärspannung eines Transformators?+

Nutze das Windungsverhältnis: U₂ = U₁·n₂/n₁. Die Spannungen verhalten sich wie die Windungszahlen, denn jede Windung umschließt denselben magnetischen Wechselfluss und bekommt dieselbe induzierte Spannung. Beispiel Klingeltrafo: 230 V an der Primärspule mit 1.000 Windungen, Sekundärspule mit 50 Windungen: U₂ = 230 × 50/1.000 = 11,5 V. Hat die Sekundärspule mehr Windungen als die Primärspule, wird hochtransformiert, hat sie weniger, wird heruntertransformiert. Die Rechnung gilt für den unbelasteten idealen Trafo; unter Last und mit realen Verlusten liegt die tatsächliche Sekundärspannung etwas darunter.

Warum übersetzen sich die Ströme umgekehrt zu den Spannungen?+

Das erzwingt die Energieerhaltung. Ein idealer Transformator gibt die aufgenommene Leistung vollständig weiter: P₁ = P₂, also U₁·I₁ = U₂·I₂. Wird die Spannung auf ein Zwanzigstel heruntertransformiert, muss der Strom auf das Zwanzigfache steigen, sonst würde Leistung verschwinden oder aus dem Nichts entstehen. Daraus folgt I₂/I₁ = U₁/U₂ = n₁/n₂. Ein Schweißtrafo liefert deshalb bei kleiner Spannung riesige Ströme von mehreren hundert Ampere. Reale Transformatoren erreichen Wirkungsgrade über 95 %, die Verluste (Wicklungswiderstand, Wirbelströme, Ummagnetisierung des Kerns) verringern den Sekundärstrom nur wenig. Merkregel: Spannung folgt den Windungen, Strom läuft entgegen.

Warum funktioniert ein Transformator nicht mit Gleichspannung?+

Induktion braucht einen sich ändernden magnetischen Fluss. Eine konstante Gleichspannung treibt nach dem Einschaltmoment einen konstanten Strom durch die Primärspule, der Fluss im Eisenkern ist dann statisch, und in der Sekundärspule wird nichts mehr induziert: U₂ = 0. Nur im Moment des Ein- oder Ausschaltens entsteht ein kurzer Spannungsimpuls. Schlimmer noch: Ohne den induktiven Wechselstromwiderstand begrenzt nur der kleine ohmsche Wicklungswiderstand den Primärstrom, die Spule überhitzt und brennt durch. Deshalb arbeiten Netzteile für Gleichspannungsgeräte entweder mit Wechselspannung vor dem Trafo oder zerhacken die Gleichspannung elektronisch in eine hochfrequente Wechselspannung (Schaltnetzteil).

Warum wird Strom mit Hochspannung über Land transportiert?+

Die Verlustleistung in der Leitung hängt vom Strom ab: P_V = I²·R. Transformiert man die Spannung um den Faktor 100 hoch, sinkt der Strom bei gleicher übertragener Leistung auf ein Hundertstel, die Leitungsverluste fallen auf ein Zehntausendstel. Zahlenbeispiel: 100 MW über eine Leitung mit 10 Ω. Bei 10 kV fließen 10.000 A, Verlust I²·R = 1.000 MW, das Zehnfache der Nutzleistung, völlig unbrauchbar. Bei 380 kV fließen nur 263 A, Verlust rund 0,69 MW oder 0,7 %. Genau dafür wurde das Wechselstromnetz gebaut: Transformatoren setzen die Spannung verlustarm herauf und vor dem Verbraucher wieder sicher herab.

Was bedeutet der ideale Transformator und wie realistisch ist er?+

Das ideale Modell macht drei Annahmen: keine Wicklungsverluste (widerstandslose Spulen), keine Kernverluste (keine Wirbelströme, keine Ummagnetisierungsarbeit) und vollständige magnetische Kopplung (der gesamte Fluss durchsetzt beide Spulen). Nur dann gelten U₁/U₂ = n₁/n₂ und P₁ = P₂ exakt. Reale Netztransformatoren kommen dem erstaunlich nahe: Große Maschinen erreichen 98 bis 99 % Wirkungsgrad. Die Restverluste heißen Kupferverluste (I²·R der Wicklungen) und Eisenverluste; gegen Wirbelströme ist der Kern aus gegeneinander isolierten Blechen geschichtet. In Klausuren rechnest du fast immer mit dem idealen Modell und benennst die Abweichungen nur qualitativ.

Transformator (Übersetzung) prüfungssicher behalten

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Wie berechnet man mit Transformator (Übersetzung)?

So gehst du eine typische Aufgabe zu Transformator (Übersetzung) (U₁/U₂ = n₁/n₂ = I₂/I₁) Schritt für Schritt an:

  1. 1

    Aufgabe

    Ein Ladegerät soll 5 V liefern (n₁ = 920 an 230 V). Wie viele Windungen hat n₂?

    Rechenweg

    n₂ = n₁·U₂/U₁ = 920 × 5/230 = 20 Windungen.

  2. 2

    Aufgabe

    Sekundärseitig fließen 4 A bei 11,5 V. Welcher Strom fließt primär an 230 V?

    Rechenweg

    P = 11,5 × 4 = 46 W. Ideal gilt P₁ = P₂, also I₁ = 46/230 = 0,2 A.