Physik · Kernphysik

Radioaktives Zerfallsgesetz

Das Zerfallsgesetz beschreibt die exponentielle Abnahme der unzerfallenen Atomkerne einer radioaktiven Substanz.

FortgeschrittenPrüfungsrelevant

Kostenlos · keine Kreditkarte · in 2 Minuten in deinem Lernplan

Formel

LaTeX: N(t) = N_0 \cdot e^{-\lambda t}
N(t), N₀ dimensionslos (Anzahl Kerne) · λ in 1/s · t in Sekunden [s]
Diagramm: Eine fallende Exponentialkurve N über t; gestrichelte Linien markieren N₀/2 bei der Halbwertszeit T½.tNN₀N₀/2
Die Zahl unzerfallener Kerne nimmt exponentiell ab; nach der Halbwertszeit T½ ist noch die Hälfte vorhanden.

Variablen & Einheiten – Radioaktives Zerfallsgesetz

SymbolBedeutungEinheit
N(t)Anzahl unzerfallener Kerne zur Zeit tdimensionslos
N₀Anfangsanzahl der Kerne (t = 0)dimensionslos
λZerfallskonstante (stoffspezifisch)1/s
tZeits

Herleitung & Hintergrund – Radioaktives Zerfallsgesetz

Rutherford und Soddy erkannten um 1902: Pro Zeiteinheit zerfällt ein fester Bruchteil der vorhandenen Kerne — das führt zwingend auf eine Exponentialfunktion. Die Halbwertszeit hängt mit der Zerfallskonstante über T½ = ln(2)/λ zusammen. Nach n Halbwertszeiten ist noch der Bruchteil (1/2)ⁿ übrig. Die Aktivität A = λ·N wird in Becquerel gemessen.

Prüfungs-Blueprint

Gültigkeitsbereich

Gilt statistisch für große Kernzahlen — für den einzelnen Kern ist nur eine Zerfallswahrscheinlichkeit angebbar. λ ist stoffspezifisch und unabhängig von Temperatur, Druck oder chemischer Bindung.

Herleitung in Schritten

Pro Zeiteinheit zerfällt ein fester Bruchteil der noch vorhandenen Kerne — das definiert eine Exponentialfunktion.

  1. 1Ansatz: dN/dt = −λ·N (Zerfallsrate proportional zum Bestand).
  2. 2Integration liefert N(t) = N₀·e^(−λt).

Umstellen

Halbwertszeit aus der Zerfallskonstante

Folgt aus N = N₀/2; ln 2 ≈ 0,693.

Zeit aus dem Restanteil

Grundgleichung jeder radiometrischen Altersbestimmung.

Form mit Halbwertszeit

Oft schneller: Anzahl der Halbwertszeiten abzählen.

Aufgabenvariante

Nach wie vielen Halbwertszeiten sind noch 6,25 % einer Probe übrig?

6,25 % = 1/16 = (1/2)⁴ — also nach 4 Halbwertszeiten.

Eine C-14-Probe zeigt noch 25 % Aktivität (T½ = 5.730 a). Wie alt ist sie?

25 % = (1/2)², also 2 Halbwertszeiten: t = 2 × 5.730 = 11.460 Jahre.

Typische Fehler

Annehmen, nach zwei Halbwertszeiten sei alles zerfallen.

Jede Halbwertszeit halbiert nur den Rest: nach zwei bleiben 25 %.

λ und T½ verwechseln oder direkt ineinander einsetzen.

Sie sind über T½ = ln(2)/λ verknüpft — nicht Kehrwerte allein.

Einheiten von λ und t mischen (z. B. λ pro Tag, t in Jahren).

λ·t muss dimensionslos sein — gleiche Zeiteinheit verwenden.

Lineares Abklingen unterstellen.

Der Zerfall ist exponentiell — gleiche Zeitspannen bedeuten gleiche Faktoren, nicht gleiche Differenzen.

Klausurkontext

  • Standard: Altersbestimmung (C-14), Aktivitätsabnahme in der Nuklearmedizin, halblogarithmische Auswertung von Messreihen.

Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.

Rechenbeispiel

Iod-131 hat T½ = 8,02 d, also λ = ln(2)/8,02 ≈ 0,0864 d⁻¹. Nach t = 24,1 d (3 Halbwertszeiten): N = N₀ × e^(−0,0864 × 24,1) ≈ 0,125·N₀ — noch ein Achtel.

Anwendungsgebiete

Radiokarbonmethode (C-14-Datierung), Nuklearmedizin (Dosisplanung), Endlagerplanung, Geochronologie

Quanta-Prüfungsset

Kuratiertes Prüfungsset für "Radioaktives Zerfallsgesetz":

Frage (Vorderseite)

Welche Formel beschreibt Radioaktives Zerfallsgesetz?

Antwort in deinem Set

Frage (Vorderseite)

Wie stellst du N(t) = N₀·e^(−λt) nach Halbwertszeit aus der Zerfallskonstante um?

Antwort in deinem Set

Frage (Vorderseite)

Welcher typische Fehler passiert bei N(t) = N₀·e^(−λt)?

Antwort in deinem Set

+ 7 weitere Karten: Einheiten, Variablen, Herleitung, Beispiel, Klausuraufgabe

Diese 10 Karten sind fertig kuratiert. Ein Klick, und sie liegen in deinem Lernstapel, FSRS plant die Wiederholungen bis zur Klausur.

Wissenschaftliche Quellen

Häufige Schreibweisen & Suchanfragen

N(t)=N0*e^(-lambda*t)N=N0e^-λtZerfallsgesetz FormelHalbwertszeit Formelradioaktiver Zerfall berechnenZerfallskonstanteradioactive decay lawexponentieller Zerfall

Verwandte Formeln

Weitere Physik-Formeln

Häufige Fragen zu Radioaktives Zerfallsgesetz

Wie rechnet man mit dem Zerfallsgesetz N(t) = N₀·e^(−λt)?+

Bestimme zuerst die Zerfallskonstante aus der Halbwertszeit: λ = ln(2)/T½. Setze dann λ und t in die Exponentialfunktion ein — beide müssen dieselbe Zeiteinheit tragen. Beispiel Iod-131 (T½ = 8,02 d): λ = 0,693/8,02 ≈ 0,0864 pro Tag. Nach 24,1 Tagen bleibt N = N₀·e^(−0,0864 × 24,1) ≈ 0,125·N₀, also ein Achtel. Das Ergebnis kannst du prüfen: 24,1 d sind genau drei Halbwertszeiten, und (1/2)³ = 1/8. Bei glatten Vielfachen der Halbwertszeit ist die Potenzform N = N₀·(1/2)^(t/T½) meist der schnellere Weg als die e-Funktion.

Was bedeutet die Halbwertszeit genau?+

Die Halbwertszeit T½ ist die Zeitspanne, nach der im Mittel die Hälfte der ursprünglich vorhandenen Kerne zerfallen ist. Sie ist mit der Zerfallskonstante über T½ = ln(2)/λ verknüpft und für jedes Nuklid charakteristisch: C-14 hat 5.730 Jahre, Iod-131 rund 8 Tage, Polonium-214 nur Bruchteile einer Millisekunde. Wichtig ist der multiplikative Charakter: Nach jeder weiteren Halbwertszeit halbiert sich der Bestand erneut — nach zwei bleiben 25 %, nach vier 6,25 %; die Substanz ist nie exakt "weg". Für den einzelnen Kern ist T½ nur eine Wahrscheinlichkeitsaussage: Er zerfällt mit 50 % Wahrscheinlichkeit innerhalb einer Halbwertszeit, altert dabei aber nicht — die Wahrscheinlichkeit bleibt immer gleich.

Wie funktioniert die C-14-Altersbestimmung?+

Lebende Organismen tauschen ständig Kohlenstoff mit der Atmosphäre aus und halten so einen bekannten C-14-Anteil. Mit dem Tod endet der Austausch, und das eingebaute C-14 zerfällt mit T½ = 5.730 Jahren, während das stabile C-12 bleibt. Misst man heute das Verhältnis, verrät der Restanteil das Alter: t = −ln(N/N₀)/λ. Beispiel: Zeigt eine Probe noch 25 % des ursprünglichen C-14, sind zwei Halbwertszeiten vergangen, also rund 11.460 Jahre. Praktisch funktioniert die Methode bis etwa 50.000 Jahre — danach ist zu wenig C-14 übrig. Für ältere Funde nutzt man langlebigere Uhren wie Kalium-Argon (T½ = 1,25 Milliarden Jahre) nach demselben Rechenprinzip.

Was ist der Unterschied zwischen Zerfallskonstante und Aktivität?+

Die Zerfallskonstante λ ist die Zerfallswahrscheinlichkeit pro Kern und Zeiteinheit — eine feste Stoffeigenschaft mit der Einheit 1/s. Die Aktivität A ist dagegen die tatsächliche Anzahl der Zerfälle pro Sekunde in einer konkreten Probe: A = λ·N, gemessen in Becquerel (1 Bq = 1 Zerfall/s). Sie hängt also von der Probenmenge ab und nimmt mit der Zeit genauso exponentiell ab wie N: A(t) = A₀·e^(−λt). Beispiel: 10¹⁵ Kerne mit λ = 0,0864 d⁻¹ = 10⁻⁶ s⁻¹ haben A = 10⁹ Bq. In Messaufgaben arbeitest du fast immer mit der Aktivität, weil Zählrohre Zerfälle pro Zeit registrieren — das Zerfallsgesetz gilt für A und N in identischer Form.

Kann man vorhersagen, wann ein einzelner Kern zerfällt?+

Nein — der radioaktive Zerfall ist ein fundamental zufälliger Quantenprozess. Für den einzelnen Kern lässt sich nur eine Wahrscheinlichkeit angeben: Pro Zeiteinheit zerfällt er mit der Wahrscheinlichkeit λ, unabhängig davon, wie lange er schon existiert. Kerne altern nicht; ein "alter" Kern ist so zerfallsbereit wie ein frisch entstandener. Erst für sehr viele Kerne wird aus dem Zufall eine präzise Gesetzmäßigkeit: Bei 10²⁰ Teilchen sind die relativen Schwankungen verschwindend klein, und N(t) = N₀·e^(−λt) beschreibt den Bestand praktisch exakt. Das ist dasselbe Prinzip wie beim Würfeln: Ein einzelner Wurf ist unvorhersagbar, der Mittelwert von Millionen Würfen sehr genau. Kein äußerer Einfluss — Temperatur, Druck, chemische Bindung — ändert λ messbar.

Radioaktives Zerfallsgesetz prüfungssicher behalten

Erstelle ein kuratiertes FSRS-Prüfungsset für N(t) = N₀·e^(−λt): Formelabruf, Variablen, Herleitung, Umstellung, Beispiel, typische Fehler und Klausurkontext.

Kostenlos · kuratiertes Formelset · LaTeX · FSRS Spaced Repetition

Wie berechnet man mit Radioaktives Zerfallsgesetz?

So gehst du eine typische Aufgabe zu Radioaktives Zerfallsgesetz (N(t) = N₀·e^(−λt)) Schritt für Schritt an:

  1. 1

    Aufgabe

    Nach wie vielen Halbwertszeiten sind noch 6,25 % einer Probe übrig?

    Rechenweg

    6,25 % = 1/16 = (1/2)⁴ — also nach 4 Halbwertszeiten.

  2. 2

    Aufgabe

    Eine C-14-Probe zeigt noch 25 % Aktivität (T½ = 5.730 a). Wie alt ist sie?

    Rechenweg

    25 % = (1/2)², also 2 Halbwertszeiten: t = 2 × 5.730 = 11.460 Jahre.