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Das Zerfallsgesetz beschreibt die exponentielle Abnahme der unzerfallenen Atomkerne einer radioaktiven Substanz.
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Formel
N(t), N0 dimensionslos (Anzahl Kerne) · λ in 1/s · t in Sekunden [s]
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Anzahl unzerfallener Kerne zur Zeit t | dimensionslos | |
| Anfangsanzahl der Kerne | dimensionslos | |
| Zerfallskonstante (stoffspezifisch) | 1/s | |
| Zeit | s |
N(t) = N_0 \cdot e^{-\lambda t}Eigene schematische Darstellung von Quanta
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Rutherford und Soddy erkannten um 1902: Pro Zeiteinheit zerfällt ein fester Bruchteil der vorhandenen Kerne — das führt zwingend auf eine Exponentialfunktion. Die Halbwertszeit hängt mit der Zerfallskonstante über zusammen. Nach n Halbwertszeiten ist noch der Bruchteil übrig. Die Aktivität wird in Becquerel gemessen.
Gilt statistisch für große Kernzahlen — für den einzelnen Kern ist nur eine Zerfallswahrscheinlichkeit angebbar. λ ist stoffspezifisch und unabhängig von Temperatur, Druck oder chemischer Bindung.
Pro Zeiteinheit zerfällt ein fester Bruchteil der noch vorhandenen Kerne — das definiert eine Exponentialfunktion.
Halbwertszeit aus der Zerfallskonstante
Folgt aus ; .
Zeit aus dem Restanteil
Grundgleichung jeder radiometrischen Altersbestimmung.
Form mit Halbwertszeit
Oft schneller: Anzahl der Halbwertszeiten abzählen.
Nach wie vielen Halbwertszeiten sind noch 6,25 % einer Probe übrig?
— also nach 4 Halbwertszeiten.
Eine C-14-Probe zeigt noch 25 % Aktivität . Wie alt ist sie?
, also 2 Halbwertszeiten: Jahre.
Annehmen, nach zwei Halbwertszeiten sei alles zerfallen.
Jede Halbwertszeit halbiert nur den Rest: nach zwei bleiben 25 %.
λ und T½ verwechseln oder direkt ineinander einsetzen.
Sie sind über verknüpft — nicht Kehrwerte allein.
Einheiten von λ und t mischen (z. B. λ pro Tag, t in Jahren).
muss dimensionslos sein — gleiche Zeiteinheit verwenden.
Lineares Abklingen unterstellen.
Der Zerfall ist exponentiell — gleiche Zeitspannen bedeuten gleiche Faktoren, nicht gleiche Differenzen.
Formelcluster
Zerfall, Massendefekt und Strahlung gehören im Abitur zusammen.
Iod-131 hat , also . Nach t = 24,1 d (3 Halbwertszeiten): — noch ein Achtel.
Radiokarbonmethode (C-14-Datierung), Nuklearmedizin (Dosisplanung), Endlagerplanung, Geochronologie
Eine typische Aufgabe Schritt für Schritt: Radioaktives Zerfallsgesetz (N(t) = N₀·e^(−λt)).
Aufgabe
Nach wie vielen Halbwertszeiten sind noch 6,25 % einer Probe übrig?
Rechenweg
— also nach 4 Halbwertszeiten.
Aufgabe
Eine C-14-Probe zeigt noch 25 % Aktivität . Wie alt ist sie?
Rechenweg
, also 2 Halbwertszeiten: Jahre.
Bestimme zuerst die Zerfallskonstante aus der Halbwertszeit: . Setze dann λ und t in die Exponentialfunktion ein — beide müssen dieselbe Zeiteinheit tragen. Beispiel Iod-131 (T½ = 8,02 d): pro Tag. Nach 24,1 Tagen bleibt , also ein Achtel. Das Ergebnis kannst du prüfen: 24,1 d sind genau drei Halbwertszeiten, und . Bei glatten Vielfachen der Halbwertszeit ist die Potenzform meist der schnellere Weg als die e-Funktion.
Die Halbwertszeit T½ ist die Zeitspanne, nach der im Mittel die Hälfte der ursprünglich vorhandenen Kerne zerfallen ist. Sie ist mit der Zerfallskonstante über verknüpft und für jedes Nuklid charakteristisch: C-14 hat 5.730 Jahre, Iod-131 rund 8 Tage, Polonium-214 nur Bruchteile einer Millisekunde. Wichtig ist der multiplikative Charakter: Nach jeder weiteren Halbwertszeit halbiert sich der Bestand erneut — nach zwei bleiben 25 %, nach vier 6,25 %; die Substanz ist nie exakt "weg". Für den einzelnen Kern ist T½ nur eine Wahrscheinlichkeitsaussage: Er zerfällt mit 50 % Wahrscheinlichkeit innerhalb einer Halbwertszeit, altert dabei aber nicht — die Wahrscheinlichkeit bleibt immer gleich.
Lebende Organismen tauschen ständig Kohlenstoff mit der Atmosphäre aus und halten so einen bekannten C-14-Anteil. Mit dem Tod endet der Austausch, und das eingebaute C-14 zerfällt mit Jahren, während das stabile C-12 bleibt. Misst man heute das Verhältnis, verrät der Restanteil das Alter: . Beispiel: Zeigt eine Probe noch 25 % des ursprünglichen C-14, sind zwei Halbwertszeiten vergangen, also rund 11.460 Jahre. Praktisch funktioniert die Methode bis etwa 50.000 Jahre — danach ist zu wenig C-14 übrig. Für ältere Funde nutzt man langlebigere Uhren wie Kalium-Argon (T½ = 1,25 Milliarden Jahre) nach demselben Rechenprinzip.
Die Zerfallskonstante λ ist die Zerfallswahrscheinlichkeit pro Kern und Zeiteinheit — eine feste Stoffeigenschaft mit der Einheit . Die Aktivität A ist dagegen die tatsächliche Anzahl der Zerfälle pro Sekunde in einer konkreten Probe: , gemessen in Becquerel (1 Bq = 1 Zerfall/s). Sie hängt also von der Probenmenge ab und nimmt mit der Zeit genauso exponentiell ab wie N: . Beispiel: Kerne mit haben . In Messaufgaben arbeitest du fast immer mit der Aktivität, weil Zählrohre Zerfälle pro Zeit registrieren — das Zerfallsgesetz gilt für A und N in identischer Form.
Nein — der radioaktive Zerfall ist ein fundamental zufälliger Quantenprozess. Für den einzelnen Kern lässt sich nur eine Wahrscheinlichkeit angeben: Pro Zeiteinheit zerfällt er mit der Wahrscheinlichkeit λ, unabhängig davon, wie lange er schon existiert. Kerne altern nicht; ein "alter" Kern ist so zerfallsbereit wie ein frisch entstandener. Erst für sehr viele Kerne wird aus dem Zufall eine präzise Gesetzmäßigkeit: Bei Teilchen sind die relativen Schwankungen verschwindend klein, und beschreibt den Bestand praktisch exakt. Das ist dasselbe Prinzip wie beim Würfeln: Ein einzelner Wurf ist unvorhersagbar, der Mittelwert von Millionen Würfen sehr genau. Kein äußerer Einfluss — Temperatur, Druck, chemische Bindung — ändert λ messbar.
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