Ohmsches Gesetz: Wie berechnet man U, R und I?
Für dasselbe ohmsche Bauteil gilt bei unveränderten Betriebsbedingungen . Die Umstellungen nach Strom und Widerstand stehen unten; ihre Nenner dürfen nicht null sein. Spannung ist ein Unterschied zwischen zwei Anschlusspunkten, Strom ein Ladungsfluss durch einen Querschnitt. Ein Voltmeter gehört deshalb an beide Anschlüsse des betrachteten Bauteils; der zugehörige Strom muss durch genau dieses Bauteil fließen. Vorwissen: Volt, Ampere, Ohm und einfache Bruchumstellung. Du brauchst keine mikroskopische Theorie, um eine gemessene Kennlinie zunächst auf Proportionalität zu prüfen.[2]
U ist die Spannung zwischen den Anschlüssen des Widerstands, I die Stromstärke durch ihn. Bei einem ohmschen Bauteil ist ihr Verhältnis für unveränderte Betriebsbedingungen konstant. Eine doppelte Spannung erzeugt dann die doppelte Stromstärke. Englische Lehrbücher verwenden häufig V als Spannungssymbol; gemeint ist dieselbe Größe.[5]
Spannung, Stromstärke und Widerstand jeweils freigestellt; für die Quotienten sind die Nenner ungleich null.
- U in Volt (V), I in Ampere (A), R in Ohm (Ω). Es gilt 1 Ω = 1 V/A.
- 1 mA = 10−3 A und 1 kΩ = 103 Ω. Praktisch gilt deshalb auch V/kΩ = mA.
- Vorzeichen müssen zu den gewählten Bezugsrichtungen passen. Hier werden Strom und Spannungsabfall am passiven Widerstand gleichgerichtet gezählt.
Woran erkennt man einen ohmschen Widerstand in der Kennlinie?
Im Diagramm mit I auf der waagerechten und U auf der senkrechten Achse ist die Kennlinie eines idealisierten ohmschen Widerstands eine Gerade durch den Ursprung. Ihre Steigung ist R. Bei umgekehrten Achsen ist die Steigung dagegen . Ein einzelnes Wertepaar reicht nicht, um ein Bauteil als ohmsch einzuordnen.[2]
Die Steigung einer linearen U-I-Kennlinie aus zwei verschiedenen Stromstärken bestimmen.
Für eine Messreihe wird die Spannung schrittweise geändert. Die Spannung wird parallel zum Bauteil, die Stromstärke in Reihe gemessen. Bleibt die Temperatur gleich und liegen die Messpunkte annähernd auf einer Ursprungsgeraden, unterstützt das den ohmschen Ansatz in diesem untersuchten Bereich.[2]
Eine Ursprungsgerade mit festem Widerstand
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Begründung aus Material und Geometrie
Die entscheidende Beobachtung ist nicht bloß, dass mehr Spannung mehr Strom erzeugt. Entscheidend ist derselbe Faktor: Bei doppeltem Strom muss auch die Spannung doppelt sein. Vergleiche mehrere Punkte mit gleichen Temperaturbedingungen und prüfe zusätzlich den Ursprung. Ein einzelnes Verhältnis liefert nur den Widerstand an diesem Arbeitspunkt.[2]
Eine Begründung beginnt mit dem Materialmodell J = σE. Es setzt voraus, dass die Stromdichte J proportional zum elektrischen Feld E ist. In einem homogenen Draht der Länge l mit konstantem Querschnitt A gelten näherungsweise und . Diese Annahmen ersetzen keinen experimentellen Nachweis der Materiallinearität.[3]
Stromdichte und Feld einsetzen; anschließend mit multiplizieren.
Mit spezifischem Widerstand ρ wird Material und Geometrie im Bauteilwiderstand R zusammengefasst.
ρ und R sind verschieden: ρ ist der spezifische Widerstand, eine Materialgröße in Ω·m, R eine Bauteilgröße in Ω. Verdoppelt sich die Drahtlänge bei gleichem Material und Querschnitt, verdoppelt sich R. Verdoppelt sich der Querschnitt, halbiert sich R. Bei einem Kreisquerschnitt gilt A = πr2: Ein doppelter Radius ergibt die vierfache Fläche.[3]
Messpunkte, Einheiten und Belastung durch ein Voltmeter
Stromstärke und Wärmeleistung bestimmen
- Gegeben
- U = 9,0 V an R = 470 Ω. Der Widerstand wird als konstant angenommen.
- Gesucht
- I in mA und die Verlustleistung P bestimmen.
Ansatz: Der Widerstand wird bei den angegebenen Bedingungen als ohmsch und konstant modelliert. Dieselbe anliegende Gleichspannung bestimmt sowohl Strom als auch dissipierte Leistung.
U = RI durch R dividieren.
Volt und Ohm einsetzen; der Quotient ergibt Ampere.
Die aufgenommene Leistung mit P = UI berechnen.
Ergebnis: I ≈ 19 mA und P ≈ 0,17 W. Ein Bauteil mit einer zulässigen Leistung von 0,125 W wäre im angenommenen Dauerbetrieb über seiner Nennleistung.
Kontrolle: Rückrechnung: 470 Ω × 0,01915 A ≈ 9,0 V. Die Verlustleistung muss zusätzlich zur korrekten Stromrechnung geprüft werden; konkrete Bauteilgrenzen stehen im Datenblatt.
Widerstand aus zwei Messpunkten
- Gegeben
- Eine lineare Ursprungskennlinie besitzt die Messpunkte (I1 = 10 mA; U1 = 2,2 V) und (I2 = 25 mA; U2 = 5,5 V).
- Gesucht
- Die Steigung R berechnen und mit beiden Quotienten vergleichen.
Ansatz: Die vorgegebene Gerade verläuft durch den Ursprung. Ihre Steigung und beide Einzelquotienten müssen deshalb denselben Widerstand liefern; Ströme zuvor in dieselbe Einheit umrechnen.
Differenzen bilden: ΔU = 3,3 V und ΔI = 15 mA = 0,015 A.
Spannungsdifferenz durch Stromdifferenz teilen.
Die Einzelquotienten kontrollieren: und .
Ergebnis: R = 220 Ω. Für diesen konstanten Widerstand wären bei 6,6 V rechnerisch 30 mA zu erwarten.
Kontrolle: Die gleiche Steigung und die Ursprungsgerade sind hier ausdrücklich gegeben. Ohne diese Voraussetzungen wäre eine Vorhersage außerhalb der Messpunkte nur eine zu prüfende Modellannahme.
Messgeräte können den Stromkreis verändern. Im nächsten eigenen Modell besitzt der Spannungsmesser bewusst einen endlichen Eingangswiderstand. Die Knotenbilanz zeigt dann, warum Quellenstrom und Laststrom nicht vertauscht werden dürfen. Seine Belastung wird über die Reihen- und Parallelschaltung der beteiligten Widerstände berechnet.[7][8]
Ein Spannungsmesser belastet den Spannungsteiler
- Gegeben
- Eine ideale 6-V-Quelle speist einen 100-Ω-Vorwiderstand und einen 200-Ω-Lastwiderstand in Reihe. Ein Modellvoltmeter mit 200 Ω Eingangswiderstand wird parallel zur Last angeschlossen; alle Widerstände sind ohmsch und konstant.
- Gesucht
- Spannung und Laststrom vor und nach der Messgerätebelastung bestimmen.
Ansatz: Nach dem Anschluss teilt sich der Strom am Lastknoten. Last und Messgerät haben dieselbe Spannung, aber eigene Ströme.
Ohne Messgerät besteht eine unverzweigte Reihenschaltung.
Nach dem Anschluss den Parallelersatz bilden und zum Laststrom zurückrechnen.
Ergebnis: Die Lastspannung fällt von 4 V auf 3 V; der Laststrom von 20 mA auf 15 mA. Der Quellenstrom steigt gleichzeitig auf 30 mA.
Kontrolle: Kontrolle: Beide Zweigströme ergeben zusammen 30 mA; die beiden Spannungsabfälle ergeben 6 V. Das Verhältnis aus Lastspannung und Quellenstrom wäre 100 Ω, gehört aber nicht zum einzelnen Lastwiderstand. Sein richtiges Verhältnis bleibt .
Warum die Leistung zur Rechnung gehört
Die elektrische Leistung gibt an, wie schnell ein Widerstand elektrische Energie in Wärme umwandelt. Aus P = UI und U = RI folgen zwei praktische Formen. Bei festem R verdoppelt eine doppelte Spannung den Strom, aber vervierfacht die Leistung. Selbst eine richtige Stromrechnung kann deshalb einen thermisch ungeeigneten Arbeitspunkt ergeben.[4]
Gleichwertige Leistungsformen für den betrachteten ohmschen Widerstand.
Für konstante Leistung über eine Zeitspanne Δt gilt W = PΔt. Mit P in Watt und Δt in Sekunden entsteht Energie in Joule. Leistung und Energie sind verschiedene Größen: Ein Widerstand mit 0,20 W setzt in fünf Minuten 0,20 × 300 = 60 J um.[6]
Fünf Aufgaben mit Lösungen
Einsetzen und Rechnen · Einstieg
1. An 2,2 kΩ liegen 5,0 V. Bestimme die Stromstärke in mA.
Hinweis anzeigen
V/kΩ ergibt direkt mA; alternativ zuerst in Ω umrechnen.
Lernziel: Strom mit konsistenten Einheiten bestimmen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Es gilt ein konstanter ohmscher Widerstand; stelle nach dem Strom um.
Der Strom beträgt etwa 2,273 mA.
Rückeinsetzen in die Widerstandsformel ergibt die vorgegebenen 5 V.
Transfer · Anwenden
2. Ein konstanter Widerstand nimmt bei 3,0 V eine Leistung von 0,090 W auf. Welche Leistung nimmt er bei 6,0 V auf?
Hinweis anzeigen
P ist bei konstantem R proportional zu U2.
Lernziel: Quadratische Leistungsabhängigkeit nutzen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Bei festem ohmschen Widerstand ist die Leistung proportional zum Spannungsquadrat.
Der Widerstand beträgt 100 Ω.
Doppelte Spannung ergibt vierfache Leistung, also 0,36 W.
Das gilt nur bei unverändertem Widerstand.
Interpretieren · Anwenden
3. Bei 1,0 V misst du 2,0 mA; bei 2,0 V misst du 3,0 mA. Ist ein konstanter ohmscher Widerstand mit diesen genauen Werten vereinbar?
Hinweis anzeigen
Vergleiche beide Quotienten .
Lernziel: Konstanten Widerstand an Messpaaren prüfen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Vergleiche beide Widerstandsverhältnisse, nicht nur die wachsenden Stromwerte.
Nein: R1 = 500 Ω und R2 ≈ 667 Ω unterscheiden sich.
Bei realen Messungen müssen zuerst Messunsicherheit und mögliche Erwärmung beurteilt werden; die gegebenen exakten Werte passen nicht zu einer gemeinsamen Ursprungsgeraden.
Interpretieren · Anwenden
Ein Bauteil liefert bei konstanten äußeren Bedingungen exakt 4 mA bei 2 V und 2 mA bei 4 V. Skizziere gedanklich beide Punkte in einem I-U-Diagramm. Kann eine positive konstante Widerstandsgerade durch beide gehen? Vergleiche außerdem die Leistungen.
Hinweis anzeigen
Eine ohmsche Ursprungsgerade hat positive Steigung; Leistung ist das Produkt beider Koordinaten.
Lernziel: Ein Messpunktpaar mit fallendem Strom von ohmscher Proportionalität unterscheiden.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Prüfe die Quotienten und die Kennlinienrichtung getrennt von der Leistung.
Die Widerstände sind 500 Ω und 2000 Ω; die Punkte bilden keine gemeinsame positive Ursprungsgerade.
Trotzdem ist die Leistung jeweils 8 mW.
Gleiche Leistung belegt daher keinen konstanten Widerstand; über die Ursache der Kennlinie sagen zwei Punkte allein nichts aus.
Fehleranalyse · Anwenden
Eine Kennlinie folgt im betrachteten Bereich exakt . Jemand nennt die Steigung 200 Ω einen konstanten ohmschen Widerstand des ganzen Bauteils. Prüfe die Aussage bei 5 mA und 10 mA; der Bereich umfasst den Ursprung nicht.
Hinweis anzeigen
Die Steigung und der Quotient einer Geraden mit Offset sind verschiedene Größen.
Lernziel: Sekantensteigung mit statischem Widerstand vergleichen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Bestimme die Spannungen aus der Kennlinie, dann jeweils den statischen Quotienten.
Es entstehen 2 V und 3 V sowie 400 Ω und 300 Ω.
Die Sekantensteigung bleibt 200 Ω, aber der Quotient ist nicht konstant.
Ein lokaler linearer Zusammenhang mit Offset erfüllt nicht das ohmsche Ursprungsmodell; eine Fortsetzung außerhalb des angegebenen Bereichs ist nicht begründet.
Glühlampe, Diode und Wechselstrom: Wann reicht konstantes R nicht?
Bei einer Glühlampe verändert sich der Widerstand durch die Temperatur des Glühfadens. Das ohmsche Gesetz mit konstantem R ist ein Material- und Bauteilmodell, kein universelles Gesetz für jedes elektrische Gerät. Dioden haben nichtlineare Kennlinien. Auch ein Metalldraht kann durch Erwärmung seinen Widerstand ändern. Der Quotient an einem einzelnen Arbeitspunkt definiert allein noch keine konstante Kennlinie.[2][3]
Für einen idealen, rein ohmschen Widerstand gilt die Beziehung auch für momentane Wechselstromwerte u(t) = Ri(t); Spannung und Strom sind phasengleich. Kondensatoren und Spulen benötigen dagegen zusätzliche Beziehungen. Bei sinusförmiger Anregung wird ihre Wechselstromantwort mithilfe der komplexen Impedanz Z beschrieben. Für eine Reihenschaltung aus Widerstand, Spule und Kondensator ist die Impedanz des RLC-Reihenschwingkreises das passende Anschlussmodell.[1][9]
- Spannung immer über demselben Bauteil messen, durch das die eingesetzte Stromstärke fließt.
- Milliampere nicht als Ampere einsetzen: Sonst ist das Ergebnis um den Faktor 1 000 falsch.
- Eine größere Steigung bedeutet nur beim U-über-I-Diagramm einen größeren Widerstand.
- bei I = 0 ist nicht auswertbar. Beim idealen ohmschen Modell ergibt sich R stattdessen aus der Kennliniensteigung.
Kurz zusammengefasst
Ordne Spannung und Strom demselben Bauteil zu. Verwende einen konstanten Widerstand nur, wenn die Kennlinie und die Betriebsbedingungen das erlauben. Prüfe nach dem Rechnen die Einheiten, die Rückrechnung und bei einer realen Last auch die umgesetzte Leistung.
Belege zu dieser Erklärung
Quanta · Bearbeitet 1. Oktober 2026
- OpenStax University Physics Vol. 2, §15.2: Simple AC Circuits
- OpenStax University Physics Vol. 2, §9.4: Ohm’s Law
- OpenStax University Physics Vol. 2, §9.3: Resistivity and Resistance
- OpenStax University Physics Vol. 2, §9.5: Electrical Energy and Power
- OpenStax College Physics 2e, §20.2: Ohm’s Law, Resistance and Simple Circuits
- OpenStax College Physics 2e, §20.4: Electric Power and Energy
- OpenStax, University Physics Volume 2, §10.2: Resistors in Series and Parallel
- OpenStax, University Physics Volume 2, §10.3: Kirchhoff’s Rules
- OpenStax University Physics2 §15.3: RLC Series Circuits with AC
Redaktion: Quanta Study Redaktion
Prüfumfang
Diese Erklärung, 3 Rechenbeispiele und 5 Aufgaben liegen auf Deutsch und Englisch vor. Aufbau, Quellenzuordnung und mathematische Darstellung werden automatisiert geprüft. Rechnungen, Modellvoraussetzungen und beide Sprachfassungen erhalten eine gesonderte KI-Gegenprüfung.
Für einen früheren veröffentlichten Stand dieser Seite ist eine interne menschliche Fachprüfung dokumentiert. Diese Bestätigung gilt nicht automatisch für die überarbeitete Erklärung und die neuen Aufgaben.
Eine unabhängige, namentliche menschliche Fachprüfung ist noch nicht dokumentiert. Unsere Aufgabenzahlen sind Rechenbeispiele und keine Messdaten der zitierten Quellen.
Redaktion, Quellen und VorgehenÄnderungsverlauf
- Ohmsches Bauteilmodell und Umstellungen direkter benannt; Kennlinie, Messgerätebelastung, Materialwiderstand und Wechselstromgrenzen erschlossen und passende Anschlussseiten verlinkt.
- Zwei Aufgaben ergänzt; die fünf Aufgaben nach Aufgabentyp, Schwierigkeit und Lernziel gegliedert.
- Lernweg mit anschaulichem Einstieg, zusätzlichem Modellbeispiel, quantitativem Diagramm und Schlusszusammenfassung ergänzt; vorhandene Beispiele, Aufgaben und Quellen erhalten.
Diese Nachschlageseite zitieren
Quanta. Ohmsches Gesetz. Stand 1. Oktober 2026. https://quanta-study.de/tafelwerk/ohmsches-gesetz
Bei einer konkreten fachlichen Aussage zusätzlich die dort verknüpfte Fachquelle nennen.