Kurz erklärt: Testing Effect, mit Quelle, Einordnung, Abgrenzung zum Nachbarbegriff und praktischem Lernbezug.
Prüfungen selbst sind die beste Lernstrategie – nicht nur Messung, sondern Verstärkung.
Quelle: Roediger & Karpicke (2006); Karpicke & Roediger (2008), Science 319
Derselbe Vorgang, zwei Zwecke. Der zweite wird in der Schule selten genutzt.
Karpicke und Roediger (2008, Science 319) ließen vier Bedingungen dieselben Vokabelpaare lernen und verteilten Lese- und Testdurchgänge unterschiedlich. Karpicke und Roediger (2008) berichten nach einer Woche rund 80 % erinnerte Vokabelpaare in den beiden Bedingungen mit wiederholtem Abruf und 36 % und 33 % in den beiden Bedingungen, in denen die Paare nach dem ersten Treffer aus dem Test genommen wurden; die Werte gelten für diese Versuchsanordnung und sind kein allgemeines Wirkversprechen für jede Lernsituation oder für Quanta.
Bemerkenswert war ein zweiter Befund: Die Gruppe, die am meisten behielt, schätzte ihr eigenes Ergebnis nicht am höchsten ein. Wirksamkeit und Gefühl liefen auseinander, und das ist genau der Grund, warum Lernende die Methode selten von sich aus wählen.
Für den Alltag folgt daraus eine einfache Regel: Jede Minute, in der du eine Antwort suchst, ist mehr wert als eine Minute, in der du sie liest. Eine Karteikarte macht diese Regel zur Voreinstellung, weil sie zuerst nur die Frage zeigt.
Nein, im Gegenteil. Der Effekt entsteht durch den Abruf, nicht durch die Bewertung. Häufige kurze Selbsttests ohne Note wirken ebenso und vermeiden den Prüfungsdruck, der das Lernen eher stört.
Ja, sofern eine Rückmeldung folgt. Der Abrufversuch bereitet die Speicherung vor, und die anschließende Korrektur wirkt stärker als ein Text, den man ohne Anlauf liest.