Kurz erklärt: Desirable Difficulties, mit Quelle, Einordnung, Abgrenzung zum Nachbarbegriff und praktischem Lernbezug.
Gewollte Schwierigkeit beim Lernen erhöht Langzeit-Retention (Bjork 1994).
Quelle: Bjork, R. A. (1994). Memory and Metamemory Considerations. MIT Press.
Die beiden laufen beim Lernen auseinander, und darum ist Selbsteinschätzung hier kein guter Ratgeber.
Bjork prägte den Begriff 1994. Alle drei Beispiele sind einzeln erforscht und wirken zusammen.
| Schwierigkeit | Was sie kostet und was sie bringt |
|---|---|
| Verteilen statt häufen | Kostet Planung und das Gefühl von Fortschritt. Bringt einen robusten Vorteil im Langzeitbehalten, ohne universellen Faktor (Cepeda und Kollegen 2006). |
| Abrufen statt lesen | Kostet Anlauf und erzeugt Fehler. Karpicke und Roediger (2008) berichten nach einer Woche rund 80 % erinnerte Vokabelpaare in den beiden Bedingungen mit wiederholtem Abruf und 36 % und 33 % in den beiden Bedingungen, in denen die Paare nach dem ersten Treffer aus dem Test genommen wurden; die Werte gelten für diese Versuchsanordnung und sind kein allgemeines Wirkversprechen für jede Lernsituation oder für Quanta. |
| Mischen statt blocken | Kostet Tempo beim Üben. Bringt 63 gegenüber 20 Prozent Testerfolg (Rohrer und Taylor 2007). |
Nein. Erwünscht ist Schwierigkeit, die den Abruf oder die Unterscheidung übt. Unerwünscht ist Schwierigkeit, die vom Lernen ablenkt, etwa eine unleserliche Vorlage, eine schlechte Übersetzung oder eine unklare Aufgabenstellung.
Weil Leichtigkeit als Können gedeutet wird. Wer eben gelesen hat, ruft mühelos ab und schließt daraus auf Wissen. Der Unterschied zeigt sich erst nach Tagen, also nach dem Zeitpunkt, an dem die Einschätzung gefallen ist.
63% vs. 20% Testerfolg durch gemischtes Lernen verschiedener Themen (Rohrer & Taylor 2007).
Cepeda et al. (2006, Psychological Bulletin 132(3), 354–380) zeigen in einer Metaanalyse von 317 Experimenten einen robusten Spacing-Effekt über viele Bedingungen, aber keinen universellen 2–3x-Faktor für jede Lernsituation.
Prüfungen selbst sind die beste Lernstrategie – nicht nur Messung, sondern Verstärkung.