Kurz erklärt: Interleaving, mit Quelle, Einordnung, Abgrenzung zum Nachbarbegriff und praktischem Lernbezug.
63% vs. 20% Testerfolg durch gemischtes Lernen verschiedener Themen (Rohrer & Taylor 2007).
Quelle: Rohrer & Taylor, Instructional Science 35(6), 2007
Rohrer und Taylor (2007) gaben beiden Gruppen dieselben Aufgaben, nur in anderer Reihenfolge.
Der Effekt tritt dort auf, wo die Auswahl des Verfahrens Teil der Prüfungsleistung ist.
| Situation | Warum verschränktes Üben hilft |
|---|---|
| Mathematik mit mehreren Verfahren | In der Klausur steht nicht dabei, ob eine Aufgabe Kettenregel oder Produktregel verlangt. Genau diese Entscheidung übt nur der Wechsel. |
| Organische Chemie | Substitution, Addition oder Eliminierung erkennt man an Edukt und Bedingung. Geblockt geübt entfällt das Erkennen. |
| Vokabeln mehrerer Themenfelder | Gemischt abgefragt entsteht der Abruf ohne Kontexthilfe, wie in der Prüfung. |
| Reine Faktenlisten | Hier ist der Gewinn kleiner, weil es nichts zu unterscheiden gibt. |
Weil bei jedem Wechsel neu entschieden werden muss, welches Verfahren greift. Das kostet Anlauf und erzeugt mehr Fehler beim Üben. Genau dieser Anlauf ist die geübte Fähigkeit, und deshalb liegt das Ergebnis im Test höher als beim geblockten Üben.
Nein. Der Wiederholungsplan zeigt fällige Karteikarten themenübergreifend nach Dringlichkeit, wodurch die Mischung von selbst entsteht.
Gewollte Schwierigkeit beim Lernen erhöht Langzeit-Retention (Bjork 1994).
Cepeda et al. (2006, Psychological Bulletin 132(3), 354–380) zeigen in einer Metaanalyse von 317 Experimenten einen robusten Spacing-Effekt über viele Bedingungen, aber keinen universellen 2–3x-Faktor für jede Lernsituation.
Wissen selbst abrufen statt es erneut zu lesen; rund 80 % erinnerte Vokabelpaare nach einer Woche im Experiment von Karpicke & Roediger 2008, Science 319:966–968.