Kurz erklärt: Massed Practice (Pauken), mit Quelle, Einordnung, Abgrenzung zum Nachbarbegriff und praktischem Lernbezug.
Das Gegenteil von Spaced Repetition – kurzfristig effektiv, langfristig katastrophal.
Quelle: Cepeda et al. (2006). Distributed practice in verbal recall tasks. Psychological Bulletin 132(3), 354–380.
Gleiche Gesamtzeit, gleiches Material. Der Unterschied entsteht erst nach der Prüfung, und manchmal davor.
Es gibt Fälle, in denen massiertes Lernen vertretbar ist. Sie sind selten und sollten bewusst gewählt werden.
| Situation | Einschätzung |
|---|---|
| Prüfung ist übermorgen, Stoff ist neu | Dann ist Pauken die einzige verbleibende Möglichkeit. Es ist eine Notlösung und keine Methode, und der Stoff ist danach weg. |
| Der Inhalt wird nach der Prüfung nie wieder gebraucht | Vertretbar, aber diese Einschätzung ist im Studium oft falsch: Vorklinik und Grundstudium werden später vorausgesetzt. |
| Prüfung in mehreren Wochen | Hier verliert Pauken doppelt: weniger Behalten und mehr Gesamtzeit, weil neu gelernt statt aufgefrischt wird. |
Weil die Abrufbarkeit direkt nach dem Lernen am höchsten ist. Für eine Prüfung am nächsten Tag reicht das oft. Cepeda und Kollegen (2006) zeigten über 317 Experimente, dass der Vorteil danach schnell verschwindet und verteiltes Lernen langfristig besser behält; einen universellen Faktor nennen sie nicht.
Es macht das Gegenteil einfacher. Der Plan zeigt fällige Karteikarten von selbst, sodass verteiltes Wiederholen die bequeme Wahl wird. Wer alles an einem Abend durchgehen will, kann das tun, aber der Algorithmus rechnet nicht damit.
Cepeda et al. (2006, Psychological Bulletin 132(3), 354–380) zeigen in einer Metaanalyse von 317 Experimenten einen robusten Spacing-Effekt über viele Bedingungen, aber keinen universellen 2–3x-Faktor für jede Lernsituation.
40% Vergessen nach 20 Min, 65% nach 1 Tag, 75% nach 6 Tagen (Ebbinghaus 1885).