Kurz erklärt: Vergessenskurve (Ebbinghaus), mit Quelle, Einordnung, Abgrenzung zum Nachbarbegriff und praktischem Lernbezug.
40% Vergessen nach 20 Min, 65% nach 1 Tag, 75% nach 6 Tagen (Ebbinghaus 1885).
Quelle: Ebbinghaus, H. (1885). Über das Gedächtnis. Duncker & Humblot, Leipzig.
Die Kurve ist die Grundlage jeder Wiederholungsplanung, aber sie ist nicht deine Kurve.
Ebbinghaus memorierte sinnfreie Silben und maß, wie viel er nach festen Abständen noch abrufen konnte.
| Abstand | Anteil vergessen |
|---|---|
| 20 Minuten | rund 42 Prozent |
| 1 Stunde | rund 56 Prozent |
| 1 Tag | rund 66 Prozent |
| 1 Monat | rund 79 Prozent |
Ebbinghaus, H. (1885), Über das Gedächtnis, Duncker und Humblot, Leipzig. Gemessen an sinnfreien Silben, also an dem Material, das am schnellsten verfällt.
Der Verlauf gilt, die Steilheit nicht. Ebbinghaus maß sinnfreie Silben, also den ungünstigsten Fall. Sinnvolles, vernetztes Material verfällt langsamer, aber es verfällt, und der Verlauf bleibt exponentiell.
Weil es eine Durchschnittskurve für ein Material und eine Person ist. FSRS-6 schätzt stattdessen aus deinen Bewertungen eine eigene Kurve je Karteikarte, weil sich Inhalte und Personen erheblich unterscheiden.
Cepeda et al. (2006, Psychological Bulletin 132(3), 354–380) zeigen in einer Metaanalyse von 317 Experimenten einen robusten Spacing-Effekt über viele Bedingungen, aber keinen universellen 2–3x-Faktor für jede Lernsituation.
Wiederholungsplaner mit Gedächtnismodell je Karteikarte; Log-Loss 0,3460 im offenen Vergleich.
Das Gegenteil von Spaced Repetition – kurzfristig effektiv, langfristig katastrophal.