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Castiglianos zweiter Satz bestimmt die Verschiebung in Richtung einer Kraft durch Ableitung der elastischen Verformungsenergie nach dieser Kraft.
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Formel
δ in m; U in J; F in N; ∂U/∂F in J/N = m
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Verschiebung am Angriffspunkt in Richtung der Kraft Fi | m | |
| elastische Verformungsenergie des Systems | J | |
| generalisierte Kraft, nach der abgeleitet wird | N |
\delta_i=\frac{\partial U}{\partial F_i}Der Satz gilt für elastische Systeme, bei denen die Verformungsenergie als Funktion der generalisierten Kräfte ausdrückbar und differenzierbar ist; für die übliche Lehranwendung wird linear-elastisches Verhalten mit kleinen Verformungen angenommen. Kräfte und Momente sind konsistent als generalisierte Lasten zu behandeln. Für eine fehlende Last kann eine Hilfskraft eingeführt und nach der Ableitung auf null gesetzt werden. Plastizität, große Verformung und dissipative Energie erfordern ein anderes Modell.
Elastische, differenzierbare Energiebeziehung; Standardanwendung mit kleinen Verformungen und linear-elastischem Material.
Die Ableitung der Energie nach einer generalisierten Last liefert die konjugierte Verschiebung.
Enddurchbiegung des Kragträgers
Verschiebung und Kraft müssen am selben Ort und in konsistenter Richtung liegen.
Prüfe den Kragträger mit P=100 N, L=0,50 m, E=200 GPa, I=10−6 m4.
δ=PL3/(3EI)≈0,0208 mm; U-Ableitung stimmt mit Standardlösung überein.
Nach einer Last ableiten, die nicht zur Zielverschiebung konjugiert ist.
Verwende die zugehörige Kraft-/Momentenkoordinate und prüfe Einheiten J/N=m.
Formelcluster
Der Energiesatz ergänzt Gleichgewicht und direkte Verformungsintegration.
Ein Kragträger mit Endkraft P besitzt U=P2L3/(6EI). Daher δ=∂U/∂P=PL3/(3EI). Für P=100 N, L=0,50 m, E=200 GPa und I=10−6 m4 ergibt sich δ≈2,08·10−5 m=0,0208 mm. Die Probe entspricht der bekannten Enddurchbiegung des Kragträgers.
Verschiebungen und Verdrehungen statisch bestimmter elastischer Tragwerke über die Energie bestimmen.
Eine typische Aufgabe Schritt für Schritt: Castiglianos zweiter Satz (δi = ∂U/∂Fi).
Aufgabe
Prüfe den Kragträger mit P=100 N, L=0,50 m, E=200 GPa, I=10−6 m4.
Rechenweg
δ=PL3/(3EI)≈0,0208 mm; U-Ableitung stimmt mit Standardlösung überein.
Die partielle Ableitung der gespeicherten Verformungsenergie nach einer generalisierten Kraft ergibt die zugehörige Verschiebung in Richtung dieser Kraft. Bei einem Moment erhält man entsprechend eine Verdrehung. Das Ergebnis hängt von der gewählten Lastkoordinate ab; Vorzeichen folgen aus der virtuellen Arbeits- und Vorzeichenkonvention des Modells. Der Energieansatz setzt ein geeignetes elastisches Modell voraus. Verschiebung und generalisierte Kraft müssen am selben Angriffspunkt und in konsistenter Richtung definiert sein. Anwendungsbereich: Verschiebungen und Verdrehungen statisch bestimmter elastischer Tragwerke über die Energie bestimmen. Das Zahlenbeispiel Ein Kragträger mit Endkraft P besitzt U=P2L3/(6EI). Daher δ=∂U/∂P=PL3/(3EI). Für P=100 N, L=0,50 m, E=200 GPa und I=10−6 m4 ergibt sich δ≈2,08·10−5 m=0,0208 mm. Die Probe entspricht der bekannten Enddurchbiegung des Kragträgers verankert die Aussage in einer konkreten Messsituation.
Für einen Kragträger mit Endlast ist U=P2L3/(6EI). Ableiten nach P ergibt PL3/(3EI). Mit den angegebenen Zahlen: 100·0,53/(3·200·109·10−6)=2,08·10−5 m, also etwa 0,0208 mm. E·I hat die Einheit N·m2; damit erhält die Verschiebung die Einheit Meter. Der Energieansatz setzt ein geeignetes elastisches Modell voraus. Verschiebung und generalisierte Kraft müssen am selben Angriffspunkt und in konsistenter Richtung definiert sein. Die Einheiten dazu sind δ in m; U in J; F in N; ∂U/∂F in J/N = m. Ein Kragträger mit Endkraft P besitzt U=P2L3/(6EI). Daher δ=∂U/∂P=PL3/(3EI). Für P=100 N, L=0,50 m, E=200 GPa und I=10−6 m4 ergibt sich δ≈2,08·10−5 m=0,0208 mm. Die Probe entspricht der bekannten Enddurchbiegung des Kragträgers. Das prüft, ob die Bezugsgrößen zusammenpassen.
Soll eine Verschiebung an einem Punkt ohne reale Last bestimmt werden, fügt man dort eine symbolische Hilfskraft Q in gewünschter Richtung hinzu. Man berechnet U als Funktion von Q und den realen Lasten, leitet nach Q ab und setzt erst danach Q=0. So wird die gesuchte Verschiebung erfasst, ohne das ursprüngliche Belastungsproblem dauerhaft zu verändern. Der Energieansatz setzt ein geeignetes elastisches Modell voraus. Verschiebung und generalisierte Kraft müssen am selben Angriffspunkt und in konsistenter Richtung definiert sein. Die Rechnung lässt sich mit diesem Fall prüfen: Ein Kragträger mit Endkraft P besitzt U=P2L3/(6EI). Daher δ=∂U/∂P=PL3/(3EI). Für P=100 N, L=0,50 m, E=200 GPa und I=10−6 m4 ergibt sich δ≈2,08·10−5 m=0,0208 mm. Die Probe entspricht der bekannten Enddurchbiegung des Kragträgers. Behalte dabei Modellgrenzen und Einheiten im Blick.
Führe an der gesuchten Stelle und in der gesuchten Richtung eine gedachte generalisierte Kraft ein. Drücke die gesamte elastische Energie als Funktion dieser Kraft und der realen Lasten aus, bilde die partielle Ableitung und setze die gedachte Kraft anschließend auf null. Das Vorzeichen folgt der festgelegten Richtung. So kann der Satz auch unbekannte Verschiebungen liefern, ohne dass das Bauteil tatsächlich dort belastet wird. Der Energieansatz setzt ein geeignetes elastisches Modell voraus. Verschiebung und generalisierte Kraft müssen am selben Angriffspunkt und in konsistenter Richtung definiert sein.
U muss die gespeicherte elastische Deformationsenergie aller relevanten Beanspruchungsarten umfassen. Bei Biegung, Normalkraft, Torsion und Schub können mehrere Beiträge nötig sein; vernachlässigte Schubverformung kann bei kurzen tiefen Trägern merklich sein. Verwende konsistente generalisierte Kräfte und Momente. Dissipation, plastische Arbeit und große Verformungen sind nicht ohne Weiteres in der linearen Standardform enthalten. Der Energieansatz setzt ein geeignetes elastisches Modell voraus. Verschiebung und generalisierte Kraft müssen am selben Angriffspunkt und in konsistenter Richtung definiert sein. Die Beziehung beschreibt Castiglianos zweiter Satz bestimmt die Verschiebung in Richtung einer Kraft durch Ableitung der elastischen Verformungsenergie nach dieser Kraft. Das hilft, die Zielgröße von benachbarten Größen zu unterscheiden.
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