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Die Lagrange-Bedingung findet Kandidaten für Extrema einer Funktion unter einer Gleichungsnebenbedingung.
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Formel
λ hat die Einheit f geteilt durch die Einheit g; bei dimensionsloser Nebenbedingung die Einheit von f.
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Zielfunktion, deren Extremwert gesucht wird | Einheit des Zielwerts | |
| Nebenbedingung mit g(x)=c | Einheit von g | |
| Lagrange-Multiplikator | Einheit f / Einheit g |
\nabla f(x)=\lambda\nabla g(x)An einem regulären constrained extremum sind Niveauflächen von Zielfunktion und Nebenbedingung tangential. Ihre Normalen, die Gradienten, sind daher parallel: ∇f=λ∇g. Die Bedingung liefert Kandidaten und muss zusammen mit der Nebenbedingung gelöst werden; Randpunkte und singuläre Stellen sind separat zu prüfen.
Für glatte Funktionen und reguläre Nebenbedingungen, also ∇g≠0 am Kandidaten. Rand und singuläre Punkte zusätzlich untersuchen.
Am constrained extremum sind Zielfunktions- und Nebenbedingungsniveaufläche tangential, also ihre Normalen parallel.
Extremwert unter Nebenbedingung bestimmen
Für glatte Funktionen und reguläre Nebenbedingungen, also ∇g≠0 am Kandidaten. Rand und singuläre Punkte zusätzlich untersuchen.
Extremiere xy unter x2+y2=1.
Extremiere f=xy unter x2+y2=1.
Aus (y,x)=λ(2x,2y) folgt bei x,y≠0 x=y oder x=−y.
Mit der Nebenbedingung ergeben sich f=1/2 bei x=y=±1/√2 und f=−1/2 bei x=−y=±1/√2.
Probe: |xy|≤(x2+y2)/2=1/2.
Die Nebenbedingung nach dem Gradientenansatz vergessen.
Zu ∇f=λ∇g gehört zwingend g(x)=c; erst das gekoppelte System bestimmt die Kandidaten.
Formelcluster
Gradientenparallelität reduziert eine mehrdimensionale Optimierung auf ein Gleichungssystem.
Extremiere f=xy unter x2+y2=1. Aus (y,x)=λ(2x,2y) folgt bei x,y≠0 x=y oder x=−y. Mit der Nebenbedingung ergeben sich f=1/2 bei x=y=±1/√2 und f=−1/2 bei x=−y=±1/√2. Probe: |xy|≤(x2+y2)/2=1/2.
Ressourcenoptimierung mit fester Budget- oder Materialbedingung, minimale Energie bei vorgegebenem Volumen und Extremwerte auf Kurven oder Flächen.
Eine typische Aufgabe Schritt für Schritt: Lagrange-Multiplikatoren (∇f = λ ∇g).
Aufgabe
Extremiere xy unter x2+y2=1.
Rechenweg
Extremiere f=xy unter x2+y2=1.
Aus (y,x)=λ(2x,2y) folgt bei x,y≠0 x=y oder x=−y.
Mit der Nebenbedingung ergeben sich f=1/2 bei x=y=±1/√2 und f=−1/2 bei x=−y=±1/√2.
Probe: |xy|≤(x2+y2)/2=1/2.
Geometrisch skaliert λ den Gradienten der Nebenbedingung, damit er mit dem Gradienten der Zielfunktion übereinstimmt. Unter geeigneten Glattheitsbedingungen misst λ auch, wie stark sich der optimale Zielfunktionswert ändert, wenn der erlaubte Nebenbedingungswert c leicht verändert wird. Das Vorzeichen hängt von der Formulierung der Nebenbedingung ab. In Anwendungen kann λ als Schattenpreis gelesen werden: Er schätzt, um wie viel sich der optimale Zielwert ändert, wenn die erlaubte Ressource c geringfügig erhöht wird. Diese Deutung gilt lokal und hängt davon ab, ob du g=c oder eine äquivalente umskalierte Bedingung notierst.
Eine zulässige kleine Bewegung bleibt auf der Nebenbedingung. Am Extremum kann eine solche Tangentialbewegung den Zielwert in erster Ordnung nicht ändern. Deshalb ist ∇f orthogonal zum Tangentialraum der Nebenbedingung. ∇g ist ebenfalls dessen Normalenvektor, also müssen beide Gradienten parallel sein. Das Parallelitätsargument betrachtet nur Bewegungen, die die Nebenbedingung zunächst erfüllen. Solche Bewegungen liegen im Tangentialraum der zulässigen Fläche. Am Extremum ist die Änderung von f entlang jeder dieser Richtungen null; deshalb ist ihr Gradient normal zur Fläche und proportional zu ∇g.
Ja. Die Gleichungen liefern stationäre Kandidaten, aber sie unterscheiden nicht selbst zwischen Maximum, Minimum oder Sattelpunkt. Vergleiche Funktionswerte aller zulässigen Kandidaten und untersuche bei beschränkten Gebieten den Rand. Eine Nebenbedingung mit ∇g=0 erfordert separate Analyse, weil der Multiplikatoransatz dort versagen kann. Die Bedingung ist notwendig, nicht allein hinreichend. Kandidaten können Maxima, Minima oder Sattelpunkte sein, und ein offenes zulässiges Gebiet muss kein globales Extremum besitzen. Bei einer kompakten Kurve oder Fläche vergleichst du Kandidatenwerte und behandelst Stellen mit verschwindendem Nebenbedingungsgradienten separat.
Bei unabhängigen Gleichungsbedingungen g1=c1 bis gm=cm lautet die Bedingung ∇f=λ1∇g1+…+λm∇gm. Es gibt einen Multiplikator je Nebenbedingung. Die Gradienten der aktiven Nebenbedingungen müssen dabei die Regularitätsbedingung erfüllen; andernfalls sind andere Methoden nötig. Für zwei unabhängige Nebenbedingungen entsteht eine Linearkombination aus zwei Normalenvektoren. Es gibt dann zwei Multiplikatoren und zusätzlich beide Nebenbedingungsgleichungen. Die Zahl der Gleichungen wächst entsprechend; Unabhängigkeit der aktiven Gradienten stellt sicher, dass die lokale zulässige Fläche regulär ist. Löse für mehrere Nebenbedingungen das gesamte System aus Gradientenbeziehung und allen Bedingungen gleichzeitig. Ein Multiplikator allein ersetzt keine Gleichung der zulässigen Menge.
Mit x2+y2=1 gilt 2|xy|≤x2+y2=1, also −1/2≤xy≤1/2. Die Lagrange-Kandidaten erreichen beide Schranken. Diese unabhängige Ungleichung prüft nicht nur die Rechnungen, sondern zeigt auch, dass es sich um globale Extrema handelt. Die Schranke folgt aus (|x|−|y|)2≥0 und damit x2+y2≥2|xy|. Gleichheit gilt genau bei |x|=|y|, also an den gefundenen Kandidaten. Diese zweite Rechnung ist eine starke Prüfung: Sie bestätigt nicht nur stationäre Punkte, sondern beweist direkt die globalen Extremwerte. Die Ungleichung prüft die globalen Schranken unabhängig vom Lagrange-Verfahren. Bei anderen Aufgaben ersetzt eine solche Abschätzung jedoch nicht automatisch die Rand- und Kandidatenprüfung. Gleiche Vorzeichen liefern das Maximum +1/2, entgegengesetzte Vorzeichen das Minimum −1/2.
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