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Die Aktivität gibt die Zahl der Kernzerfälle pro Zeit an und ist proportional zur Zahl der noch nicht zerfallenen Kerne.
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Formel
A in Bq=s−1; λ in s−1; N dimensionslos.
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Aktivität als Zerfälle je Zeit | Bq | |
| Zerfallskonstante des Nuklids | s−1 | |
| Zahl noch nicht zerfallener Kerne | dimensionslos |
A=\lambda NDas Zerfallsgesetz lautet dN/dt=−λN. Die Aktivität ist per Definition A=−dN/dt und damit λN. Bei konstantem λ nimmt sie ebenfalls exponentiell ab: A(t)=A0e^(−λt). Aktivität zählt Zerfälle pro Sekunde, nicht die absorbierte Dosis oder biologische Wirkung.
Gilt für einen einzelnen Zerfallsprozess mit konstanter Zerfallskonstante λ; bei Gemischen mehrerer Nuklide summieren sich deren Aktivitäten.
Aktivität ist die positive Zerfallsrate, also der Betrag der zeitlichen Abnahme der Kernzahl.
Kernzahl aus Aktivität
λ und A müssen auf dieselbe Zeiteinheit bezogen sein.
Ein Nuklid hat N=5×108 Kerne und λ=4×10−3 s−1. Bestimme A in Bq.
A=λN=2×106 s−1=2 MBq.
Becquerel mit Energie- oder Dosismaß verwechseln.
1 Bq bedeutet ein Kernzerfall pro Sekunde; absorbierte Dosis hat andere Einheiten und benötigt weitere Informationen.
Formelcluster
Aktivität ist die Zerfallsrate, während N die verbleibende Kernzahl ist.
Eine Probe hat N=2,0×1010 Kerne und λ=1,0×10−6 s−1: A=λN=2,0×104 s−1=20 kBq. Nach einer Halbwertszeit ist die Aktivität halb so groß wie anfangs.
Zerfallsreihen, Altersbestimmung, Detektormessungen und Quantifizierung radioaktiver Proben.
Eine typische Aufgabe Schritt für Schritt: Aktivität einer radioaktiven Probe (A = λN).
Aufgabe
Ein Nuklid hat N=5×108 Kerne und λ=4×10−3 s−1. Bestimme A in Bq.
Rechenweg
A=λN=2×106 s−1=2 MBq.
Die Beziehung radioaktive Aktivität ordnet messbare Größen zu und macht sichtbar, welche Größen das Ergebnis bestimmen. A zählt erwartete Kernzerfälle pro Sekunde und ist über die Zerfallskonstante mit der noch vorhandenen Kernzahl verknüpft. Vor dem Einsetzen muss der betrachtete Zustand klar sein. Die Formel ist keine bloße Rechenabkürzung: Ihre Proportionalitäten erlauben Vorhersagen, auch ohne Zahlen. Prüfe zum Beispiel, ob eine Verdopplung einer Eingangsgröße das Ergebnis verdoppelt oder ob ein Winkel, eine Fläche oder ein Quadrat die Abhängigkeit verändert. So lässt sich das Ergebnis vorab abschätzen. Das ist besonders nützlich, wenn eine Aufgabe nur eine qualitative Prognose verlangt. Zugleich wird klar, welche Größen man messen und welche Bedingungen man dokumentieren muss.
N=2,0×1010 und λ=1,0×10−6 s−1 ergeben A=2,0×104 Bq. Eine saubere Rechnung nennt zuerst bekannte Größen samt Einheiten, stellt dann nach der gesuchten Größe um und rundet erst am Ende. Vergleiche außerdem Einheit und Größenordnung mit dem beschriebenen Vorgang; die Gleichung allein entscheidet nicht, ob die Eingangsdaten sinnvoll sind. Wenn ein Zahlenwert überraschend wirkt, prüfe zuerst Vorzeichen, Einheitenumrechnungen und eingesetzte Winkel. Die Formelprobe hilft zusätzlich: Ersetze einen Parameter gedanklich durch null oder durch einen verdoppelten Wert und prüfe, ob das Ergebnis sinnvoll reagiert. In einem Versuch sollte man Messwerte und Modellannahmen getrennt notieren; dadurch erkennt man eher, ob ein Unterschied vom Rechnen oder von der Idealisierung stammt.
Für ein einzelnes Nuklid mit konstantem λ gilt A(t)=A0e^(−λt); Mischproben benötigen die Summe der Aktivitäten ihrer Komponenten. Werden diese Voraussetzungen verletzt, genügt es nicht, dieselben Zahlen weiter einzusetzen: Man braucht eine allgemeinere Beschreibung oder zusätzliche Terme. Achte besonders auf Vorzeichen, Bezugssystem und die Definition der verwendeten Größe. Bei Messungen können Abweichungen auftreten, weil reale Körper, Felder oder Prozesse nicht ideal sind. Beschreibe deshalb kurz, welche Annahme für deine Rechnung entscheidend ist; so lässt sich später unterscheiden, ob ein Fehler beim Einsetzen oder in der Modellwahl liegt. Ein Grenzfall, der die Voraussetzungen verletzt, ist kein Anlass, die Formel blind fortzuschreiben.
Schreibe die Einheiten zunächst neben jeden Messwert und führe Umrechnungen vor dem Einsetzen aus. Prüfe dann, ob die Einheiten auf beiden Seiten der Beziehung zusammenpassen; zum Beispiel muss ein Ergebnis für eine Geschwindigkeit die Dimension Länge pro Zeit haben, während eine Energie Joule verlangt. N=2,0×1010 und λ=1,0×10−6 s−1 ergeben A=2,0×104 Bq. liefert einen konkreten Größenordnungscheck: Vergleiche das Ergebnis mit dem beschriebenen Vorgang und frage, ob es plausibel groß ist. Runde Zwischenwerte nicht früh, weil sich kleine Rundungsfehler bei Potenzen, Wurzeln oder sehr kleinen Größen verstärken können. Eine korrekte Dimension beweist die Rechnung nicht, schließt aber viele falsche Umstellungen und Einheitenfehler aus.
Die Halbwertszeit legt λ fest. Becquerel ist keine Dosisangabe und beschreibt nicht allein die biologische Wirkung. In einer Aufgabe liefert diese Beziehung meist nur einen Teil der gesuchten Beschreibung: Eine weitere Gleichung kann etwa eine fehlende Messgröße, eine Erhaltungsbilanz oder eine Randbedingung ergänzen. Lege zuerst fest, welches System betrachtet wird und welche Größen darin bekannt sind. Verwende anschließend jede Formel nur für die Annahmen, unter denen sie gilt; gleiche Symbole können in verschiedenen Modellen unterschiedliche Rollen haben. Schreibe die gemeinsame Rechnung in klaren Zwischenschritten auf. So wird erkennbar, welche Aussage aus radioaktive Aktivität stammt und welche Information die ergänzende Beziehung beiträgt.
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