Physik · Elektrodynamik

Elektrische Feldstärke

Die elektrische Feldstärke ist die Kraft pro Ladung; im homogenen Feld eines Plattenkondensators gilt zusätzlich E = U/d.

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Formel

LaTeX: E = \frac{F}{q} = \frac{U}{d}
E in V/m = N/C · F in N · q in C · U in V · d in m

Variablen & Einheiten – Elektrische Feldstärke

SymbolBedeutungEinheit
EElektrische FeldstärkeV/m = N/C
FKraft auf die ProbeladungN
qProbeladungC
USpannung zwischen den PlattenV
dPlattenabstandm

Herleitung & Hintergrund – Elektrische Feldstärke

Michael Faraday führte den Feldbegriff ein: Das Feld existiert unabhängig von der Probeladung und vermittelt die Kraft. E = F/q ist die Definition und gilt überall; E = U/d gilt nur im homogenen Feld zwischen parallelen Platten, wo die Feldlinien parallel und gleich dicht verlaufen. Das Feld einer Punktladung folgt dagegen aus dem Coulomb-Gesetz: E = k_e·Q/r². Die Einheiten V/m und N/C sind identisch. Positive Ladungen erfahren die Kraft in Feldrichtung, negative entgegen.

Prüfungs-Blueprint

Gültigkeitsbereich

E = F/q ist die allgemeine Definition und gilt in jedem Feld. E = U/d gilt nur im homogenen Feld eines Plattenkondensators, fern der Ränder; für Punktladungen gilt stattdessen E = k_e·Q/r².

Herleitung in Schritten

Das Feld beschreibt die Kraftwirkung pro Ladung; im homogenen Feld folgt der Zusammenhang mit der Spannung über die Arbeit.

  1. 1Definition: E = F/q, unabhängig von der Größe der Probeladung.
  2. 2Verschieben von q von Platte zu Platte: W = F·d = q·E·d und W = q·U, gleichsetzen liefert E = U/d.

Umstellen

Kraft auf eine Ladung

Positive Ladungen in Feldrichtung, negative entgegen.

Spannung

Nur im homogenen Feld; U wächst linear mit dem Abstand.

Plattenabstand

Wichtig für Durchschlagsgrenzen (Luft: ca. 3 kV/mm).

Aufgabenvariante

Zwischen Platten (d = 5 mm) liegen 100 V. Welche Kraft wirkt auf q = 2 µC?

E = U/d = 100/0,005 = 20.000 V/m. F = q·E = 2×10⁻⁶ × 2×10⁴ = 0,04 N.

Ab welcher Spannung schlägt eine 1-cm-Luftstrecke durch (E_max ≈ 3 kV/mm)?

U = E·d = 3×10⁶ V/m × 0,01 m = 30 kV, deshalb springen Zündfunken nur über kurze Strecken.

Typische Fehler

E = U/d auch im Feld einer Punktladung verwenden.

Dort ist das Feld inhomogen; es gilt E = k_e·Q/r².

Millimeter nicht in Meter umrechnen.

d in m einsetzen, sonst ist E um den Faktor 1000 falsch.

Die Kraftrichtung bei negativen Ladungen falsch angeben.

Negative Ladungen erfahren die Kraft entgegen der Feldrichtung.

Klausurkontext

  • Klassiker: Elektron im Plattenkondensator (Beschleunigung, Ablenkung im Oszilloskop), Millikan-Versuch und Kombination mit der Energiebetrachtung W = q·U.

Die typischen Fehler stecken als eigene Karten im Prüfungsset. Einmal aktiv trainiert, passieren sie in der Klausur selten.

Formelcluster

Elektrische Felder

Feldbegriff als Bindeglied zwischen Coulomb-Kraft und Kondensator.

Rechenbeispiel

Plattenkondensator: U = 200 V, Plattenabstand d = 4 mm: E = 200/0,004 = 50.000 V/m. Auf ein Elektron wirkt F = e·E = 1,6×10⁻¹⁹ × 5×10⁴ = 8×10⁻¹⁵ N.

Anwendungsgebiete

Plattenkondensator und Millikan-Versuch, Elektronenablenkung (Oszilloskop), Blitzentstehung (Durchbruchfeldstärke Luft ca. 3 kV/mm), Kopierer und Laserdrucker

Quanta-Prüfungsset

Kuratiertes Prüfungsset für "Elektrische Feldstärke":

Frage (Vorderseite)

Welche Formel beschreibt Elektrische Feldstärke?

Antwort in deinem Set

Frage (Vorderseite)

Wie stellst du E = F/q = U/d nach Kraft auf eine Ladung um?

Antwort in deinem Set

Frage (Vorderseite)

Welcher typische Fehler passiert bei E = F/q = U/d?

Antwort in deinem Set

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Wissenschaftliche Quellen

Häufige Schreibweisen & Suchanfragen

E=F/qE=U/delektrische Feldstärke Formelelectric field formulaPlattenkondensator FeldV/m N/CFeldstärke Kondensator berechnenhomogenes elektrisches Feld

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Weitere Physik-Formeln

Häufige Fragen zu Elektrische Feldstärke

Wie berechnet man die elektrische Feldstärke im Plattenkondensator?+

Teile die anliegende Spannung durch den Plattenabstand: E = U/d. Bei U = 200 V und d = 4 mm = 0,004 m ergibt sich E = 50.000 V/m. Das Feld zwischen den Platten ist homogen: Es hat überall denselben Betrag und dieselbe Richtung, von der positiven zur negativen Platte. Die Kraft auf eine Ladung folgt dann aus F = q·E; ein Elektron erfährt hier F = 1,6×10⁻¹⁹ × 5×10⁴ = 8×10⁻¹⁵ N. Wichtigste Fehlerquelle ist der Plattenabstand in Millimetern: d muss in Metern eingesetzt werden, sonst ist E um den Faktor 1000 daneben.

Was ist der Unterschied zwischen E = F/q und E = U/d?+

E = F/q ist die Definition der Feldstärke und gilt ausnahmslos in jedem elektrischen Feld: Man denkt sich eine kleine Probeladung an den Ort gesetzt und teilt die Kraft durch die Ladung. E = U/d ist dagegen eine Spezialformel, die nur im homogenen Feld gilt, praktisch also zwischen den Platten eines Kondensators, fern der Ränder. Dort nimmt das Potential linear mit dem Ort ab, deshalb ist der Quotient aus Spannung und Abstand konstant. Im Feld einer Punktladung wäre E = U/d falsch; dort gilt E = k_e·Q/r², das Feld fällt quadratisch ab. Merke: Definition immer, Plattenformel nur bei homogenem Feld.

Sind V/m und N/C wirklich dieselbe Einheit?+

Ja, beide sind exakt gleichwertig und spiegeln die zwei Gesichter der Feldstärke. Aus der Kraftdefinition E = F/q folgt die Einheit N/C. Aus der Kondensatorformel E = U/d folgt V/m. Die Umrechnung ist reine Einheitenalgebra: 1 V = 1 J/C = 1 N·m/C, also 1 V/m = 1 N·m/(C·m) = 1 N/C. Beide Sichtweisen sind nützlich: N/C betont, dass das Feld Kräfte auf Ladungen ausübt; V/m betont, dass das Feld ein Potentialgefälle darstellt, also Spannung pro Strecke. In Aufgaben darfst du frei zwischen beiden wechseln, und Einheitenkontrollen gelingen in beiden Darstellungen gleich gut.

Wie bewegt sich ein Elektron im homogenen elektrischen Feld?+

Auf das Elektron wirkt die konstante Kraft F = e·E, entgegen der Feldrichtung, weil seine Ladung negativ ist. Konstante Kraft bedeutet konstante Beschleunigung a = e·E/m, das Elektron bewegt sich wie ein Wurfkörper im Schwerefeld. Fliegt es parallel zum Feld, wird es gleichmäßig beschleunigt oder abgebremst; die Energiebilanz liefert die praktische Formel ½mv² = e·U. Fliegt es quer zum Feld ein, etwa zwischen den Ablenkplatten eines Oszilloskops, überlagern sich gleichförmige Längsbewegung und beschleunigte Querbewegung zu einer Parabelbahn, mathematisch identisch zum horizontalen Wurf. Die Fallbeschleunigung g ist daneben vernachlässigbar, denn die elektrische Kraft übertrifft die Gewichtskraft des Elektrons um viele Größenordnungen.

Was passiert bei zu großer Feldstärke in Luft?+

Ab etwa 3 kV/mm (3×10⁶ V/m) wird Luft leitfähig: Die Durchbruchfeldstärke ist erreicht. Freie Elektronen, die es durch natürliche Ionisation immer gibt, werden im starken Feld so stark beschleunigt, dass sie beim Aufprall Luftmoleküle ionisieren und weitere Elektronen freisetzen, eine Lawine entsteht. Sichtbar wird das als Funke oder Lichtbogen, im größten Maßstab als Blitz. Praktische Konsequenzen: Zwischen Kondensatorplatten mit 1 mm Abstand sind höchstens rund 3 kV möglich, Hochspannungsleitungen brauchen große Abstände und glatte, große Krümmungsradien, denn an Spitzen überhöht sich das Feld lokal (Spitzenwirkung, genutzt beim Blitzableiter). Diese Grenze erklärt auch das Knistern an Hochspannungsanlagen (Koronaentladung).

Elektrische Feldstärke prüfungssicher behalten

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Wie berechnet man mit Elektrische Feldstärke?

So gehst du eine typische Aufgabe zu Elektrische Feldstärke (E = F/q = U/d) Schritt für Schritt an:

  1. 1

    Aufgabe

    Zwischen Platten (d = 5 mm) liegen 100 V. Welche Kraft wirkt auf q = 2 µC?

    Rechenweg

    E = U/d = 100/0,005 = 20.000 V/m. F = q·E = 2×10⁻⁶ × 2×10⁴ = 0,04 N.

  2. 2

    Aufgabe

    Ab welcher Spannung schlägt eine 1-cm-Luftstrecke durch (E_max ≈ 3 kV/mm)?

    Rechenweg

    U = E·d = 3×10⁶ V/m × 0,01 m = 30 kV, deshalb springen Zündfunken nur über kurze Strecken.