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Das Newton-Verfahren nähert eine Nullstelle an, indem es die Tangente im aktuellen Schätzwert mit der x-Achse schneidet.
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Formel
x und xk haben die Einheit der gesuchten Größe; f/f′ hat ebenfalls die Einheit von x.
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Näherungswert im Iterationsschritt k | Einheit der Variablen x | |
| Funktionswert am aktuellen Näherungswert | Einheit der Funktion f | |
| f′(xk) | Ableitung am aktuellen Näherungswert | Einheit f/Einheit x |
| Nächster Näherungswert aus dem Tangentenschnitt | Einheit der Variablen x |
x_{k+1}=x_k-\frac{f(x_k)}{f'(x_k)}Eigene schematische Darstellung von Quanta
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Die Iteration folgt aus der Linearisierung f(x)≈f(xk)+f′(xk)(x−xk) und dem Ansatz f(x)=0. Bei einer einfachen Nullstelle und einem hinreichend nahen Startwert konvergiert das Verfahren lokal meist quadratisch. Es garantiert keine Konvergenz für beliebige Starts: f′ kann null oder sehr klein sein, Schritte können aus dem interessierenden Bereich springen, und Iterationen können oszillieren oder divergieren. Abbruchkriterien sollten sowohl Schrittweite als auch Residuum berücksichtigen.
Lokale Konvergenz braucht typischerweise eine einfache Nullstelle, f′≠0 und einen hinreichend nahen Startwert; beliebige Starts sind nicht garantiert.
Die Tangente im aktuellen Punkt approximiert f; ihr Schnitt mit der x-Achse wird der nächste Schätzwert.
Funktionswert aus zwei Iteraten prüfen
Folgt algebraisch aus der Iterationsgleichung; numerische Rundung bleibt möglich.
Führe für x2−2 mit Startwert 1,5 einen Newton-Schritt aus.
f(1,5)=0,25 und f′(1,5)=3.
Daher x1=1,5−0,25/3≈1,41667.
Ein kleines Schrittmaß allein als Konvergenzbeweis ansehen.
Auch |f(xk)| prüfen und Grenzen, Ableitungsnullstellen sowie Rundungsfehler beachten.
Formelcluster
Tangentenlinearisierung führt zu einem schnellen lokalen Iterationsverfahren.
Für f(x)=x2−2 und x0=1,5 ergibt sich x1=1,5−0,25/3≈1,41667. Ein weiterer Schritt liefert x2≈1,41422, nahe √2. Probe: |x22−2|≈1,2·10−5; das Residuum ist bereits klein, aber ein Abbruchtest legt die gewünschte Genauigkeit fest.
Nullstellen nicht elementar lösbarer Gleichungen numerisch approximieren und iterative Lösungsverfahren in Naturwissenschaft und Technik verstehen.
Eine typische Aufgabe Schritt für Schritt: Newton-Verfahren für Nullstellen (xk+1 = xk − f(xk)/f′(xk)).
Aufgabe
Führe für x2−2 mit Startwert 1,5 einen Newton-Schritt aus.
Rechenweg
f(1,5)=0,25 und f′(1,5)=3.
Daher x1=1,5−0,25/3≈1,41667.
Nahe dem aktuellen Schätzwert xk ersetzt die Tangente die Funktion näherungsweise durch f(xk)+f′(xk)(x−xk). Den Schnittpunkt dieser Geraden mit der x-Achse erhältst du, indem du den Ausdruck null setzt und nach x auflöst. So folgt xk+1=xk−f(xk)/f′(xk). Geometrisch ist es ein neuer Nullstellenkandidat; algebraisch ist es ein Schritt aus der Linearisierung. Ist f′(xk)=0, ist die Division nicht möglich. Ein sehr kleiner Ableitungswert kann zudem einen unverhältnismäßig großen Schritt erzeugen. Zum Beispiel gilt für f=x2−2 und x0=1,5: f=0,25 und f′=3, also x1≈1,41667. Der Tangentenschnitt rückt damit näher an √2.
Nein. Das Verfahren konvergiert unter günstigen lokalen Voraussetzungen schnell, besonders nahe einer einfachen Nullstelle mit nicht verschwindender Ableitung. Ein schlechter Startwert kann jedoch zu einem Sprung in einen ungeeigneten Bereich, zu Oszillation oder Divergenz führen. Bei mehrfachen Nullstellen sinkt die typische Konvergenzordnung; bei f′=0 ist der Schritt undefiniert. Selbst eine stetige Funktion mit vorhandener Nullstelle garantiert keinen Erfolg für jeden Start. Verwende deshalb einen begründeten Startwert, überwache Funktionsresiduum und Schrittgröße und setze eine maximale Iterationszahl. Für robuste Aufgaben kann eine geklammerte Methode wie Bisektion ergänzt werden.
Ein praktikables Abbruchkriterium kombiniert zwei Größen: ein kleines Residuum |f(xk)| und eine kleine Änderung |xk−xk−1| relativ zu einer gewünschten Toleranz. Ein kleiner Schritt allein kann bedeuten, dass das Verfahren feststeckt, nicht dass es die Nullstelle erreicht hat. Umgekehrt kann ein kleines Residuum bei schlecht skalierten Funktionen eine größere x-Unsicherheit verbergen. Prüfe daher Einheiten und Skalierung, verwende absolute und relative Toleranzen und begrenze die Zahl der Schritte. Die Genauigkeit des Ergebnisses darf außerdem die Genauigkeit der Eingangsdaten nicht vortäuschen. Melde einen Abbruch wegen stagnierendem Residuum ausdrücklich als fehlgeschlagen, nicht als erreichte Konvergenz.
Prüfe vor jedem Schritt, ob f′(xk) numerisch ausreichend groß ist; ein nahezu nuller Nenner kann einen riesigen Sprung auslösen. Beschränke den Schritt bei Bedarf auf ein plausibles Intervall oder kombiniere Newton mit Bisektion: Solange ein Vorzeichenwechsel die Nullstelle einklammert, akzeptierst du den schnellen Newton-Schritt nur, wenn er innerhalb der Klammer liegt. Andernfalls halbierst du das Intervall. Das ist langsamer, erhält aber eine nachvollziehbare Schranke für die Lösung. Überwache außerdem |f(xk)| und die Schrittweite getrennt. Ein Newton-Schritt außerhalb des erlaubten Bereichs ist kein Fortschritt, auch wenn seine Formel korrekt berechnet wurde.
Die quadratische Konvergenz gilt typischerweise nahe einer einfachen Nullstelle, bei der f′ an der Nullstelle nicht verschwindet. Bei einer m-fachen Nullstelle verschwindet auch die Ableitung; der Standard-Newton-Schritt konvergiert dann im Allgemeinen nur noch linear. Für f(x)=(x−1)2 lautet der Schritt xk+1=(xk+1)/2: Der Abstand zur Nullstelle halbiert sich pro Iteration statt sich ungefähr zu quadrieren. Ist die bekannte Vielfachheit m, kann die modifizierte Iteration xk+1=xk−m f(xk)/f′(xk) die schnelle Konvergenz wiederherstellen. Diese Korrektur setzt die richtige Vielfachheit voraus; ein falsch gewähltes m kann die Iteration verschlechtern.
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