Bevor du rechnest
Polarisation benennt beim Licht die Richtung und den zeitlichen Verlauf des elektrischen Felds quer zur Ausbreitung. Für linear polarisiertes Licht schwingt das Feld entlang einer festen Achse. Das Strahlbild allein zeigt diese Achse nicht. Ein Polarisator wählt eine Feldkomponente aus; als Analysator benutzt man ihn, um eine vorhandene Polarisation zu untersuchen.[1][2]
Für die ideale Grundrechnung ist der Eingang des Analysators bereits linear polarisiert. Sein I0 bezeichnet genau diese Stufe. Unpolarisiertes Licht vor dem ersten idealen Filter wird zunächst im Mittel halbiert. Du brauchst den Kosinus und musst zwischen Feldamplitude und deren Quadrat unterscheiden. Wir nehmen unveränderte Strahlerfassung und keine zusätzlichen Verluste an.[1]
I0 gehört zur Eingangsstufe des Analysators
θ ist der Winkel zwischen der vorhandenen linearen Polarisationsrichtung und der Transmissionsachse des Analysators.[1]
I0 ist die Intensität unmittelbar vor dem betrachteten Analysator, nicht automatisch vor einer ganzen Filterkette. Bei parallel ausgerichteten idealen Achsen bleibt I0, bei gekreuzten Achsen ist I null. Achsenrichtungen unterscheiden sich nur modulo 180°: Ein Filter bei 0° und derselbe bei 180° sind physikalisch dieselbe Transmissionsrichtung. Deshalb hat die Intensitätskurve eine 180°-Periode.[1]
Intensität ist Leistung pro Querschnitt in W/m2. Für einen unveränderten vollständig erfassten Strahlquerschnitt folgt dieselbe Relation für die gesamte Leistung. Wenn Apertur oder Strahlform zwischen den Stufen geändert werden, darf ein Detektorwert nicht ohne geometrische Kontrolle als interpretiert werden.[1]
Die Intensität hat eine 180°-Periode
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Von der Feldprojektion zur Intensität
Wähle die Analysatorachse als Einheitsvektor a. Für ein linear polarisiertes Feld E mit fester Richtung ergibt das Skalarprodukt die übertragene Amplitude . Der ideale Analysator entfernt die orthogonale Komponente. Hinter ihm ist das Feld linear entlang a polarisiert; ein nachfolgender Filter muss seinen Winkel deshalb zu a beziehen, nicht zur ursprünglichen Richtung vor der gesamten Kette.[2]
C ist derselbe Intensitätsfaktor vor und hinter dem idealen Filter im selben Medium. Das Quadrieren unterscheidet Intensität von Amplitude.[2]
Ein negativer Projektionswert ist eine Feldphase beziehungsweise eine umgekehrte Amplitudenrichtung. Durch Quadrieren entsteht keine negative Intensität. Bei 90° ist die Projektion null; ein erneutes ideales Polarisieren kann dann keine zuvor vollständig entfernte Energie zurückbringen. Die Energie einer absorbierenden Polarisatorstufe geht in ihre Umgebung, bei anderen Bauarten in einen anderen Ausgangskanal.[1]
Der Brewster-Winkel der Polarisation beschreibt, bei welchem Einfallswinkel reflektiertes Licht an einer geeigneten Grenzfläche vollständig linear polarisiert ist. Erst für einen passend beschriebenen linearen Eingang wendest du anschließend die Intensitätsprojektion am Analysator an.[1]
Ein linear polarisiertes Eingangssignal analysieren
Analysator bei 37°
- Gegeben
- I0=72,0 W/m2; lineare Eingangsrichtung; Achsdifferenz 37,0°.
- Gesucht
- Ausgangsintensität und entfernten Anteil bestimmen.
Ansatz: Der ideale Analysator projiziert die elektrische Feldamplitude auf seine Achse; die Intensität folgt dem Quadrat dieser Projektion.
Feldprojektionsfaktor berechnen und quadrieren.
Den Intensitätsfaktor anwenden.
Ergebnis: I≈45,92 W/m2; 36,22% werden aus dem übertragenen Kanal entfernt.
Kontrolle: I liegt zwischen 0 und 72 W/m2. Die Rechnung mit cos 37° statt cos237° würde 57,50 W/m2 ergeben und wäre eine Verwechslung von Amplitude und Intensität.
Der erste Filter halbiert ideal unpolarisiertes Licht
Unpolarisiertes Licht hat im statistischen Mittel keine bevorzugte transversale Feldrichtung. Ein idealer linearer Filter überträgt die Hälfte der mittleren Intensität. Dieses Ergebnis ist eine Mittelung über Polarisationsrichtungen, nicht Malus mit einem für das gesamte Eingangssignal festen θ. Danach besitzt das Signal die lineare Filterrichtung und weitere Stufen verwenden Malus.[1]
Die Mittelung begründet die ideale Halbierung. Teilpolarisiertes oder elliptisches Licht verlangt zusätzliche Eingangsinformation.[1]
Auch zirkular polarisiertes Licht liefert am idealen linearen Analysator die Hälfte der Intensität, ist aber nicht unpolarisiert: Seine Komponenten besitzen eine definierte Phasenbeziehung. Ein einfacher Intensitätswert hinter einem einzelnen linearen Filter kann diese beiden Zustände nicht unterscheiden. Für vollständige Polarisationsanalyse braucht man weitere optische Einstellungen, etwa eine Phasenplatte.[2]
Ein dritter Filter zwischen gekreuzten Achsen
Drei ideale Filter bei 0°,30° und 90°
- Gegeben
- Unpolarisiert: Iin=120 W/m2; Reihenfolge 0°→30°→90°; keine weiteren Verluste.
- Gesucht
- Intensität nach jeder Stufe bestimmen.
Ansatz: Beim unpolarisierten Eingang halbiert der erste ideale Filter die Intensität. Danach gilt Malus mit jeder benachbarten Achsdifferenz.
Erste Stufe halbiert und erzeugt lineare Polarisation bei 0°.
Zwischen 0° und 30° ist die Achsdifferenz 30°.
Die dritte Stufe sieht jetzt 30°-Polarisation; ihre Differenz ist 60°.
Ergebnis: Nach den Stufen: 60, 45 und 11,25 W/m2. Ohne die mittlere Stufe wären die äußeren idealen Filter gekreuzt und der Ausgang null.
Kontrolle: Die Ausgangsenergie ist kleiner als nach jeder vorherigen Stufe. Der Zusatzfilter erzeugt keine Energie; er ändert die Polarisationsrichtung des verbleibenden Feldes vor der letzten Projektion. Direkter Ansatz 120 cos290° wäre für diese Kette falsch.
Winkel und Unsicherheit aus Intensitätsverhältnissen
Die Winkelbestimmung braucht einen gewählten Bereich; gleiche Intensitäten entstehen auch bei anderen äquivalenten oder gespiegelten Achsenlagen. Ableitung mit θ in Radiant.[1]
Bei ergibt der Bereich 0° bis 90° den Winkel 53,1301°. Aus Intensität allein folgt aber nicht, ob eine Achse im Uhrzeigersinn oder gegen ihn gedreht wurde. Bei I0=60 W/m2 und 45° ist I=30 W/m2. Eine Winkelabweichung±1° liefert exakt 31,047 beziehungsweise 28,953 W/m2, also etwa±3,49% um diesen Arbeitspunkt.[1]
Nahe gekreuzter Stellung ist der absolute ideale Ausgang klein, der relative Fehler dagegen sehr empfindlich. Restlicht aus Streuung oder endlichem Extinktionsverhältnis kann dort dominieren. Einen gemessenen dunklen Wert sollte man deshalb mit Hintergrundmessung und Parallelstellung normieren, bevor daraus eine genaue Winkelangabe gewonnen wird.[1]
Bei ist im idealen Modell auch ; daraus lässt sich kein Winkel bestimmen. Ebenso verrät eine Messung bei exakt gekreuzten Achsen nicht die Eingangsintensität: Jeder nichtnegative Eingang wird dann vollständig blockiert.[1]
Vertiefung anzeigen: reale Polarisatoren
Ein einfaches reales Modell für linear polarisierten Eingang; die Hauptachsentransmissionen gelten für das konkrete Spektrum und die Geometrie.[1]
Für Tparallel=0,90 und beträgt der gekreuzte Ausgang 0,002 I0 statt null und die Paralleltransmission 0,90 I0 statt I0. Das Verhältnis 450 ist das hier so definierte Extinktionsverhältnis der Transmissionswerte. Andere Produktangaben können inverse Definitionen oder andere Messbedingungen verwenden; die Zahlen müssen deshalb mit ihrer Definition gelesen werden.[1]
Der ideale Zusammenhang setzt feste lineare Eingangspolarisation, stabile Intensität, eine geeignete lineare Analyse und unveränderte Erfassung voraus. Depolarisation, elliptische Zustände, winkelabhängige Beschichtungen oder ein saturierter Detektor brauchen mehr als einen cos2-Faktor. Malus beschreibt die Analyse der Richtung, nicht die gesamte optische Kette einschließlich aller Verluste.[2]
Restlicht bei einem nichtidealen Filter
- Gegeben
- Linearer Eingang I0=80,0 W/m2; ; ; konstante Erfassung.
- Gesucht
- Intensität bei 0°,45° und 90° sowie das hier definierte Extinktionsverhältnis bestimmen.
Ansatz: Die beiden orthogonalen Eingangsanteile mit ihren eigenen Leistungsdurchlässen gewichten.
Die drei Winkel getrennt einsetzen. Bei 45° sind die beiden Projektionsquadrate gleich.
Ergebnis: Die gekreuzte Stellung lässt hier 0,160 W/m2 durch. Das Verhältnis von Parallel- zu Kreuzdurchlass beträgt 450; der Filter ist kein vollständig sperrender Polarisator.
Kontrolle: Alle drei Ausgänge liegen unter 80 W/m2; der 45°-Wert liegt genau zwischen Parallel- und Kreuzwert. Für und geht das Modell in Malus über.
Die Wellengleichung für Ausbreitungsgeschwindigkeit, Wellenlänge und Frequenz verknüpft . Diese Beziehung allein bestimmt keine Filtertransmission: Dafür brauchst du weiterhin den Polarisationszustand und die Projektion der Feldamplitude.[3][1]
Fünf Rechnungen ohne Stufenverwechslung
Einsetzen und Rechnen · Einstieg
I0=90 W/m2, linear polarisiert; Analysator 32°. Berechne I.
Hinweis anzeigen
Die Intensität enthält das Feldquadrat.
Lernziel: Transmittierte Intensität bei gegebener linearer Polarisation berechnen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Der Eingang ist bereits linear polarisiert.
Verwende deshalb Malus direkt und quadriere den Feldprojektionsfaktor.
Es folgt I≈64,7267 W/m2.
Kontrolle: Das Intensitätsverhältnis ist etwa 0,719186 und liegt zwischen null und eins. Der passive ideale Filter lässt weder eine negative Intensität noch mehr als 90 W/m2 durch.
Transfer · Anwenden
Unpolarisiert 80 W/m2 trifft zwei ideale Filter mit 60° Achsdifferenz. Wie groß ist der Ausgang?
Hinweis anzeigen
Erste Stufe halbiert, zweite verwendet Malus.
Lernziel: Unpolarisierten Eingang zuerst halbieren und danach die relative Achsenlage verwenden.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Die erste Stufe halbiert die unpolarisierte Intensität im Mittel.
Die zweite sieht danach die lineare Richtung des ersten Filters.
Es bleiben zunächst 40 W/m2 und anschließend 10 W/m2.
Kontrolle: Der direkte Ansatz würde die erste Halbierung vergessen. Jede korrekt behandelte Stufe vermindert hier den übertragenen Anteil.
Einsetzen und Rechnen · Anwenden
Ein linearer Eingang soll auf 36% reduziert werden. Welche Achsdifferenz im Bereich 0° bis 90° braucht der ideale Analysator?
Hinweis anzeigen
Zuerst die Quadratwurzel des Intensitätsverhältnisses.
Lernziel: Einen Analysatorwinkel aus einer geforderten Intensitätsfraktion bestimmen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Der vorgegebene Bereich 0° bis 90° legt den positiven Kosinuszweig fest.
Ziehe zuerst die Wurzel aus dem Intensitätsverhältnis und wende dann den Arkuskosinus an.
Es folgt θ≈53,1301°.
Probe: . Der negative Winkel hätte denselben Intensitätswert, ist aber durch den gewählten Bereich ausgeschlossen.
Interpretieren · Anwenden
Licht ist bereits entlang 0° linear polarisiert und hat Intensität 64 W/m2. Ein idealer Analysator bei 90° lässt nichts durch. Nun wird davor ein idealer Polarisator mit Achse 45° eingefügt. Berechne die Intensität nach beiden Elementen und erkläre, warum ein zusätzliches Element hier mehr Licht am Ausgang ermöglicht. Absorption außerhalb der idealen Polarisationsauswahl ist ausgeschlossen.
Hinweis anzeigen
Wende Malus nacheinander an. Nach dem ersten Element ist die Polarisation entlang 45°, sodass der zweite Winkel ebenfalls 45° beträgt.
Lernziel: Die Wirkung eines zusätzlichen Polarisators zwischen gekreuzten Achsen erklären.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Jeden Polarisator relativ zur Polarisation seines jeweiligen Eingangs behandeln.
Nach 45° bleiben 32 W/m2, nach dem 90°-Analysator 16 W/m2.
Der Zwischenpolarisator ändert die Polarisation des durchgelassenen Lichts; der Analysator erhält nun keinen senkrecht polarisierten Eingang mehr.
Kontrolle: Der Ausgang bleibt kleiner als die Eingangsstärke. Die zusätzliche Transmission bedeutet keine Energieerzeugung.
Fehleranalyse · Einstieg
Unpolarisiertes Licht mit 50 W/m2 fällt auf einen einzigen idealen linearen Polarisator. Jemand wählt eine Laborachse und berechnet beim Drehwinkel 90° null Transmission mit Malus. Bestimme die wirkliche gemittelte Ausgangsintensität und erkläre, welche Voraussetzung des benutzten Einzelwinkelansatzes fehlt.
Hinweis anzeigen
Unpolarisiertes Licht hat keine feste Eingangs-Polarisationsachse. Der Mittelwert von cos2 über gleichmäßig verteilte Richtungen ist ein Halb.
Lernziel: Malus nicht mit einer willkürlichen Polarisationsrichtung für unpolarisiertes Licht verwenden.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Die unpolarisierte Eingangsintensität über ihre Polarisationsrichtungen mitteln.
Der einzelne ideale Polarisator lässt 25 W/m2 durch, unabhängig von seiner absoluten Labororientierung.
Ein Winkel zur Laborachse ist kein Winkel zu einer vorhandenen Eingangs-Polarisationsachse.
Kontrolle: Erst ein zweiter Polarisator könnte mit seinem Winkel relativ zum ersten die nun linear polarisierte Ausgangsintensität nach Malus verändern.
Was du mitnehmen solltest
Frage vor jeder Rechnung, welche Intensität unmittelbar vor diesem Filter liegt und wie sie polarisiert ist. Bei linearem Eingang gilt das Quadrat der Feldprojektion. Bei unpolarisiertem Eingang halbiert der erste ideale Filter im Mittel; danach zählen nur benachbarte Achsdifferenzen. Ein Zusatzfilter kann die Richtung ändern, aber keine Energie erzeugen. Reales Restlicht benötigt ein Modell mit Lecktransmission oder Hintergrund.[1][2]
Belege zu dieser Erklärung
Quanta · Bearbeitet 2. Oktober 2026
- OpenStax University Physics3 §1.7: Malus law and unpolarized input
- MIT6.007 Lecture24: polarized light, linear and circular states, analyzers
- OpenStax University Physics Volume1 §16.1 Traveling Waves
Redaktion: Quanta Study Redaktion
Prüfumfang
Diese Erklärung, 3 Rechenbeispiele und 5 Aufgaben liegen auf Deutsch und Englisch vor. Aufbau, Quellenzuordnung und mathematische Darstellung werden automatisiert geprüft. Rechnungen, Modellvoraussetzungen und beide Sprachfassungen erhalten eine gesonderte KI-Gegenprüfung.
Für einen früheren veröffentlichten Stand dieser Seite ist eine interne menschliche Fachprüfung dokumentiert. Diese Bestätigung gilt nicht automatisch für die überarbeitete Erklärung und die neuen Aufgaben.
Eine unabhängige, namentliche menschliche Fachprüfung ist noch nicht dokumentiert. Unsere Aufgabenzahlen sind Rechenbeispiele und keine Messdaten der zitierten Quellen.
Redaktion, Quellen und VorgehenÄnderungsverlauf
- Polarisations- und Wellenbezüge verknüpft, inverse Nullfälle ergänzt und einen Dezimalwert vollständig innerhalb der Mathematik gesetzt; Beispiele und Intensitätskurve erhalten.
- Eingangsstufe und Feldprojektion erklärt; Periodizitätsgrafik und Beispiel für reale Transmission ergänzt; Filterketten und Aufgabenproben präzisiert.
- Lernweg mit Vorwissen und Modellannahmen ergänzt, Herleitungsschritte und Rechenkontrollen präzisiert; eigenes zusätzliches Beispiel, Diagramm und Zusammenfassung eingefügt.
Diese Nachschlageseite zitieren
Quanta. Malus-Gesetz. Stand 2. Oktober 2026. https://quanta-study.de/tafelwerk/malus-gesetz-polarisation
Bei einer konkreten fachlichen Aussage zusätzlich die dort verknüpfte Fachquelle nennen.