Die Zustandsänderung vom tatsächlichen Weg trennen
Stelle zunächst fest, welche zwei Gleichgewichtszustände verglichen werden. Ihre Differenz ist unabhängig vom tatsächlich gewählten Weg. Während eines schnellen oder irreversiblen Vorgangs muss nicht einmal eine einzige Temperatur für das ganze System existieren. Der reversible Vergleichsweg ist deshalb ein Rechenweg zwischen denselben Endzuständen. Seine Wärme darf von der tatsächlichen Wärme abweichen; dafür beschreibt seine Temperatur die kleinen Gleichgewichtsschritte eindeutig.[1]
T ist die absolute Temperatur entlang des reversiblen Vergleichswegs.
Entropie hat die Einheit J/K und wächst als extensive Größe mit der Systemgröße. Spezifische Entropie bezieht sich auf Masse, molare Entropie auf Stoffmenge. Die Entropie eines einzelnen Körpers darf abnehmen, etwa beim Abkühlen. Nichtnegativ sein muss die Erzeugung beziehungsweise die gesamte Änderung einer isolierten Gesamtheit. Verwechsle also eine Systemänderung nicht mit der Entropieerzeugung des Gesamtvorgangs.[4]
Wann gilt die Kurzform für reversible Wärme bei konstantem T?
Konstantes T ist eine Wegbedingung, nicht nur die Angabe einer Anfangstemperatur.
Nimmt ein System reversibel 600 J bei konstanten 300 K auf, wächst seine Entropie um 2 J/K. Gibt es reversibel denselben Betrag bei dieser Temperatur ab, ändert sie sich um −2 J/K. Ein konstantes erlaubt, es vor das Integral zu ziehen. Isotherm allein sagt jedoch nichts über Reversibilität: Ein irreversibler isothermer Weg kann Entropie erzeugen. Ebenso bedeutet adiabatisch lediglich, dass keine tatsächliche Wärme fließt. Nur zusätzlich reversible Adiabaten haben .[3]
Bedeutet reversibel eine Entropieänderung von null?
Geschlossenes System; Tb ist die lokale absolute Temperatur an der Wärmeübertragungsgrenze. Bei mehreren Grenzstellen werden deren Beiträge addiert.[3]
Für den wirklichen Prozess musst du Wärmeübertragung und Erzeugung getrennt betrachten. ist die lokale absolute Temperatur an der gewählten Wärmeübertragungsgrenze, keine beliebige mittlere Körpertemperatur. Die eigene Entropieänderung eines idealen großen Reservoirs ist , weil sein Zustand eine konstante Temperatur behält. In welcher Teilbilanz eine Übergangsschicht und ihre Erzeugung liegen, hängt von der Systemgrenze ab. Die Summe des vollständig erfassten Vorgangs bleibt eindeutig.
Arbeit transportiert in dieser geschlossenen makroskopischen Bilanz Energie, aber keine Entropie über einen Term . Wird Arbeitsenergie durch Reibung dissipiert, kann im System dennoch Entropie entstehen. Bei offenen Systemen führen außerdem ein- und ausströmende Stoffe Entropie mit. Diese Ströme brauchen zusätzliche Bilanzterme; die hier dargestellte geschlossene Bilanz genügt dann nicht.
Einen reversiblen Gasweg konkret auswerten
Für ein einfach kompressibles System fester Zusammensetzung ist die erste Beziehung eine Zustandsrelation; die beiden weiteren setzen ein ideales Gas voraus.[2]
Die integrierte Form verwendet konstantes molares CV; andernfalls wird dessen Temperaturabhängigkeit integriert.
Erster Hauptsatz und ideales Gasgesetz machen den Vergleichsweg berechenbar. Löse die Zustandsrelation nach auf und setze innere Energie sowie Druck des idealen Gases ein. Das Integral zerfällt in einen Temperatur- und einen Volumenbeitrag. Haben die Endzustände dieselbe Temperatur, bleibt . Für einen reversiblen isothermen Vergleich gilt zudem . Diese Wärme und Arbeit sind nicht automatisch die Werte des tatsächlichen irreversiblen Wegs. Beide Logarithmen brauchen dimensionslose Verhältnisse. Die isotherme Arbeit des idealen Gases gehört hier zum gewählten reversiblen Vergleichsweg.[2]
Beispiel: freie Expansion mit Q = 0
Hier gibt es zwei Wege mit denselben Endzuständen: die tatsächliche freie Expansion und eine gedachte reversible isotherme Expansion. Nur der zweite Weg wird zum Entropieintegral verwendet. Die Energiebilanz des tatsächlichen Wegs bleibt davon unberührt.[6][5]
Den reversiblen Vergleichsweg vom Experiment unterscheiden
- Gegeben
- ideales Gas bei 340 K, zunächst 2,00 L. Nach Entfernen einer Trennwand expandiert es in einem isolierten starren Behälter gegen Vakuum auf 5,00 L. Anfangs- und Endzustand im Gleichgewicht; keine anderen Energieänderungen. .
- Gesucht
- T2, ΔS und den Vergleichswert Qrev ermitteln.
Ansatz: Zuerst die tatsächliche isolierte Expansion gegen Vakuum bilanzieren. Die Entropiedifferenz dann über einen hypothetischen reversibel-isothermen Vergleichsweg zwischen denselben Gleichgewichtszuständen bestimmen.
Tatsächlichen Prozess zuerst energetisch bilanzieren.
Einen reversiblen isothermen Gasweg zwischen den Endzuständen verwenden.
Die Wärme nur dieses Vergleichswegs berechnen.
Ergebnis: Das Gas bleibt im idealen Modell bei 340 K, seine Entropie wächst um rund 5,714 J/K. Tatsächlich wurde keine Wärme übertragen.
Kontrolle: Der isolierte Gesamtbehälter erzeugt . Die reversible Ersatzexpansion hätte Wärme aufgenommen und Arbeit abgegeben; diese 1942,6 J dürfen nicht dem freien tatsächlichen Vorgang zugeschrieben werden. Bei realen Gasen folgt aus nicht allgemein gleiches T.
Beispiel: endliche Körper gleichen Temperaturen aus
Beim direkten Temperaturausgleich bleibt die Energie erhalten, aber es entsteht Entropie. Bestimme zuerst aus den beiden Wärmekapazitäten die gemeinsame Endtemperatur. Berechne dann für jeden Körper seine Zustandsänderung über einen gedachten reversiblen Heiz- oder Kühlweg. Gerade weil die Körper verschiedene Temperaturen besitzen, darf die gesamte übertragene Wärme nicht durch eine einzige Temperatur geteilt werden.[5]
Energieerhaltung und zwei Entropieintegrale verbinden
- Gegeben
- Zwei starre Körper ohne Phasenwechsel haben konstante Gesamtwärmekapazitäten und . Anfangstemperaturen 600 K und 300 K. Kontakt in einer isolierten Gesamtheit, keine Arbeit, vernachlässigbare Kontaktenergie.
- Gesucht
- Endtemperatur und Gesamtentropieänderung berechnen.
Ansatz: Die isolierte Gesamtheit erhält ihre Energie. Für jeden Körper die Entropieänderung aus seiner konstanten Wärmekapazität und den absoluten Anfangs- und Endtemperaturen bestimmen.
Die verlorene Energie von A entspricht der gewonnenen von B.
Für jeden Körper einen reversiblen Erwärmungs- oder Abkühlvergleich integrieren.
Den zweiten Beitrag und die Summe bilden.
Ergebnis: Endtemperatur 412,5 K, übertragene Energie 33 750 J und positive Gesamtentropieänderung 28,09 J/K.
Kontrolle: . Die Energie der Gesamtheit ändert sich nicht, obwohl ihre Entropie wächst. mit nur Anfangs- oder Endtemperatur wäre für die einzelnen endlichen Körper falsch.
Bild ansehen: Entropien beim Temperaturausgleich
Energieausgleich erzeugt Entropie
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Temperaturänderung und Phasenwechsel getrennt behandeln
Hier ist C die passende Gesamtwärmekapazität für den gewählten reversiblen Heizweg.[1]
Beim reversiblen Phasenwechsel bleibt die Koexistenztemperatur konstant. Mit positivem passendem gilt für Schmelzen oder Verdampfen und ; die Umkehr liefert die negativen Werte. Stoff, Übergang und Druck müssen zum Tabellenwert passen. Ein hypothetischer Übergang mit 1500 J bei 280 K ergibt beispielsweise +5,357 J/K und reversibel rückwärts −5,357 J/K. Erwärmung vor oder nach dem Übergang liegt bei veränderlicher Temperatur und braucht ein eigenes Integral.[1]
Schmelzen und Erwärmen getrennt zählen
Zwei Temperaturbedingungen in einer Rechnung
- Gegeben
- 60,0 g reines Eis bei 0 °C werden nahe normalem Luftdruck vollständig geschmolzen und danach auf 20 °C erwärmt. Vorgegebene konstante Modellwerte: 333000 J/kg Schmelzwärme und 4182 J/(kg·K) Wasserwärmekapazität. Betrachtet wird die Zustandsänderung des Wassers, nicht die Entropie der gesamten Heizanlage.
- Gesucht
- Wärmebedarf und Entropieänderung des Stoffes bestimmen.
Ansatz: Ein reversibler Vergleich schmilzt bei konstantem und erwärmt anschließend mit veränderlichem . Beide Zustandsbeiträge addieren.
Absolute Temperaturen einsetzen und die beiden Wärmeabschnitte rechnen.
Schmelzbeitrag und Temperaturintegral getrennt auswerten.
Ergebnis: Die Wärme beträgt etwa 25,00 kJ. Die Entropie steigt um etwa 90,88 J/K; beide Teilbeiträge sind positiv.
Kontrolle: Der Schmelzbeitrag erfüllt . Beim Erwärmen ist die Temperatur nicht konstant: Dieser Beitrag muss zwischen und , jeweils in J/K, liegen. Die Entropieänderung des Stoffes sagt allein noch nicht, ob die tatsächliche Heizanlage reversibel arbeitet.
Vertiefung: Entropie im Kreisprozess
Bei jedem vollständigen Kreisprozess ist die Entropieänderung des Arbeitsmediums null: Der Endzustand ist wieder der Anfangszustand. Auf einem reversiblen geschlossenen Weg gilt daher . Für den tatsächlichen geschlossenen Umlauf gilt stattdessen . Ein irreversibler Umlauf kann seine erzeugte Entropie durch Wärmeabgabe exportieren und trotzdem zum Startzustand zurückkehren. Gleichheit in der Teilbilanz bedeutet fehlende Erzeugung innerhalb ihrer Grenze; vollständig reversibel ist der Betrieb erst mit reversibler Umgebungskopplung.[4]
Entropie ist keine Energie in Joule und kein direktes Maß für die Unordnung eines beliebigen Bildes. Die hier verwendete thermodynamische Rechnung braucht Gleichgewichtsendzustände, absolute Temperaturen und ein passendes Stoffmodell. Reaktionen, Mischung und offener Massentransport erfordern zusätzliche Beiträge. Die Gas-Volumenformel darf auf diese Fälle nicht ungeprüft übertragen werden.
Fünf gelöste Entropieaufgaben
Einsetzen und Rechnen · Einstieg
Ein System gibt reversibel 900 J bei konstanten 360 K ab. Bestimme seine ΔS und die eines gleich temperierten Reservoirs.
Hinweis anzeigen
Q hat für das System ein negatives Vorzeichen.
Lernziel: System- und Reservoirentropie bei reversibler Wärmeabgabe bilanzieren.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Bei reversibler isothermer Wärmeabgabe ist mit negativem System-Q.
; Reservoir ; Gesamt null.
Systementropie darf abnehmen.
Transfer · Anwenden
Ein Körper mit konstantem wird von 300 auf 450 K erwärmt. Bestimme ΔS.
Hinweis anzeigen
Temperatur ändert sich; integriere .
Lernziel: Entropie bei veränderlicher Temperatur integrieren.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Für konstanten und veränderliches gilt .
.
; wäre kein korrekter Zustandswert.
Einsetzen und Rechnen · Anwenden
600 J fließen direkt von einem Reservoir bei 500 K zu einem bei 300 K. Wie groß ist ΔStotal?
Hinweis anzeigen
Für jedes Reservoir dessen eigene konstante Temperatur verwenden.
Lernziel: Entropieproduktion bei endlicher Temperaturdifferenz bestimmen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Jedes Reservoir behält seine eigene Temperatur.
Deshalb die beiden signierten Wärmebeträge jeweils durch diese Temperatur teilen und addieren.
Das heiße Reservoir verliert 1,20 J/K, das kalte gewinnt 2,00 J/K.
Die Summe ist +0,80 J/K.
Der direkte Übergang über die endliche Temperaturdifferenz erzeugt Entropie; er ist irreversibel.
Die Energie bleibt dennoch erhalten.
Interpretieren · Vertiefen
Ein ideales Gas expandiert in einem isolierten starren Gesamtbehälter frei ins Vakuum auf das doppelte Gasvolumen; Anfangs- und Endgleichgewicht haben dieselbe Temperatur. Für das Gas sind , . Nenne ΔS in Vielfachen von nR und erkläre, wieso nicht die Entropieänderung ist.
Hinweis anzeigen
Die Entropie ist eine Zustandsgröße; Qrev gehört zu einem Vergleichspfad.
Lernziel: Zustandsänderung über reversiblen Vergleichspfad trotz irreversibler Realität bestimmen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: Ein reversibler isothermer Vergleichspfad zwischen denselben Zuständen ergibt .
Der tatsächliche Weg liefert keine Wärmeübertragung, aber erzeugt Entropie.
Im isolierten Modell ist .
Kontrolle: Der erste Hauptsatz gibt beim wirklichen Weg ; dies passt zum gleichen T, zwingt aber nicht . Die Kurzform darf nicht mit der tatsächlichen irreversiblen Wärme verwechselt werden.
Fehleranalyse · Einstieg
Ein System nimmt reversibel und isotherm 1000 J bei 27 °C auf. Eine Lösung setzt . Korrigiere und erkläre, warum die Grad-Celsius-Zahl nicht eingesetzt werden darf.
Hinweis anzeigen
Temperatur zuerst in Kelvin umrechnen.
Lernziel: Absolute Temperatur in der Entropieformel einsetzen.
Lösung und Rechenweg anzeigen
Ansatz: , deshalb .
Die Celsius-Skala besitzt einen verschobenen Nullpunkt; in der Entropieformel steht die absolute Temperatur, nicht eine Temperaturdifferenz.
Kontrolle: ΔS·T rekonstruiert 1000 J. Eine Änderung des Celsius-Nullpunkts dürfte keinen thermodynamischen Zustandswert ändern; genau das würde die falsche Rechnung jedoch tun.
Kurz zusammengefasst
Lege die Gleichgewichtsendzustände fest und wähle einen reversiblen Vergleich zwischen ihnen. Nur bei konstanter Vergleichstemperatur wird aus dem Integral ein einfacher Quotient. Die tatsächliche Wärme gehört dagegen in eine Bilanz mit der passenden Grenztemperatur und Entropieerzeugung. Ein einzelnes System darf Entropie verlieren; für die isolierte Gesamtheit ist die Summe nichtnegativ.
Belege zu dieser Erklärung
Quanta · Bearbeitet 2. Oktober 2026
- OpenStax University Physics 2 §4.6: Entropy
- MIT Unified Engineering §5.4: Entropy Changes in an Ideal Gas
- MIT Unified Engineering §6.5: Irreversibility and Entropy Changes
- MIT Unified Engineering §5.1: Concept and Statements of the Second Law
- MIT Unified Engineering §5.5: Calculation of Entropy Change in Basic Processes
- MIT Unified Engineering §4.2: Free versus Reversible Isothermal Expansion
Redaktion: Quanta Study Redaktion
Prüfumfang
Diese Erklärung, 3 Rechenbeispiele und 5 Aufgaben liegen auf Deutsch und Englisch vor. Aufbau, Quellenzuordnung und mathematische Darstellung werden automatisiert geprüft. Rechnungen, Modellvoraussetzungen und beide Sprachfassungen erhalten eine gesonderte KI-Gegenprüfung.
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Eine unabhängige, namentliche menschliche Fachprüfung ist noch nicht dokumentiert. Unsere Aufgabenzahlen sind Rechenbeispiele und keine Messdaten der zitierten Quellen.
Redaktion, Quellen und VorgehenÄnderungsverlauf
- Konstante Vergleichstemperatur und Unterschied zwischen Entropieänderung und Reversibilität in Frageüberschriften hervorgehoben; passende Gasarbeits- und Phasenwechselverbindungen ergänzt.
- Zwei Aufgaben ergänzt; die fünf Aufgaben nach Aufgabentyp, Schwierigkeit und Lernziel gegliedert.
- Einstieg und Erklärungen überarbeitet; drittes vollständiges Beispiel, eigene quantitative Grafik und kurze Zusammenfassung ergänzt. Bestehende Aufgaben, Modelle und Quellen erhalten; Formelsatz und Modellbedingungen präzisiert.
Diese Nachschlageseite zitieren
Quanta. Entropieänderung entlang eines reversiblen Wegs. Stand 2. Oktober 2026. https://quanta-study.de/tafelwerk/entropie-reversibel-isotherm
Bei einer konkreten fachlichen Aussage zusätzlich die dort verknüpfte Fachquelle nennen.