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Das Henry-Gesetz beschreibt bei gegebener Temperatur, wie die Gleichgewichtskonzentration eines Gases in einer Flüssigkeit mit seinem Partialdruck über der Lösung zunimmt.
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Formel
Cg in mol/L · pg in kPa · kH in mol/(L·kPa); kH hängt von Gas, Lösungsmittel und Temperatur ab
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Gleichgewichtskonzentration des gelösten Gases | mol/L | |
| Henry-Konstante in der hier verwendeten Konzentrationskonvention | mol/(L·kPa) | |
| Partialdruck des Gases über der Lösung | kPa |
C_g = k_H \cdot p_gHier gilt ausdrücklich die Konzentrationskonvention Cg = kH·pg, wie sie OpenStax Chemistry 2e verwendet. kH hat damit Einheiten der Konzentration pro Druck. Andere Bücher definieren eine Henry-Konstante als p/C oder verwenden den Molenbruch; deren Zahlenwert und Einheit sind nicht direkt mit diesem kH vergleichbar. Bei konstanter Temperatur und im betrachteten Löslichkeitsbereich ist die gelöste Konzentration proportional zum Gaspartialdruck. Der Koeffizient hängt von Gas, Lösungsmittel und Temperatur ab; bei realen, stark wechselwirkenden oder konzentrierten Systemen können Abweichungen auftreten.
Gilt näherungsweise bei konstanter Temperatur und im linearen Löslichkeitsbereich; Gas und Lösungsmittel müssen feststehen. Hier ist ausdrücklich Cg = kH·pg gemeint, nicht die inverse Konvention.
Bei festem Gas, Lösungsmittel und T ist die Gleichgewichtskonzentration des gelösten Gases proportional zum Partialdruck.
Henry-Konstante bestimmen
Einheiten von C und p festhalten; diese Definition von kH hat Konzentration/Druck als Einheit.
Bei 20 °C sind 1,38×10−3 mol/L O2 bei 101,3 kPa gelöst. Wie viel ist bei 20,7 kPa gelöst?
C2 = C1·p2/p1 = 1,38×10−3·20,7/101,3 ≈ 2,82×10−4 mol/L.
Welche Einheit hat kH, wenn C in mol/L und p in kPa angegeben wird?
Aus kH=C/p folgt mol/(L·kPa).
Eine Henry-Konstante aus einer Quelle ohne Prüfung der Definition einsetzen.
Prüfe, ob C=kH·p, p=kH·x oder eine weitere Konvention gilt; Zahlenwerte und Einheiten sind nicht austauschbar.
Den Gesamtdruck statt des Gaspartialdrucks verwenden.
pg ist der Partialdruck genau des Gases, dessen gelöste Konzentration betrachtet wird.
Formelcluster
Verknüpft Gaspartialdruck, Löslichkeit und Temperatur bei chemischen und biologischen Systemen.
Bei 20 °C seien in Wasser unter pO₂ = 101,3 kPa genau CO₂ = 1,38×10−3 mol/L gelöst. Dann ist kH = C/p = 1,36×10−5 mol/(L·kPa). Bei pO₂ = 20,7 kPa ergibt sich CO₂ = kH·p ≈ 2,82×10−4 mol/L. Temperatur und Lösungsmittel bleiben dabei unverändert.
Sauerstofflöslichkeit in Gewässern, CO2 in Getränken, Gasaufnahme in Flüssigkeiten und Abschätzung gelöster Gase bei kontrolliertem Partialdruck
Eine typische Aufgabe Schritt für Schritt: Henry-Gesetz (Konzentrationskonvention) (C_g = k_H·p_g).
Aufgabe
Bei 20 °C sind 1,38×10−3 mol/L O2 bei 101,3 kPa gelöst. Wie viel ist bei 20,7 kPa gelöst?
Rechenweg
C2 = C1·p2/p1 = 1,38×10−3·20,7/101,3 ≈ 2,82×10−4 mol/L.
Aufgabe
Welche Einheit hat kH, wenn C in mol/L und p in kPa angegeben wird?
Rechenweg
Aus kH=C/p folgt mol/(L·kPa).
Verwende hier die ausdrücklich festgelegte Konzentrationskonvention des Henry-Gesetzes: Cg = kH·pg. Cg ist die Gleichgewichtskonzentration des gelösten Gases, pg sein Partialdruck über der Flüssigkeit. Bei gleicher Temperatur verdoppelt ein doppelt so großer Partialdruck im linearen Bereich auch Cg. Beispiel: Sind bei 100 kPa 1,0 mmol/L gelöst, erwartet man bei 20 kPa ungefähr 0,20 mmol/L. Das gilt nur bei unverändertem Gas, Lösungsmittel und Temperatur. Prüfe außerdem die Definition von kH: Manche Quellen verwenden die inverse Konvention p/C. Wenn du kH aus C/p bestimmst, müssen Druck- und Konzentrationseinheiten zu den Einheiten des Koeffizienten passen. So bleiben Zahlenwerte aus verschiedenen Konventionen vergleichbar.
In der hier verwendeten Form Cg = kH·pg ist kH der Proportionalitätsfaktor zwischen Gasdruck und gelöster Konzentration. Er hängt vom betrachteten Gas, vom Lösungsmittel und von der Temperatur ab; er ist also keine universelle Konstante. Wenn Cg in mol/L und pg in kPa steht, lautet die Einheit mol/(L·kPa). Eine hohe kH bedeutet in dieser Konvention eine höhere gelöste Konzentration bei gleichem Druck. In einer alternativen Konvention pg = kH·Cg kehrt sich die Bedeutung um und die Einheit wird Druck/Konzentration. Namen allein reichen zum Vergleichen nicht.
Eine Flüssigkeit steht oft mit einem Gasgemisch in Kontakt, zum Beispiel Wasser mit Luft. Für die Löslichkeit von Sauerstoff ist dann der Sauerstoff-Partialdruck maßgeblich, nicht der gesamte Luftdruck. Bei trockener Luft nahe Meereshöhe ist pO₂ ungefähr 0,21·101 kPa ≈ 21 kPa. Würdest du stattdessen 101 kPa einsetzen, überschätzt du die gelöste Sauerstoffkonzentration ungefähr um den Faktor fünf. Bei feuchter Luft oder anderen Bedingungen müssen die Partialdrücke angepasst werden. Das Gesetz betrachtet das Gleichgewicht an der Grenzfläche; es berechnet weder die Geschwindigkeit, mit der ein Gas sich löst, noch Verluste durch Reaktion oder Strömung.
Das Henry-Gesetz selbst liefert die Proportionalität zwischen Partialdruck und Gleichgewichtskonzentration bei festgelegter Temperatur. Die Temperatur steckt zusätzlich im Wert von kH. Für viele Gase in Wasser nimmt die Löslichkeit mit steigender Temperatur ab, also sinkt in der hier verwendeten Konzentrationskonvention kH. Deshalb kann ein wärmerer Bach trotz gleichen Sauerstoff-Partialdrucks weniger Sauerstoff im Gleichgewicht halten. Die Richtung ist stoffabhängig und sollte anhand passender Daten geprüft werden; man darf den kH-Wert bei 20 °C nicht unverändert für 30 °C einsetzen. Biologische Folgen hängen außerdem von Durchmischung, Photosynthese und Verbrauch durch Organismen ab.
Die einfache lineare Beziehung ist für ein bestimmtes Gas-Lösungsmittel-Paar und eine feste Temperatur im geeigneten Löslichkeitsbereich gedacht. Sie kann versagen, wenn die Lösung sehr konzentriert ist, Gas oder Lösungsmittel chemisch miteinander reagieren oder stark wechselwirken, die Temperatur sich ändert oder der Partialdruck so hoch wird, dass die lineare Näherung nicht mehr passt. Auch ein offenes Gefäß ohne Gleichgewicht oder ein strömendes System lässt sich mit der Gleichung allein nicht beschreiben. In solchen Fällen braucht man gemessene Löslichkeitsdaten oder ein erweitertes thermodynamisches Modell. Nutze also zuerst die Einheit und Gültigkeitsbedingungen der Konstanten.
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